|
Besuch
auf dem C-Weltwettbewerb (13. -20.07.2002) in Hannover/Laatzen. |
||||||||||||||||||||
| Vor einiger Zeit, ich war zu dem Zeitpunkt
noch amtierender Weltmeister der Klasse - F2a -, anlässlich einer Ausstellung
des HMSB im Leine-Center, hatten wir, der HMSB-Vorstand Helmut W. und ich,
ein Gespräch mit dem Leine-Center-Manager Herrn H. H.. Hier ging es um
einen eventuellen C-Weltwettbewerb im Center. Dieses einstündige Gespräch
verlief aus meiner Sicht schon recht positiv, wurden doch die wichtigsten
Modalitäten wie anfallende Kosten, Schiedsrichterbestallung, Vitrinen usw.
angesprochen und wohlwollend abgenickt. Nachdem jetzt H. W. von dieser Seite
grünes Licht bekommen hatte, bemühte er sich, wie man sieht, erfolgreich um
diesen C-Weltwettbewerb. Hut ab vor dieser Leistung, egal wie der eine oder
andere Teilnehmer oder Besucher es auch sehen mag!!! Zehn Tage vor Beginn der Veranstaltung bekam
ich prompt eine Einladung zur Eröffnung der Weltmeisterschaft im Center. Ich
war etwas verwundert, dass hier auf einmal die Rede von einer Weltmeisterschaft
war, heißt doch eine C-Veranstaltung auf dieser Ebene "C-Weltwettbewerb"!
Ich denke, hier hätten die verantwortlichen regelfesten Funktionäre,
rechtzeitig für Klarheit sorgen müssen. Sind doch gerade in der Vergangenheit
um die offiziellen Titel solcher Veranstaltungen wahre Glaubenskriege entbrannt!
Zur Richtigstellung gehört auf jeden Fall: Auf einer M- (Rennbootklassen) oder
NS-Klassen- (alle Fahrklassen) Weltmeisterschaft gibt es den offiziellen Titel
des Weltmeisters! In den C-Weltwettbewerben werden nur Diplome der
Leistungsstufen verteilt! Da ich leider schon einen anderen Termin
hatte, konnte ich leider erst am Montag, den 15.07.02 zu einem Besuch des
C-Weltwettbewerbs starten. Dass ich bei meiner Ankunft viele alte Freunde und
Bekannte, nationale wie internationale, begrüßen konnte, war mir eine
besondere Freude. Dass ich mich in diesen Kreisen sehr wohl fühlte, muss ich
wohl nicht besonders erwähnen. Im Nu waren doch einige Stunden in diesen
Kreisen vergangen und auf die Fragen, warum ich nicht Teilnehmer bin oder
Schiedsrichter, verwies ich immer wieder auf die so genannte Arbeit der
Funktionäre. Leider wird aus meiner Sicht Kritik, ob berechtigt oder nicht, nur
hinter hervor gehaltener Hand geübt, ein Vorwurf, den ich so manchem Modellbauer
mache! Bei all diesen Gesprächen verging die Zeit wie im Fluge, und es wurde
allmählich Zeit für einen Rundgang durch die Ausstellung. Beim ersten Rundgang durch das Center fiel mir
allerdings auf, dass nicht ein Jugendlicher in den gesamten Klassen vertreten
war. Frage an die verantwortlichen TK - Funktionäre: Warum sind wider besseren
Wissens überhaupt die Klassen für Junioren geschaffen worden? War nicht einmal
der Aufruf ergangen, die Klassen zu reduzieren? Doch nun zu den Klassen. Die C1-Klasse (nicht maschinell angetriebene Modelle) bestand aus 38 Modellen. Hier waren zum Teil schon mir bekannte, aber auch ganz neue Modelle vertreten. Besondere Prunkstücke waren hier, um nur einige zu nennen: VICTORY aus China, die GOTO PREDESTINATIA aus der Ukraine und die LA RENOMMEE aus Italien. Auch Günter Pf. mit seiner LA SALAMANDRE gehörte für mich zu recht auf den Goldmedaillenrang.
Ich denke, durch die Vielfalt der Maßstäbe
und Schiffstypen hatten die Bauprüfer es auch hier besonders schwer, das
richtige Augenmaß und somit die entsprechende Wertung zu finden. Hier, wie auch
in den übrigen Klassen, stellte ich mir hin und wieder die Frage, wie sich so
manches Modell für so einen Weltwettbewerb qualifizieren konnte! Für mich ist
allerdings immer wieder ein Rätsel, dass hier Bauprüfer aus der C2-Klasse
(maschinell angetriebene Schiffsmodelle) und umgekehrt C1-Leute (Historiker) in
C2-Klassen werten! Wer ein bisschen vom Modellbau versteht, wird sicherlich zu
dem gleichen Schluss kommen. Die deutsche Auswahl hat in dieser Klasse 1x Gold-,
2x Silber- sowie 1 Bronzemedaille gewonnen. Meine Frage ist: Wo sind all unsere
C1-Modellbauer geblieben? In der C2-Klasse (maschinell angetriebene
Modelle) mit 43 ausgestellten Modellen waren wieder einmal die Modellbauer aus
China mit ihren inzwischen in die Jahre gekommenen Mannschaftsmodellen YUANWANG
III, und die beiden HUJIULAO III angetreten. Mir fällt es immer wieder schwer,
unterschiedliche Baupunkte zu den Großmodellen zu erkennen, sind doch nur allzu
deutlich die so genannten Serienarbeiten zu erkennen. Außerdem sind hier doch
inzwischen auch ganz erhebliche Verschleißerscheinungen wie Rostbildung,
fahrbetriebbedingte Spuren und inzwischen auch recht unsauber gewordene Ecken
erkennbar. Von daher ist wohltuend zu vermerken, wenn dann ein Schlachtschiff
wie die von dem russischen Modellbauer Igor G. gebaute SLAVA in der
Reihenfolge der Spitzenmodelle auf dem zweiten Platz eingestuft wurde.
Wo viel Sonne ist, gibt es bekanntlich auch Schatten! Da ich mir gerade diese Klasse sehr genau ansah, kann ich jetzt, wo die Ergebnisliste sehe, nur noch den Kopf über einige Schiedsrichter bzw. die Endergebnisse der Modelle schütteln! Mit Sicherheit ist der Modellbauer nicht mit jedem Punkt einverstanden, wenn jedoch kleine niedliche Schiffchen mit detailgespickten Schiffsriesen mit dem 6 bis 8 x so großen Aufwand, die obendrein von der baulichen und maßstäblichen Qualität auch noch übertreffen, so hoch gewertet werden, darf jedoch zu Recht Unmut auftreten! Auch hier stellte ich ein altes Übel in der Bauprüfung fest. Wird doch in keiner Weise der Umfang und damit automatisch der Schwierigkeitsgrad der Arbeit bedacht! Meine Auffassung zu den Bauprüferleistungen sind mal grob gesagt (man verzeihe mir bitte den Vergleich), auch hier wurde wieder versucht, Gartenlauben mit Kathedralen auf einen Nenner zu bringen. Entgegen den Regeln überboten sich einige Bauprüfer in der Fehlersuche am gerade zu wertendem Modell! Übrigens ein Übel, weshalb ich eine eigene Meinung zu Schiedsrichterleistungen habe.
Dass der so genannte Goldmedaillenregen nicht
für deutsche Mannschaft eingetreten ist, hat ja zum einen etwas mit der neuen
Abstufung der Ränge, dem fantastischem Regelwerk der NAVIGA und zum
anderen mit dem Ausstieg einiger Spitzenmodellbauer zu tun. Immerhin hat unsere
Mannschaft aber noch 2 ? x Gold-, 6 x Silber- und 3 x Bronzemedaillen gewonnen. In dieser Klasse bot der nauticus die jeweils
pro Nationen zugestandenen 12 Schiffsmodelle auf, wie auch immer! Ausgerechnet
auch hier belegte (so wie schon in C1) ein deutscher Teilnehmer den letzten
Platz. Persönlich bedauere ich unsere verpasste Gelegenheit, gerade in
Deutschland unseren chinesischen Modellbaukollegen einmal unsere gesamte
Modellbaustärke zu demonstrieren. Andere ausrichtende Nationen haben da
offensichtlich ein anderes, mehr auf den Modellbau bezogenes Denken! Das sollte
aber auf keinen Fall soweit gehen, dass geltende Regeln wissentlich übergangen
werden. Hat man sich ja im Laufe der Zeit schon daran
gewöhnt, dass der nauticus nicht dem Verband angeschlossene Modellbauer zu
solchen WM vor anderen Verbandsangehörige nominiert, muss ich jedoch zu
folgendem Fall einmal klar Stellung beziehen. Dass es mir als Sportler und
ehemaliger Wettbewerbsteilnehmer schwer fällt, über diesen empörenden Fall zu
schreiben, muss ich wohl nicht extra erwähnen. War doch von je her mein
oberstes Gebot, erforderliche geltende Regeln zu beherrschen, die ja zwingend für
Wettbewerbe und Modellbauprüfungen erforderlich sind und hundertprozentig
einzuhalten!
Es kann doch nicht sein, dass der
nauticus - Teilnehmer H-J. B. mit dem Modell HERMES SCAN, das in Liege (B)
1983 eine Silbermedaille, in Rastatt 1985, Rouen (F) 1987 und Ostberlin 1989
jeweils Goldmedaillen erhalten hatte, hier, durch die direkte Nachnominierung
des nauticus - Präsidenten angemeldet wurde! Es ist für mich erstaunlich zu
sehen, dass offenbar inzwischen auch neben den offiziellen Regeln (NAVIGA- und
nauticus) auch die M.-Bedarfsregeln diese deckeln. Hier wird doch
der Eid der Wettbewerbsteilnehmer
und Schiedsrichter zur Farce abgestempelt!
Da dieses von unserem Clubkollegen Dirk Hamann angesprochen wurde, überprüfte
der Landesgruppengeschäftsführer Nord Uwe J. den Modellmeßbrief und
musste feststellen, es war ein neuer Modellmeßbrief mit nur einer
Eintragung der Landesgruppe Nord vorhanden. Ich möchte wirklich nicht die
entsprechende Regeln für einen erneuten Modellmessbrief herunterbeten, ich
denke, die sollte jeder Funktionär zumindest nachlesen können. Schon bei der
Eintragung auf der Gruppenmeisterschaft hätte dieses auffallen müssen, oder
ist das Modell nicht bekannt? Bei der Registrierung zur C-Weltmeisterschaft
wurde es natürlich auch nicht bemerkt, dass weder der Modellmeßbrief
unterschrieben noch entsprechend abgestempelt war! Ich frage mich, was darf
eigentlich noch alles passieren, bis unsere Funktionäre endlich die geltenden
Regeln lernen, begreifen und umsetzen. Ich stelle fest, dass unser ehemals so
herrlicher, auch ernsthafter Modellbau allmählich in die Lächerlichkeit
abrutscht! Ich denke, das hat unser Hobby nun wirklich nicht verdient! Mir als
Nominierten und Sportler wäre es peinlich solch eine errungene Medaille
anzunehmen! Zumal, wenn ich darauf aufmerksam gemacht worden bin! Ich möchte
nicht wissen, wie speziell unsere scheinheiligen moralistischen Funktionäre
reagiert hätten, wenn ein Hamburger Clubangehöriger diese Unsportlichkeit
begangen hätte? Ganz sicher wäre er disqualifiziert und mit einer so genannten
Verbandssperre belegt und die Medaille aberkannt worden. Gespannt bin ich auf
jeden Fall, ob nun ganz konsequente Verbandssperren gegen H.- J. B. und D.
M. ausgesprochen werden und für wie lange? Haben doch gerade in der
Vergangenheit unsere Verbandsfunktionäre mit scheinheiligen Beteuerungen bis
hin zu Verleugnungen, Sperren verhängt! Da alle anwesenden, zuständigen
NAVIGA- und nauticus - Funktionäre, davon Kenntnis bekamen, bin ich auf deren
Reaktionen gespannt. Immerhin geht es hier um den Betrug der übrigen
Wettbewerbsteilnehmer, einen gefälschten Messbrief und nicht berechtigte
Nachnominierung durch den nauticus - Präsidenten! Dass der nauticus - Präsident ja
sogar auf internationaler Ebene als Schiedsrichter eingesetzt ist, macht das
Ganze nur noch schlimmer, zeigt sich doch hier seine ganze Sportlichkeit! Die C 3a/b/c/d -Klassen (Schnittmodelle,
Anlagen usw....) war mit 45 Modellen die stärkste Klasse. Da diese Klasse aber
in vier Untergruppen aufgeteilt ist, wussten doch einige Besucher bzw.
Teilnehmer bei dem ganzen Klassensalat gar nicht mehr, wer wo einzuordnen ist.
In dieser Gruppe zählten in meinen Augen das chinesische Modell BEIDOU, ein
Fischereifahrzeug. Da ich dieses Modell schon sehr lange kenne, würde ich zu
gerne alle Modellmessbriefe dieses Modells einsehen. Die von G. Pflaum gebaute
Fregatte der VIII LA RENOMMEE sowie Paul Ch. aus Frankreich mit seiner
PROVENZALE DE NOGSCE neben einigen anderen Modellen zu den absoluten Highlights
dieser Klassen. Das deutsche Team hat in dieser Kl. 2x Gold- sowie 3x
Silbermedaillen gewonnen.
Die C 4a/b/c/d -Klassen (Modelle kleiner als
1:250 im Maßstab) brachte mit 30 Modellen mit zum Teil hervorragender Qualität,
etliche neue Modelle in dieser Klasse ein. Leider auch hier wieder der
Klassensalat, so dass am Ende fast jeder wieder mit einer Medaille nach Hause
ging! Hier war eine sehr sauber gebaute Flotte aus dem osteuropäischen
Raum zu verzeichnen, die, wenn ich so diese Liste anschaue, auch mindestens so
gerecht eingestuft wurde! Der polnische Modellbauer G. T. stach hier
besonders in den Klassen mit dem Flugzeugträger VICTORIOUS und dem Landungsboot
NORMANDIE VI. 1944 hervor. Die chinesischen Modellbauer räumten natürlich auch
hier wieder ganz entscheidend ab. Unsere deutsche Mannschaft musste sich hier
mit 3 Silbermedaillen zufrieden geben. Die C 5-Klasse (Buddelschiffe) mit 11 Modellen, wurde durch 7 chinesische Modelle, 3 französische sowie ein ukrainisches Modell bestückt. Dass die ersten 7 Plätze natürlich von den Chinesen belegt wurden, ist ja schon selbstverständlich. Ich muss allerdings auch sagen: zu Recht! Egal, wo diese Modelle entstanden sind, sie sind einfach eine Augenweide! Da die Buddeln sehr dünnwandig und ganz klar sind, konnte man die fantastische Ausführung der Modelle sehr genau erkennen. Ich glaube hier wurden Meilensteine gesetzt!
Die C 7a/b - Klassen (Papierbogen) mit 30
Modellen bestückt, ist ja eine besondere Klasse! Wird hier doch dem Modellbauer
jegliche Vorarbeit, Pläne besorgen, Baumaterialfragen und Farbanstriche,
erspart. Da inzwischen verschiedene Hersteller mit sehr präzisen Modellbaubogen
auf dem Markt angetreten sind, kann man hier sogar mit sehr geringen Geldmitteln
(ca. 30 - 50 €) hervorragende Schiffe erwerben. Es soll auf keinen Fall heißen,
dass ich diese hier ausgestellten Modelle nicht anerkenne oder gar bewundere, in
meinen Augen hat das aber recht wenig mit Modellbau zu tun! Diese Modelle haben
wir früher in unserer Kindheit gebaut, zwar nicht mit der heutigen Ausführung,
aber sicherlich in gleicher Bauzeit. Das erforderliche mittelmäßige Geschick
ist lediglich, sauber anzureißen, knicken, kleben und wie jetzt ja erlaubt, Ätzteile
aufzubringen! Das gleiche gilt natürlich auch für die C 6 - Klasse! Aber wie
gesagt, die Geschmäcker sind verschieden, und jeder sollte das bauen, wozu er
Lust hat. Der Fehler liegt ganz allein in der Zulassung dieser Klassen!
Irgendwann müssen wir ja wohl auch mit den PLAYMOBIL- und LEGOSTEIN - Klassen
rechnen, nach dem Motto, die Spielzeugecke für Bauprüfer ist eröffnet! Der
ernsthafte Modellbauer fragt sich doch, warum soll ich ein Großmodell bauen mit
4 000 oder 6 000 Hobbystunden Bauzeit, wenn ein anderer Modellbauer ohne Aufwand
innerhalb von 4 Wochen ein Buddel-, Plastik- oder Papierschiffchen zusammenbaut
und eine gleichwertige Medaille bekommt? Das hat nichts mit den zum Teil
fantastischen Papiermodellen zu tun, die hier ausgestellt wurden. Diese Fragen
werden aber immer wieder, nicht nur von den Modellbauern (hinter vorgehaltener
Hand) und den Zuschauern aufgeworfen. Die deutsche Mannschaft hat hier folgende
Medaillen errungen: 3x Gold-, 2x Bronzemedaillen sowie die beiden letzten
Klassenplätze. Im Laufe meiner Gespräche hörte ich immer
wieder, dass die Veranstaltung einfach zu lange dauert! Dass den
Wettbewerbsteilnehmern die Dauer vom 13. bis 20. Juli zu lang erschien, ist zwar
verständlich, aber er sollte auch daran denken, dass irgendwie die Kosten für
ein sich zu Verfügung stellendes Center rechenbar sein müssen. Natürlich wären
entsprechende Ausstellungsräume besser, aber auch hier spielte der Geldgeber
die entscheidende Rolle. Auf anderen Veranstaltungen wurden solche langen
Wettbewerbe mit Besichtigungen oder Busfahrten für die gesamten Teilnehmer
angenehm entspannt, mussten natürlich immer selbst bezahlt werden. Als sehr gelungen habe ich die Vitrinen mit
den Dekorationen empfunden. Ich denke hier wurde ein horrender finanzieller
Aufwand betrieben, um die insgesamt 214 ausgestellten Modelle vor Beschädigungen
zu schützen, glaube jedoch auch, der Teilnehmer hat es wohlwollend zur Kenntnis
genommen. Mir als neugieriger und kritischer Besucher
bleibt in sofern nur übrig, dem HSMB mit seinen Mannen herzlich zu dieser
Leistung zu gratulieren! Dem Dachverband "nauticus" muss ich
allerdings wieder einmal bescheinigen, von den vorhandenen Möglichkeiten
keinen Gebrauch gemacht zu haben! Meine persönliche Einstellung zu solchen Veranstaltungen hat sich nach dem Besuch dieses Wettbewerbs nur noch gefestigt. Da weder auf der Verbandsebene noch international eine Verbesserung erkennbar ist, werde ich mir für die Zukunft solche Besuche sehr genau überlegen. Konnte man früher auf den WM noch das eine oder andere neue Modell sehen und davon lernen, waren hier, bis auf wenige Ausnahmen, fast nur alte, in die Jahre gekommene Modelle zu sehen! Wohlgemerkt, ich spreche hier von der für mich interessantesten C 2 - Klasse. Dass die Feststellung, immerhin von dem mehrfachen Weltmeister Dirk H. angedeutet, "hier ist nur die B-Auswahl der nauticus - Modelle in der C 2 -Klasse angetreten", weh tun kann, ist verständlich, leider aber auch aus meiner Sicht nicht von der Hand zu weisen. Die Ursachen sind ja bekannt! Da die hier angesprochenen Verhaltensmuster
bei den Schiedsrichtern und Teilnehmern
immer häufiger auftreten, sollte doch für die Zukunft auf eine Vereidigung der
Schiedsrichter und Teilnehmer verzichtet werden. Nicht nur in meinen Augen ist
die Zeremonie inzwischen zur Farce verkommen! Dass nicht jeder Leser des Artikels und
Besucher des C-Weltwettbewerbs mit mir einer Meinung sein wird, ist durchaus
denkbar. Wenn aber Kritik, dann bitte nicht hysterisch, sondern klar und
deutlich mit belegbaren Argumenten. |
||||||||||||||||||||
|
Hans-Jürgen Mottschall |
|
EUROPAMEISTERSCHAFT
NS am 25.-29.08.2000 in Bakov (CZ) |
| Da sich aus finanziellen und vielen anderen Gründen recht wenig „nauticus-Mitglieder“ zur EM anmeldeten, wurde ich auf eigenen Wunsch vom deutschen Dachverband „nauticus“ zur EM nominiert. Eine Nominierung beinhaltet für mich als Verbandsmitglied folgendes: |
|
10 Dollar Bearbeitungsgebühr an den „nauticus auf ein Dollarkonto |
|
des „nauticus“ (hätte 28,- DM Überweisung auf meiner Bank gekostet!!) |
|
30 Dollar Startgebühr (wurde von 10 auf 15 Dollar pro Modell angehoben) |
|
300,- DM für ca. 1 400 Km PKW-Kosten |
| 360,- DM Hotelkosten (bei Anmeldung über den Verband wären es 6 x 55 Dollar) |
| Dazu natürlich das Risiko der Modelltransporte während der An- u. Abfahrt |
Für mich auch eine stolze Summe, wenn man bedenkt, es ist nur Hobby! Besonders ärgerlich ist allerdings, dass neuerdings vom deutschen Dachverband, der weder eine Startgebühr für den Teilnehmer wie vor einigen Jahren üblich, noch sonst etwas regelt, Bearbeitungsgebühren fordert. Die Frage muss erlaubt sein, gehen alle Verbände so mit ihren Mitgliedern um? Trotz einiger unverständlicher Ereignisse beschlossen wir Hamburger, Dirk H., Bernd H. und ich, das Risiko dort einzugehen. Eines möchte ich jedoch klar und deutlich aussprechen. Hätte ich im Vorwege gewusst wie gering die Beteiligung an dieser sog. EM ist, wäre ich nicht dort hingefahren! Rechtzeitig am Donnerstag, den 24.09.00 fuhren wir Hamburger los und trafen nach reibungslosen Grenzüberschreitungen gegen Abend in Babov ein. Bakov ist ein kleiner Ort ca. 20 Km von Prag entfernt. Die Örtlichkeiten kannten wir ja schon von der WM 97. Im Hotel, dass wir ja wohlweislich selbst bestellt hatten, bezogen wir nun unsere Zimmer und konnten ohne Hast zur Registrierung auf das Wettkampfgelände fahren. Die Formalitäten waren sehr schnell und zügig erledigt. Die Besichtigung der Wettkampfstätten brachte wieder genau das zu Tage, was wir ja schon einmal erlebten, keine Tische, um die Modelle an der Startstelle hinzustellen. Keinen Sonnen- bzw. Regenschutz der Modelle. Nicht nur in meinen Augen eine Nichtachtung der bisher erbrachten Modellbauleistung! Im Laufe des Abends trafen wir nun auf alte Freunde, auf die Frage wo ist der und der Bekannte, bekamen wir zu hören; kann nicht kommen zu teuer oder kein Urlaub bekommen. Festzustellen ist einfach, die Gelder für unser Hobby sind nicht mehr im Übermaß vorhanden, geschweige dann der Urlaub. Auch die ehemaligen nationalen Verbände des Ostens leiden unter dieser Geldknappheit. Am Freitag, den 25.09.00 um 10.00 h wurde die I. EM-NAVIGA-NS eröffnet. Was sich ja schon im Vorwege abzeichnete wurde jetzt bestätigt, aus ganzen 6 (sechs) Nationen mit ca. 90 Teilnehmer in 7 NS-Kl. und 2 DS u. NSS Kl. waren mit 115 Starts (einige traten in mehren Kl. an) vertreten. Es war ein doch recht kleiner Haufen, der hier antrat. Die Frage muss ganz einfach sein; wo waren die anderen Nationen wie: Niederlande, Dänemark, Frankreich, England, Italien usw.? Unter einer EM verstehe ich etwas ganz anderes. Angetreten waren die Nationen: BLR, CZ, RU, PL, UKR, und D. Die Frage, wieso der mächtige Dachverband „nauticus“ von den möglichen 35 Seniorenstartmöglichkeiten nur 14 belegte, konnte mir keiner beantworten. Die Hamburger belegten allein in den Kl. schon 6 Startplätze. Offensichtlich sollte man einmal auf Verbandsebene doch den Kontakt zur Basis aufnehmen und nicht nur Funktionäre befragen, die sowieso keine Modelle haben. Hoffentlich ist der Zeitpunkt dazu nicht vielleicht sogar schon verpasst! Das die Juniorenklassen auch im Ostblock nicht mehr besetzt sind, darf jedoch nicht überbewertet werden. Auch hier glänzte unser Dachverband durch Abwesenheit.
Pünktlich zur vorgegebenen Zeit wurden die Startstellen besetzt und die I. EM fing mit den Läufen der Kl. –F 4a – Sen. an. Dirk H., unser einziger deutscher Starter in den – F 4 – Kl. legte auch sofort in gewohnter Manier mit einem 100 Pkt.-Lauf los. Von den 11 Teilnehmern aus 5 Nationen fuhren jetzt noch zwei Teilnehmer jeweils 100 Pkt. Der Anfang war also gemacht! Der 2. Lauf am Sonnabend ergab wieder bei Roman B. und D. H. jeweils 98 Pkt. Im 3. Lauf am Sonntag fuhren die gleichen Wettstreiter wieder jeweils 100 Pkt. Jetzt, aber auch erst nach dem zweiten Stechen, konnte sich Dirk H. endgültig an die Spitze setzen und war damit EUROPAMEISTER! Wir haben uns jedoch gefragt; wo sind eigentlich die übrigen deutschen – F 4 – Fahrer? Hat sich nicht gerade der deutsche Dachverband entgegen besserem Wissen vehement dafür eingesetzt, dass diese Klassen international gefahren werden! Dirk H. wäre als klassischer – F 2 – Fahrer niemals allein wegen dieser Kl. angetreten, es bot sich zufällig an. Danach folgten die Junioren der Kl. – F 4a – auch mit 11 Teilnehmern. Da zwei der Teilnehmer die gleiche Punktzahlen in den Läufen fuhren, musste auch in dieser Kl. durch ein Stechen zwischen Lukasz St. (PL) und Jan U. (CZ) der Sieger ermittelt werden. Es war eine Freude, dem polnischen jugendlichen Sieger bei der Ehrung zu erleben! Zeitgleich zu den Läufen fanden die ersten Bau- und Sichtprüfungen in einigen Kl. statt. Da wir schon neugierig auf den einen oder anderen Werter waren, spionierten wir doch hier ein bisschen, um für den folgenden Tag vorbereitet zu sein. Während die 12 Junioren aus 5 Nationen der Kl. – F 2a – ihren ersten Lauf an der Startstelle 1 fuhren, wurden die Bauprüfungen der Kl. –F 2a – und – F 4b – Senioren vorgenommen. Meine Bauwertung der "MAERSK MASTER“ dauerte ganze 5 Minuten, mit 97 Baupunkten am Ende musste ich zufrieden sein. Ich belegte zwar damit den ersten Platz, befriedigend war diese Wertung auf keinen Fall, sind doch gar in der Einzelwertung von 2 Bauprüfern, von denen ich bisher noch nie ein – F 2 – Schiff gesehen hatte, sage und schreibe nur 95 Baupunkte zusammen gekommen. Dirk H. „BORRE“ erwischte es sogar noch mit einer 92er Wertung. Was allerdings die Bauprüfer bei der Bewertung des Modells „ADMIRAL USCHAKOV“ vom Vadim R. (BLR) wundervolles erkannt haben wollten, wird sicherlich ein ganz großes Geheimnis dieser EM bleiben. Mit 96,67 Baupunkten kam diese Modell doch glatt auf den 3. Platz!!
Die „STÖRTEBECKER“ von Hubert W. mit 90,67 Baupkt. gefolgt von der „MIDGARD III“ von Harry K. mit 90.33 Baupkt., konnten noch zufrieden sein. Was die Fachleute der Jury allerdings mit Bernd H. Schlepper „GARANT“ verzapften, ist nur noch als peinlich zu bezeichnen, ganze 84,67 Baupkt. kamen hier zusammen. Obendrein erklärte man dem armen Bernd sogar noch, er habe seine Originalzeichnung gefälscht und ein Bugstrahlpropeller eingezeichnet. Diese Erkenntnis zog man aus einem beigelegten Foto des Originalschiffes (über 20 Jahre alt) da fehle das Zeichen für diesen Propeller. Es half auch nichts, das ein jugendlicher Teilnehmer mit einem inzwischen käuflichen Plan diesen Bugpropeller nochmals belegte! Hier, sowie in den anderen Kl. kam mehr als deutlich heraus, mehr als die Hälfte der Bauprüfer sind einfach überfordert, um in den Bauklassen eine Wertung vorzunehmen. Dieses Phänomen, international wie national, habe nicht nur ich seit einiger Zeit erkannt. Die Frage muss allerdings sein, wie kann es angehen, dass Bauprüfer eingesetzt werden, die weder jemals selbst ein Schiff in diesen Kl. gebaut haben oder sogar nur einen Baukasten der Klassen – F 4 – halbwegs fertig stellten. Wenn dann allerdings obendrein noch nicht einmal die Regeln wie: Ausführung (50 PKT.), Eindruck (10 PKT.), Umfang der Gesamtarbeit (20 Pkt.) und die Übereinstimmung mit den Bauunterlagen (20 Pkt.), beherrscht werden, kommen diese Ergebnisse ganz normal zustande. Diese erschreckende Erkenntnis bewog mich ja schon dazu, die DM 2000 nicht mehr zu besuchen. Die Bauwertungen sind inzwischen Dank der heutigen Bauprüfer ein reines Lotteriespiel geworden! War es vor einigen Jahren noch so, dass ein evtl. blinder Bauprüfer von den übrigen 4 getragen wurde, ist es heute genau umgekehrt. Leider zeigte sich auch immer mehr bei einigen Experten statt Sachverstand nur übersteigertes Geltungsgefühl. Sollte ich jetzt versehentlich einem guten Bauprüfer weh tun, möchte ich mich selbstverständlich entschuldigen! Ab 13.00 h gingen wir, die Kl. – F 2a – endlich an den Start. Wir 11 Teilnehmer aus drei Nationen fuhren alle ohne Ausnahme keine guten Läufe. Gerade die Startstelle I. war während des gesamten Wettbewerbs durch einfallende Winde behindert. Spätestens im Dockmanöver spielten auch vermeintliche fahrstabile Schiffe verrückt. Ein Trost war allerdings, es hatten alle Starter die gleichen Schwierigkeiten. Hofften wir doch alle den einen oder anderen Punkt durch einigermaßen Fahren herein zu holen, mussten wir am Ende feststellen, auch in den folgenden Durchgängen brachten wir auf dem Wasser nichts zustande. Da D. Hamann einen Fahrfehler weniger fabrizierte, belegte er vor mir den 1. Platz und bekam somit einen weiteren EUROPAMEISTERTITEL. Dazu auch von dieser Stelle noch einmal meinen herzlichen Glückwunsch. Unser großer Pechvogel allerdings in dieser Kl. war B. H.. Im I. Lauf fiel der Sender durch Batteriezusammenbruch aus. In den übrigen Läufen klappte bei dem sonst sehr sicher fahrenden Bernd leider auch nicht allzu viel. Unter dem Strich können, speziell wir Hamburger, jedoch mit dem Abschneiden in dieser Kl. recht zufrieden sein! Rechtzeitig hatte ich meinen – F 2a - Lauf beenden können, so dass ich zur Bauwertung der „ODEN“ in der Kl. – F 2b – kommen konnte. Da wir ja inzwischen auch die übrigen Mitstreiter dieser Kl. kannten, waren wir guter Dinge. Die angetretenen 14 Teilnehmer aus 4 Nationen brachten zum Teil schon bekannte Modelle mit. Meine Bauprüfung betrug auch hier wieder nur 6 Minuten. Jetzt kann man natürlich streiten ob das gut ist oder nicht, ich war auf jeden Fall überhaupt nicht mit meinen 97 Baupunkten für ca. 5 000 Hobbystunden in sechs Jahren aufgewendet, zufrieden! Selbst bei sog. Experten sollte diese Wertung sauer aufstoßen. Aufgrund dieser unmöglichen Schiedsrichterleistung setzte sich bei mir i. L. des Wettbewerbs die Erkenntnis durch, diese inzwischen immer schlimmeren Auswüchse und Selbstdarstellungen der sog. Bauprüferexperten nicht mehr mitzumachen. Mein Modell war fertig gebaut und in allen Details, belegbar. In meiner schon geäußerten Meinung wurde ich auch hier bestätigt. Erlebte ich auch hier wieder, wie ältere Modelle in den Punkten angehoben wurden und nicht vollendete Schiffe bewertet wurden. Das kleine Einmaleins der Bauprüfer wurde auch hier nicht angewandt. Fehlende Schlingerleisten, Ahmings, Plimsollmarken oder Opferanoden, ein unbedingtes Muss an Modellen die hohe Wertungen beanspruchen, fielen ebenso wenig ins Gewicht wie fehlende Hydraulikleitungen, Rettungsbooteinrichtungen! Offensichtlich waren auch hier wieder einige Bauprüfer total überfordert. Peter S. mit seinem russ. Versorger „KIL 926“ belegte vor mir mit 98,67 Baupunkten den 1. Platz. Die „DUILIO“ einem ita. Kreuzer von Arnold Pf. folgte mit 96,33 Baupkt. Hubert Wagner, unser Mannschaftsleiter, folgte mit der „STOLTERA“, ein Seenotkreuzer der ehemaligen DDR bekam noch 89,33 Baupkt. und Peter E. erreichte mit seinem Feuerlöschboot 84,67 Baupkt. Auch hier mussten die Fahrpunkte entscheiden.
Am Sonntagmorgen fuhr dann diese Kl. ihren ersten Lauf. Dank des starken Windes schaffte keiner außer H. Wagner, der auch noch als letzter fuhr 100 Fahrpkt. Alle sog. Profis versiebten ihren 1. Lauf. Der 2. Lauf am Montagmorgen brachte endlich für P. Sager mit 100 Fahrpkt. und A. Pf. mit 98 Pkt., den ersehnten Vorsprung, Ich bekam meine „ODEN“ offensichtlich nicht in den Griff und fuhr wieder nur 89 Pkt. Der 3. Lauf am Nachmittag auf der Startstelle 2 brachte wieder nichts ein. Hier, während meines Laufes, beschloß ich auch endgültig an weiteren Veralberungen auf den Wettbewerben, nicht mehr meine kostbare Zeit und Geld zu verschwenden! Nicht ein einziger 100er Lauf wurde gefahren. Am Ende des Durchgangs stand Peter S. als EUROPAMEISTER fest. A. Pfeifer folgte auf dem 2. Pl. und Alexandr M. (RU) erreichte noch die Bronzemedaille. H. W. belegte den undankbaren 4. Pl.. Meine „ODEN“ folgte auf Platz 5. ich glaube, das ist meine schlechteste Platzierung auf einem int. Wettbewerb. Das ist unter Wettbewerbsbedingungen (schlechtes Fahren) durchaus einmal möglich, zumal es ja noch schlimmer hätte kommen können!
Die Kl. – F 2c – mit 9 Teilnehmern, wurde durch Peter S. mit seiner „SCHARNHORST“ klar beherrscht. Belegte er doch mit über 7 Baupunkten Vorsprung einen sicheren 1. Platz. Selbst einige Patzer beim Fahren konnten ihn nicht gefährden. Schon nach den beiden ersten Läufen stand er als EUROPAMEISTER fest. Ab 3. Pl. wurde eigentlich noch richtig um die Platzierungen gekämpft. Alexander K. (BLR) belegte Pl. 2. und Kostyantin T. folgte auf Pl. 3.
In der Kl. – F 4b – bekam Dirk H. Dank seiner besseren Bauwertung und den ersten beiden 100er Läufen den 3. EUROPAMEISTERTITEL. Mit insgesamt 3 Titeln war er auch somit der erfolgreichste Teilnehmer dieser EM. Das wir Hamburger darauf besonders stolz sind, brauche ich ja wohl nicht extra betonen! Leider war D. Hamann auch hier wieder der einzige deutsche Teilnehmer. In dieser Kl. waren vorzugsweise mehr Plastikmodelle als herkömmlich gebaute Modellschiffe zu sehen. Von den 10 angetretenen Teilnehmern aus vier Nationen, waren 6 Plastikbausätze. Diesen Wettbewerb nutzten wir Hamburger auch, um einige Gespräche mit unserem Vizepräsidenten Herbert K. zu führen. Frage zu den neuen Regeln, von denen wir ja vage etwas hörten, waren das Thema. Hier bekamen wir dann zu hören,; es wurden schon neue Regeln verabschiedet, die jetzt in nächster Zeit eingeführt werden sollen. Auf unsere Frage; wer hat denn diese neuen Regeln gefordert, bekamen wir zu hören; die TK-Leute des „nauticus“ hätten sich umgehört. Da wir uns auf dieser EM im Vorwege bei den Teilnehmern erkundigt hatten und zu hören bekamen, dass keiner eine Regeländerung wollte, fragten wir noch einmal nach. Es gab keine befriedigende Antwort! Leider ist ja auch zwischenzeitlich ein Umfragebogen von Dirk H. von aktive Modellbauern und Wettbewerbsteilnehmern beantwortet, von den „nauticus-Funktionären“ zu den Akten gelegt worden, angeblich gab es eine neuere Umfrage mit besseren Ergebnissen! Leider wusste von den Aktiven keiner etwas davon. Da ganz offensichtlich an den wenigen Aktiven (zu den teuren WMs und EM. fahrenden Teilnehmern) vorbei wieder mal neue Regeln geschaffen wurden, beschloss ich endgültig, da ich auch in keiner Weise masochistisch veranlagt bin, diese Veralberung einfach nicht mehr mitzumachen! Was mich zur Weißglut treibt sind immer wieder Menschen, die ihr Ehrenamt missbrauchen, weil sie nur Funktionäre um ihrer selbst willen sein wollen. Die eitel, unkritisch und ohne vernünftige Ideen dem eigentlichen alles selbstzahlenden Modellbauer / Wettbewerbsteilnehmer, durch einfältige Regeländerungen die Freude am Modellbau vermiesen! Da ich aufgrund meiner Aktivitäten keine Gelegenheit hatte, der 1 (einen) – F 6 – Mannschaft und bei den 4 (vier) – F 7 – Leuten anwesend zu sein, kann ich leider nichts zu diesen Kl. sagen. Die Party am Sonnabend fing zwar etwas zögerlich an, hatte dann jedoch einen längeren Abend bzw. frühen Morgen für einige Teilnehmer. Solche Abende sind ideal um Kontakte neu zu festigen bzw. neu zu knüpfen. Das hier sogar die Getränke kostenlos waren, übte sicherlich für den einen oder anderen Teilnehmer seinen Reiz aus. Wir, die wir ins Hotel fahren mussten, brachen gegen Mitternacht auf, zumal wir ja auch einen klaren Kopf für die anstehenden Läufe haben wollten. Diese Einlage war eine tolle Idee des Veranstalters. Am Sonntag gegen 21.00 h fand eine Nachtregatta statt, waren sonst die Startstellen nur mit wenigen Besuchern belagert, kamen hier doch etliche Neugierige mehr. Es war schon spannend zu sehen, wie die beleuchteten Modellschiffe den mit aufgesteckten Lichtern versehenen Bojenkurs bewältigten. Einen besonderen Eindruck hinterließen auf jeden Fall die Dampfschiffe die gerade bei den Lichtverhältnissen eine Show für sich boten! Hier verspürte jeder Besucher und Teilnehmer echte Atmosphäre! Eine Einlage die nachahmenswert ist. Durch die wenigen Teilnehmer konnten die Wettkämpfe schon am Montag beendet werden. Die Siegerehrung fand am Dienstag ab 08.30 h statt. Es war trotz manchem Ärger über die Bauprüfung und an den Startstellen doch eine ruhige Veranstaltung mit einer würdigen Siegerehrung. Allen Teilnehmern wünsche ich hier noch einmal alles Gute für die Zukunft! Da dieses mein letzter sog. Wettbewerb als Modellbauer war, werde ich, so leid es mir tut, den einen oder anderen guten Freund oder Bekannten nicht mehr sehen. Das musste ich leider auch dem Vertreter der NAVIGA Jerzy L. bei seiner Einladung für mich zur nächsten Weltmeisterschaft 2001 in Ilawa (Polen) sagen! Das mir dieser Entschluss nicht leicht viel, kann hoffe ich jeder aktive Modellbauer nachvollziehen! Im Lauf der Zeit haben sich doch einige Freundschaften entwickelt, die hoffentlich weiterhin bestand haben. Sicherlich wird dieser Bericht nicht allen Lesern gefallen, ich möchte aber betonen, es wurden Tatsachen und Fakten aufgezählt, die jederzeit von den vor Ort gewesenen Teilnehmern bestätigt werden können. |
||||||||||||||||||||||
|
H.-Jürgen Mottschall |
||||||||||||||||||||||
|
XI.
NS.-Weltmeisterschaft vom 26.08. -1.09.99 in Halle (Saale) |
||||||||||||||||
|
Kurzfristig,
wegen Ausfall des Schweizer Verbandes (Stadt Sion), musste die NAVIGA reagieren
und konnte dem sich bewerbenden Deutschen Dachverband „nauticus“ den
Zuschlag zu dieser WM-NS übertragen. Da der „nauticus“ sowieso das 40-jährige
Jubiläum feierte, bot sich diese Veranstaltung geradezu an.
Als
wir das erste Mal von Halle hörten, erinnerte sich doch der eine oder andere,
der an der DM-1994 in Merseburg teilgenommen hatte, an die schlechte
Organisation bzw. den Verlauf. Hier möchte ich jedoch im Vorwege sagen: Es hat hervorragend
in der Organisation geklappt, alle nötigen Informationen kamen
rechtzeitig an. Rechtzeitig
am 25.08. fuhr ich in einer guten 5 Stundenfahrt nach Halle, bezog im Hotel
„Eigen“ mein Zimmer und hatte nun viel Zeit, die Wettkampfanlagen zu
inspizieren. Auf dem Gelände traf ich schon erste Teilnehmer und einige fleißige
„Bienen“, die den Startanlagen den letzten Schliff gaben. Insgesamt drei
Startstellen waren vorbereitet, die, und das sahen wir sofort, bei ungünstigen
Winden problematisch werden konnten. Im Verlaufe des Wettbewerbs mussten die
Teilnehmer diese Winde und dadurch für die kleinen Modelle extrem großen
Wellen erleben. Leider gab es auf dieser WM einige Modelluntergänge, die und
das sollte auch nicht verschwiegen werden, durch Schiffs-
und modellbauliche Fehler
verursacht wurden.
Am
Donnerstag den 26.08. erfolgte die Registrierung der Modelle. Da hier der
gesamte Tag zur Verfügung stand, zog sich natürlich das ganze in die Länge.
Ich denke auch, dass aufgrund vergangener WM’s endlich auch eine Senderüberprüfung
vorgenommen wurde. Bei diesen Überprüfungen kamen auch tatsächlich Anlagen
zum Vorschein, die erhebliche Streuungen oder ganz andere Quarze eingebaut
hatten. Die eigentliche Registrierung ging innerhalb von Minuten zügig
vonstatten. Bei der Registrierung stellte sich dann auch unser Mannschaftsleiter
Herr Erich W. (Gruppengeschäftsführer WEST) vor.
Nach
einer kurzen und knappen Eröffnungszeremonie, bei der ich allerdings den Eid
der Schiedsrichter und der Teilnehmer vermisste, begann die Weltmeisterschaft
sofort mit den Bauwertungen in der Kl. – F2a / F 4b - und der Fahrwettbewerb
der Kl. –F 4a -.
Die
Bauwertung in meiner Kl. – F2a – brachte keine allzu großen Überraschungen.
D. H. belegte mit 99,33 vor mir mit 97,67 Baupkt. den ersten Platz. Grundsätzlich
muss ich jedoch sagen: Aus der Sicht jedes einzelnen Betroffenen wird es immer
wieder Bedenken oder Neid gegen vermeintlich zu hohe Baupkt. oder gar
Benachteiligungen geben. Persönlich würde ich mir wünschen, dass nur Bauprüfer
eingesetzt werden, die selbst schon einmal in diesen Klassen gebaut haben. Wie
sonst sollte er ermessen können, wie schwer oder gar fast unmöglich es ist,
das eine oder andere Bauteil zu fertigen. Nach der Bauprüfung konnte also am
Sonnabend endlich der erste Lauf für uns beginnen. Hatten
wir in den ersten Tagen noch ruhiges Wetter, sprich glattes Wasser an den
Startstellen gehabt, zeigte sich jetzt ein für unsere Modellschiffchen geradezu
gewaltiger Wellengang. Leider bekam jetzt doch manches Modell erhebliche
Schwierigkeiten auf dem Wasser. Meine "MÆRSK
MASTER" kam mit ca. 1,5 l.
Wasser im Schiff noch gerade zu Steg, wo dann kurz vor dem Eindocken durch
Ausfall der Elektronik mein gesamtes Dockmanöver (10 Pkt.) missglückte. Ein
einziges Schiff fuhr im ersten Durchgang volle 100 Pkt. Allein an diesem Tage
hatten wir schon drei Schiffsuntergänge! Da wir immer optimistisch sind
hakten wir diesen Wettbewerbstag schnell ab! Alle übrigen Klassen hatten die
gleichen Schwierigkeiten bei ihren Läufen. Für mich hieß es vor allen Dingen,
mein Schiff trocken zu legen. Meine gesamte Elektronik musste
auseinander genommen, mit dem Föhn getrocknet und wieder zusammengesetzt werden.
Dadurch, dass ich die Elektronikplatinen mit einem Schutzlack überzogen habe,
kann, wenn ich sofort mit dem Trocknen beginne, kein größerer Schaden
auftreten.
Am
Sonnabend gab es ein gutes und reichhaltiges Festbankett. Gab es in der
Vergangenheit oft zu wenig zu
Essen, möchte ich hier darauf hinweisen, es war reichlich, wobei noch gesagt
werden muss, es flossen sogar einige Liter
Freibier.
Das
Besondere des Banketts ist, sich entspannter unterhalten zu können und vor
allen Dingen neue Freundschaften zu gewinnen bzw. alte zu festigen. Persönlich
denke ich nicht sosehr an das eigentliche Fahren einer Meisterschaft, sondern
mehr an Erfahrungsaustausch bzw. kennen lernen anderer Menschen. Um 1.00 h räumte
ich das Feld um am nächsten Tag wieder einen klaren Kopf zu haben.
Am
Sonntag fuhren wir mit der Straßenbahn in die Stadt um uns auf der Ziegelwiese
die dortigen Festlichkeiten anlässlich des traditionellen Laternenfestes in
Halle sowie das Modellschaufahren anzusehen. Wir hatten einen herrlichen
Sonntag mit recht viel Spaß, wobei wir auch nicht vergaßen mit der Bimmelbahn
eine ca. zehnminütigen Fahrt zu genießen.
Ein
großes Unverständnis war allerdings, warum wir am Sonntag nicht an den
Startstellen mit den Schiffsmodellen üben durften. Etliche Besucher waren extra
von weit angereist um letztendlich vor leeren Wasserflächen zu stehen. Wieso
darf denn nicht nach Beendigung der Wettkämpfe oder wie in diesem Fall, einem
wettkampffreien Tag, das Schiff ausprobiert bzw. geübt werden. Der Besucher und
die übrigen Teilnehmer hätten mit Sicherheit noch mehr Spaß am Hobby. Zählen
doch gerade diese Gespräche für den Modellbauer
zu den effektivsten und wertvollsten. Ich denke, diese antiquierten Regeln
sollten sich mit gesundem Menschenverstand leicht von selbst erledigen. Vor
allen Dingen wird auch kein Funktionär gezwungen mit Disqualifikationen zu
drohen! Wie schnell Mitarbeiter, ob zu Recht oder Unrecht, disqualifiziert
werden können hat ein Mitarbeiter an der –F2-Startstelle erlebt. Leider, wie
er uns versicherte ohne ihn überhaupt angehört zu haben! Irgendwie
ist mir jedoch die Verfahrensweise bekannt. Uns, den Teilnehmern dieser
Startstelle fiel allerdings auch auf, dass sehr häufig von dem gesperrten
Herrn, Entscheidungen die vom Startstellenleiter getroffen wurden, durch
Nichtbeherrschung der Regeln in Frage gestellt wurden.
Ein Erlebnis der besonderen Art hatte ich allerdings auch.
Als ich morgens, Als Starthelfer in dieser Klasse, bewaffnet mit Foto- und Filmkamera,
an der Startstelle innerhalb der Absperrung stand, kam der Herr D.
(D) (Vertreter der NAVIGA) zu mir und bat mich den Bereich zu verlassen. Auch
der Hinweis, ich bin hier Starthelfer half nicht! Da ich
keine Diskussion mit diesem ach so kleingeistigen, überforderten Funktionär haben wollte, ging ich nur noch kopfschüttelnd weg. Jahrelang
haben wir uns auf den Startstellen gegenseitig unterstützt oder auch oft nur
Mut zugesprochen, neuerdings soll es eine Regel geben die dieses verbietet, Hut
ab vor so viel Aktionismus! Im Laufe der Jahre habe ich so etwas noch nicht
erlebt, solch ein Ansinnen könnte ja in den FSR-Klassen mal ausprobiert werden! Am Montag konnte nun endlich der zweite Lauf in unserer Kl. stattfinden. Endlich hatten wir das Wasser, spiegelblank und keine Strömung im Dock. Sofort wurden auch die 100-er Läufe gefahren, ich allerdings schaffte nur 94 Fahrpkt. Am Ende dieses zweiten Laufes zeigte sich noch immer keine klare Platzierung ab.
Der
dritte Lauf wurde vom Dienstag aufgrund der Wind- und Wellensituation an der
Während
des Wettbewerbs setzten wir –F2- Fahrer uns einmal zusammen, um einmal zu
erfahren, ob die schon geltenden und neu auf zu kommenden Regeln überhaupt von
uns gewünscht wurden. Leider ist dieses Treffen von unseren verantwortlichen
Funktionären offensichtlich mit großem Unverständnis und noch weniger
Sachverstand aufgefasst worden. Das Treffen hatte uns das Ergebnis gebracht, die
Mehrheit der F2-Mannschaft wollen nicht diese neuen Regeln und stellt die Frage
warum werden Regeln gegen und
nicht für den Modellbauer,
wenn überhaupt nötig, gemacht. Wenn hier nicht bald ein Umdenken bei
unseren Fachleuten (TK-Mitglieder)
beginnt, brauchen sie bald aus Mangel an Teilnehmern keine neuen Regeln. Unseren
nauticus-Fachleuten möchte ich nur ins Buch schreiben; Der nauticus hat durch
die erfolgreichen Teilnehmer der WM
das hohe Ansehen und nicht durch Funktionäre
gewonnen. Wir werden jedenfalls in den nächsten Wochen bestimmte Regeländerungen
fordern!
Da ich durch private Probleme recht früh abreisen wollte, meldete ich mich im Büro ab, verabschiedete mich noch schnell von einigen Teilnehmern/Mitstreitern und fuhr Richtung Heimat. Leider brauchte ich auch für die Rückfahrt wieder mehr als fünf Stunden.
Von
meiner Seite ein herzliches DANKESCHÖN an alle, die an diesem Wettbewerb
mitgewirkt haben! |
||||||||||||||||
|
H-Jürgen
Mottschall |
|
-
X. Motoren-WM in Bakov 21.-25.08.97 - |
|
Als
vor vielen Monaten der Ausrichter der X. WM 1997 bekannt wurde, haben wir, die
den Ort von int. Freundschaftswettbewerb 1996 her kannten, uns gefreut. Auf
diesen bisherigen Freundschaftswettbewerben hat die Organisation ja auch fast
immer geklappt. Ca. 5 Wochen vor Beginn der WM wurde nicht nur ich so langsam unruhig, immerhin hatten wir weder eine Bestätigung der WM noch irgend welche andere Informationen. Ein Anruf in Dänemark und Holland brachte etwas Licht in das Geschehen. Beide Länder hatten 16 Seiten Infos mit dem gesamten Ablauf des Wettbewerbs, Teilnehmerzahlen der Klassen, Rahmenprogramm, und selbstverständlich auch die Anmeldebestätigung des Teilnehmers. Fragen an den zuständigen Vizepräsidenten des nauticus wurden dahingehend beantwortet; die Unterlagen sind eingetroffen und werden entsprechend kopiert und dann verschickt. Da ich bis ca. 2 Wochen vor Beginn der WM immer noch keine Unterlagen bekam, ließ ich mir diese aus Dänemark schicken, kopierte sie und verschickte sie im entsprechendem Kollegenkreis. Hatte ich bis zum Schluss noch geglaubt, dass es wie zur WM 1995, wieder nur Hamburger Teilnehmer betrifft, mussten wir nun erfahren, dass keiner der Teilnehmer eine Info. bekam. Selbst der nauticus - Mannschaftsführer der X. WM fuhr ohne Unterlagen nach Bakov. Böse ist, wer böses dabei denkt! In Bakov kam dann auch heraus, die Unterlagen waren an die nauticus - Kassiererin E. D. geschickt worden. Da diese mit den Unterlagen nichts anfangen konnte, heftete sie die Unterlagen ab !!! Hier muss ich jetzt als Vereinsvorsitzender des SMC-Hamburg fragen; wie soll ich im Verein den Mitgliedern erzählen und weismachen wir brauchen den nauticus. Geht man so im Verband mit seinen Mitgliedern um, die sowieso schon alles aus eigener Tasche bezahlen? 2 unserer Vereinsmitglieder die an der WM 97 teilgenommen haben, treten jedenfalls zum Jahresende aus dem Verband nauticus aus. Offensichtlich wird im Verband mehr Zeit für Kulissenspiele aufgebracht als für die eigentliche Arbeit.
Am
20.08.97 um 05,45 h begann dann das
Abenteuer WM 97. Unsere Fahrt ging an Berlin vorbei Richtung Dresden, Cottbus,
Hoyerswarda, Bautzen, Grenzübergang Varnsdorf und dann nach Bakov. Am Grenzübergang
mussten wir eine vereinfachte Nämlichkeitsbescheinigung beim deutschen Zoll
ausfüllen, erst dann ließ uns der - CZ-Zoll - einfahren. Nach ca. 8 Std. und
620 gefahrenen Km trafen wir endlich auf dem Austragungsgelände
ein. Dachten wir, jetzt klappt alles wie gewohnt von den bisherigen
Wettbewerben, sahen wir uns gewaltig getäuscht. Hier war ein heilloses
Durcheinander ! Ein kleiner Tisch mit vielen Unterlagen, 2 Mann, die
wahrscheinlich zum 1. Mal solch eine wichtige Arbeit machen wollten und das dann
alles noch unter freiem Himmel in glühender Sonne. Meinen, von mir korrekt
angemeldeten Fernsteuerungsquarz akzeptierte man dann glücklicherweise, nachdem
ich darauf hinwies, dass ich keinerlei Bestätigung meiner Anmeldung besaß. Unsere Modelle, immerhin auch ein Großmodell - S.A. VAN DER STEL - von 165 cm Länge, hofften wir, wie in den entsprechenden Unterlagen versprochen, in das bereitgestellte und bewachte Zelt unterzubringen. Nachdem wir unser Hotel in Hradriste ca. 6 Km vom Gelände entfernt bezogen hatten, fuhren wir noch einmal zurück. Hier mussten wir erfahren, dass die Bewachung nicht gewährleistet ist. Auf meine Frage an die Organisation bekam ich immer wieder zu hören es wird bewacht. Kurz entschlossen nahmen wir dann um 22,00 h unsere kleineren Modelle mit ins Hotel. Kurioserweise behinderte uns keine Wache oder sonst wer beim Abtransport der Schiffe. Mein Großmodell ließ ich bis zum anderen Morgen dort stehen. Ich hatte eine sehr unruhige Nacht verbracht und nahm dann für die restlichen Tage das Modell mit ins Hotel.
Am
21.08. um 08,00 h begann der eigentliche Wettbewerb und zwar noch vor der
offiziellen Eröffnung der X. WM mit den Bauprüfungen der Kl. -F 2a /F 2b /F 4b
Jun.-. Hier waren doch kleine Wunderwerke zu sehen, allerdings muss die Frage
erlaubt sein; alles selbst gebaut? Ein ewig leidiges Thema, ein nicht leichtes
Amt für die Bauprüfer. In der - F 2a - belegten unsere 3 Teilnehmer immerhin
mit guten 80 Baupkt. beachtliche vordere Plätze. Hier gelangte Christian
W. durch einen 100 Pkt. - Lauf am Ende sogar auf dem 5 Platz. In der Kl. - F
2b - belegte Sebastian U. mit seiner STOLTERA mit 87,67 Bau- und 92 Fahrpkt.
am Ende sogar den 1.Platz. Mathias E. folgte auf dem 2. und Christian
W. rundete mit dem undankbaren 4. Platz das gute Bild aus unserer Sicht
ab. Robert G. mit seinem Schlepper kam dank seines 100 Pkt-Laufes noch auf
den Platz des Vizeweltmeisters während Stefan W. auf 5. und Ingolf W.
den 7. Platz errangen. Ein toller Erfolg unseres Nachwuchses, von hier noch
einmal - HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH - ! Um
12,00 wurde die offizielle X. WM 97 eröffnet. In 4 Sprachen zog sich natürlich
die ganze Show fast 2 Stunden hin. Mir taten nur die angetretenen Mannschaften
leid, die in sengender Sonne das Prozedere über sich ergehen lassen mussten.
Nach den Eidschwüren der Schiedsrichter und der Teilnehmer konnte nun endlich
die eigentliche WM beginnen. Ab 14,00 h erfolgte die Bauwertung der Kl. -F 4b - F 2c - in den Großzelten. Dass diese Kl. schon aufgrund ihrer Teilnehmerzahl von 18 Modellen nicht einfach werden würde, habe ich im Vorwege geahnt. Als dann aber das eine oder andere Modell ausgepackt war, habe ich mich gefragt wo ich wohl mit meiner immerhin 19 Jahre alten „S.A. VAN DER STEL „ stehen würde. Hatte ich doch dieses Modell aufgrund eines freien Platzes der deutschen Mannschaft in dieser Klasse nachmelden dürfen. Sehr schnell war zu erkennen, dass das chinesische Modell „XIANG YANG HONG N 10“ zumindest in der Bauwertung (99 Pkt.) nicht zu übertrumpfen war. Dieses Modell, ein Forschungsschiff im Maßstab 1:100 wurde in nur 3-jähriger Bauzeit vom 23-jährigen Studenten Zhiyong Z. erbaut. Das besondere auch an diesem Modell, das gesamte Schiff ist aus Weißblech gelötet. Vor dieser Arbeit kann ich nur den Hut ziehen, egal wie es entstanden ist! Peter S. mit seiner „Scharnhorst“ - 1:150 - folgte mit 97 Baupkt. Dann kam die große Überraschung für mich 95,33 Baupkt bekam mein Modell zusammen mit dem dänischen Kollegen Bo Morton S. für den russ. Raketenzerstörer „Osmotritelny“ -1:100-. Die „Scharnhorst“ ist ja vielen Modellbaufreunden bekannt, war P. S. doch Titelverteidiger in dieser Kl. - F 2c -. Während der Zerstörer bei uns in Hamburg zum Maiwettbewerb zuerst angetreten war. Dieses Schiff ist aus Polyester und verschiedenen Metallen gebaut. Die Baukommission dieser Klassen machte uns während der Prüfung das Leben recht schwer, sahen sie doch Dinge, die sie lieber nicht hätten sehen sollen. Persönlich hatte ich den Eindruck, hier waren Fachleute am Werk. Das jeder einen anderen Standpunkt hat und statt graue lieber bunte Schiffe mag, kann mit großer Sicherheit jeder auch bei sich selbst feststellen. In diesem großen Feld waren jetzt noch die „Richelieu“ (1:150) vom 2fachen Weltmeister Alexandre E. (UKR), die „HMS Rodney“ (1:133) von Jiri S. und die „Song of Norway“ 1:100 von Josef S. beide (CZ) vertreten. Die beigefügten Listen sprechen eine deutliche Sprache. Nachdem die Wertungen durch waren, konnte das große Warten anfangen, ist doch auf dieser WM der von der TK-Modell (Deutschland) in Rotterdam 1996 eingebrachte Vorschlag; erst nach Beendigung des 3. Laufes die Baupkt. bekannt zu geben, angewendet worden. Es war also Spannung angesagt zumal jeder weiß, wie gutmütig gerade diese großen Modelle auf dem Wasser bzw. im Dockmanöver zu handhaben sind.
Etwas
störend wirkte das Filmen und Fotografieren einer Vertriebsgesellschaft während
der Bauprüfung. Es bedurfte eines
energischen Aufrufs des niederländischen Bauprüfers, bis hier etwas mehr Ruhe
eintrat. Hamburger
Mitglied Stefan S. mit einer Bauwertung von 89,67 Pkt. für den
Containerfrachter „Este Submerger II“ 1:100 gleich den 1. Platz. Nach den
Aussagen der betroffenen Kollegen, waren sie
in Ihrer Kl. nicht mit den Wertungen einverstanden, hatten doch Tamya -
Plastic Bausätze zu hohe Baupunkte bekommen. Unsere übrigen deutschen
Teilnehmer kamen auch hier auf ganz achtbare Ergebnisse. Der Stefan konnte mit
seinem 95-er Lauf und 1,67 Pkt. Vorsprung den ersten Platz belegen. Diese Kl.
wurde ja bekanntlich das erste Mal auf einer WM ausgefahren, immerhin kamen hier
16 Teilnehmer zusammen. Wir dürfen gespannt sein, wie sich diese Kl.
entwickelt. Ab
17,00 h folgte die Dampfbootsichtung, eine Kl. die seit Wendlingen 93 eingeführt
werden sollte. Hier musste ein Dampfteilnehmer aus Österreich den sog.
Fachleuten der Prüfkommission erst einmal erklären, worauf sie unbedingt
achten müssten. Als nach der Wertung Unterschiede von über 40 Pkt. Für das
gleiche Modell auftraten, legte die Mannschaft aus Österreich Protest ein und
trat nicht mehr zu den letzten Läufen an. Sie waren so sauer, dass sie noch
nicht einmal zur Siegerehrung erschienen. Der zuständige Dampffachmann der
NAVIGA hatte offensichtlich vergessen, sein ganzes Fachwissen zu vermitteln. Ab
15,30 h wurden auf den Startstellen
1-3 die ersten Läufe ausgefahren. Hier zeigten doch alle ganz große Nerven,
sodass am Ende nur ganz wenige schon einen ruhigen Abend genießen konnten.
Bekanntlich wird ja immer erst am Ende eines Wettbewerbs abgerechnet. Der Freitag sollte jetzt auch endlich für die Kl. - F 2a - die Entscheidung in der Bauwertung bringen. Hier waren immerhin wieder 21 Teilnehmer angetreten. Werner T. aus Oberhausen brachte ein ganz neues Modell die „ZIRFAEA“ 1:75 an. Ein Modell auf das ich schon lange gespannt war, hatte ich doch zwischendurch schon einzelne Bauteile des Schiffes gesehen. Das Modell ist der Nachbau eines niederländischen Vermessungs- und Forschungsschiffes. Vor dieser Leistung des Modellbauers kann ich nur meinen Hut ziehen. Allein die Farbgebung ist schon eine Klasse für sich und von daher war eine 98 Baupkt.-Wertung nur gerecht. Klaus P. mit seiner „Midgard I. 1:33,3 hing mir wieder wie auf der DM 98, dieses mal sogar Punktgleich mit 99 Baupkt., im Nacken, wie dicht, haben wir bekanntlich ja erst nach den 3 Läufen mitgekriegt. Das Panzerschiff „Admiral Ushakov vom Russen Mikhail M. sowie der Fischkutter „Shilyte“ des Russen Souleiman S. und die „Stoltera“ aus der CZ von Miroslav S. folgten mit gut 90 Pkt. Meine „Maersk Master“ 1:100 konnte sich zwar sehen lassen, aber man weiß nie, ob die Bauprüfer auch meinen Schwierigkeitsgrad erkennen würden. Vom Gefühl sagte ich mir immer wieder es wird wohl sehr eng werden. Auch in dieser Bauprüfung konnte ich wieder bei der Kommission viel Fachwissen feststellen. Nach der Wertung konnten speziell wir nauticus-Teilnehmer wohl hoch zufrieden sein. Bernd H. mit dem Schlepper „Garant“ 1:50 aus Hamburg und H-Jürgen B. mit dem „Garant“ 1:100 aus Hannover-Misburg, belegten sehr gute Plätze im Mittelfeld.
Endlich,
um 14,30 h, konnten wir von der Kl. - F 2a - an den Start gehen. Wie es sich gehört,
durfte der kleinste Teilnehmer, H-Jürgen B. aus Harsum mit dem Schlepper
“Garant“ loslegen. Hatten wir im Vorfeld des Laufbeginns noch auf einen
sicheren 100-er Lauf gehofft, wurden wir aufgrund der Lichtverhältnisse schnell
eines anderen belehrt. 93 Fahrp. waren nur erreicht, so ging es allen
Teilnehmern. Das beste Ergebnis waren an diesem Tage tatsächlich nur 98 Fahrp.
Bernd H. sonst auch ein
sicherer Fahrer, patzte prompt im Dock. Ich selbst fuhr oben einmal vorbei und
patzte auch im Dock. Werner T. und Klaus P. versiebten genauso ihre Läufe,
wobei zur Ehrenrettung allerdings gesagt werden muss, dass W. T., V.
Klepikov und ich in allen Läufen permanente Störungen hatten. Wie sich 2 Tage
später herausstellte waren auf den Kanälen 81-90 Militärfunkgeräte mit
Leistungen von bis zu 30 Watt als ständige Träger auf unseren Kanälen. 2
unserer Teilnehmer haben sich
selbst davon überzeugt und nach schärferem Nachfragen zur Antwort bekommen;
wir wissen das, können aber nichts dagegen unternehmen, da dass Militär das
Sagen hat. Tausend Entschuldigungen folgten. Eine Frage muss erlaubt sein; wieso
hat man uns nicht gewarnt. Meine "MÆRSK MASTER" hatte mir Fahrfiguren
vorgelegt, die ich bis dahin noch nicht kannte. Werner T. auf Kanal 52
wurde von den Dampfmaschinenexperten der
Startstelle 4, die ja bekanntlich sehr lange vorheizen müssen, gestört. Das
interessierte allerdings auch keinen Menschen. Michael D., der mit einem Skanner die Frequenzen überwachte,
stellte auch bei mir in einem - F 2c - Lauf einen Träger fest, obwohl der
Startstellenleiter die Frequenzüberwachung abgefragt hatte. Hier konnten wir
zum Glück noch reagieren. Die jeweiligen Startstellenleiter waren sehr gut und
konnten nichts dafür ! Die Fahrleistungen in der Kl. - F 2a - wurden auch in den folgenden 2 Läufen nicht besser. Unsere Konkurrenz hatte schon so ein heimliches freuen in den Augen, hatten sie doch schon einige bessere Läufe hingelegt. Es kam wie es kommen musste, im 2. und 3. Lauf fuhren wir sog. Favoriten bessere Fahrpunkte und belegten am Ende in der Reihenfolge die Plätze 1. H-J. Mottschall mit dem Bohrinselversorger "MAERSK MASTER“ 2. W. T. mit der „ZIRFAEA“ und 3. K. P. mit dem Schlepper „MIDGARD I.“. Da wir erst mit dem Aushang am Abend unsere Baupunktergebnisse erfuhren, war also für Spannung gesorgt. Auch hier zeigte sich wieder einmal, am Ende eines Wettbewerbs werden im wahrsten Sinne des Wortes die Punkte zusammengezählt ! Im Nachhinein kann ich von meinem Lauf nur sagen; obwohl ich wieder extreme Funkstörungen während meines Laufes hatte, war endlich auch das Quäntchen Glück auf meiner Seite um trotzdem meinen Siegeslauf hinzulegen. Für mich unvorstellbar wenn ich aufgrund der dauernden Störungen verloren hätte. Am Freitag um 17,00 h konnte auch endlich auf der Startstelle 1 die Kl. - F 2c - mit ihren Läufen beginnen. Auch in dieser Klasse waren nicht sehr große Fahrergebnisse zustande gekommen. Zwar laufen die sog. Dickschiffe besser über den Parcours, müssen aber aufgrund ihrer großen Radien und der längeren Reaktionsfähigkeit genauer gefahren werden. Der chinesische Wettkämpfer Z. Z. mit seinem Forschungsschiff „XIANG YANG HONG N. 10“ zeigte uns gleich im 1. Lauf wer Herr im Hause ist und fuhr 100 Pkt. Ein Lauf der nicht besser und exakter gefahren werden kann. Um es vorweg zu sagen, auch der 2. Lauf wurde mit der gleichen Perfektion absolviert. Mein 1. Lauf brachte mit der „S.A. VAN DER STEL“ zwar 92 Fahrp. ein, war für mich jedoch nur ein Übungslauf da ich dieses Schiff schon seit 11 Jahren nicht mehr gefahren habe. Gespannt war ich auf P. S. der doch ein sicherer Fahrer ist aber auch hier kam nichts zustande, genau so wenig wie bei meiner Meinung nach die nächsten Mitstreiter. Da ich im 2. Lauf endlich meine 100 Fahrp. erreichte, P. S. sich nicht verbessern konnte, musste, da unser dän. Modellbauer im 3. Lauf auch 100 Fahrp. erreichte, ein Stechen um den 2. und 3. Platz herhalten. Beim Losen um die Reihenfolge, durfte ich als 1. fahren. Legte sofort 98 Pkt. vor und konnte, da Morton S. nur 94 Pkt. erreichte, nicht mehr vom 2. Platz dieser WM verdrängt werden. Für mich, der ja nur nachgemeldet war und mit einem 19 Jahre altem Modell antrat, vielleicht ein größerer Erfolg als der der Kl. - F 2a -.
Die Kl. - F 2b - mit 23 Teilnehmern hatte wieder ein besonders starkes Feld, wobei der chinesische Teilnehmer Jiefeng L. ( 22 Jahre alt und Student) mit seinem Forschungs- und Bergungsschiff „HU JIU LAO 3 HAO“ für jeden klar erkennbar, einfach nicht zu schlagen war. Gleich der 1. Lauf mit 100 Fahrp. sowie 99,33 Baup. brachten den unbestrittenen Sieger dieser Klasse hervor. Werner T. mit seiner „MELLUM“ konnte zwar eine beachtliche Bauwertung von 98,67 Pkt. und 98 Fahrp. vorweisen belegte letztendlich aber den 2. Platz vor G. C. mit dem Modell „OTTO TREPLIN“. Wieder ein nicht erhoffter Erfolg , dafür um so schöner ! G. C. wurde auch in seinen beiden letzten Läufen ( trotz PCM-Anlage) erheblich gestört, auch nachdem er seinen 85-er gegen einen 90er Quarz tauschte. Ihm gegenüber entschuldigte man sich mit den o. g. Worten. Auch in dieser Kl. war ein Aufwärtstrend zu erkennen. Als Fazit für mich ist dieser WM allerdings auch wieder mit recht schlechten Fahrergebnissen, speziell der sogn. Favoriten, abgelaufen. Offensichtlich setzt sich der eine oder andere selbst zu sehr unter Druck, will man doch irgendwie seine aufgewendete Zeit (oft 3 000 bis 5 000 Std.) im Modellbau vergoldet haben. Eine
Kuriosum am Freitag morgen, R. Berdrow bekam vom Dolmetscher unserer Gastgeber
zu hören; er habe schon 3 mal eine Platzierung auf Wettbewerben errungen und muss
in der Kl. - F 2 - starten. Das ist vom Hauptschiedsrichter festgelegt worden
und unser Mannschaftsleiter hat dem, ohne R. B. zu fragen, zugestimmt. Zum Glück
hatte R. B. seinen Bielbrief schnell zur Hand und siehe da, es waren bisher nur
2 Eintragungen vorgenommen worden. Selbstverständlich redigierte der
Hauptschiedsrichter sofort seine Aussage und R. B. konnte in der - F 4b -
mitfahren. Zum Glück legte sich der verständliche erste Zorn sofort. R. B.
wollte zuerst nicht mehr teilnehmen. Hier muss die Frage gestellt werden; wer
hat eigentlich dieses, an der Basis vollkommen vorbei geführte Regelwerk
geschaffen. Immerhin zählen hier laut Regelwerk alle Wettbewerbe, ob
Freundschaftswettbewerbe oder Gruppenmeisterschaften oder sonstige Teilnahmen
zusammen. In welcher Kl. der - F 2 - er starten solle, immerhin waren ja alle Plätze
belegt, konnte sowieso keiner beantworten. Die
angekündigten Nebenprogramme für die Teilnehmer bzw. deren Begleitpersonen,
fielen entweder wegen angeblicher zu geringer Beteiligung oder ganz einfach
wegen dem Absprung der Sponsoren aus. Selbst der gemütliche Abend kam nicht
zustande, so dass wir mit 10 Personen wieder ins Hotel zurückfuhren. Für mich
kaum vorstellbar, hätte ich doch um ein Haar meine Frau zur Mitfahrt überredet.
Diesen Ärger einiger Mitstreiter mit Ihren Begleitungen habe ich zum Glück
nicht gehabt ! Wie so üblich, trafen sich die Teilnehmer gleich am ersten Abend zu evtl. Neuvorschlägen in einem Raum, der offensichtlich nicht von unserem Mannschaftsleiter Dieter Z. verkündet wurde. Die wenigen, die das wussten, fragten uns nächsten Tag, wo wir waren. Leider konnten wir nur antworten, wie so häufig; wir haben keine Information bekommen. Selbst die kuriosesten Vorschläge aus dieser Versammlung wurden nicht im Nachhinein mit der anwesenden Mannschaft erörtert. D. Z. ist zur Sitzung der Sektionsleiter offensichtlich ohne Abstimmung der Interessen unserer Mannschaft gegangen. Auch hier die Frage; wer muss nachher eigentlich die Wettbewerbsregeln ausbügeln ! Ist doch gerade vor Ort die Möglichkeit gegeben evtl. Neuregelungen mit den Wettbewerbsteilnehmern zu besprechen oder sollten wieder nur Funktionärsfehlentscheidungen gelten, die im Nachhinein nur wieder sehr schwer auszubügeln sind. Nicht nur das war sehr schwach vom Mannschaftsleiter D. Z.! Mehr Mannschaftsnähe wäre allemal angebrachter. Wir, die im Hotel untergebracht waren und das sei hier noch einmal in aller Deutlichkeit klargestellt, bekamen fast keine Informationen. Hätte ich zum Beispiel nicht noch am Abend unsere Ergebnisse am Gelände eingesehen, wäre ich kaum zur Sektionssitzung gekommen. Auch diese Information bekam ich vom dän. Lager oder war das so gewollt ? Ein Telefon war am Gelände und im Hotel ! Das Hick/Hack dieser Sitzung hat aber auch letztendlich eines sehr klar zu Tage gebracht, es geht vielen Funktionären überhaupt nicht mehr um die eigentliche Sache - SCHIFFSMODELLBAU - sondern darum, wie stark die eigenen Vorstellungen berücksichtigt werden. Leider wie so oft auch hier wieder sehr häufig politische Entscheidungen. Ich möchte nur einen Teil der Sitzung ansprechen, rund 2,5 Std. hatte man benötigt, bis endlich geklärt war, wer für die anwesenden Nationen letztendlich wählen darf. Um Mitternacht wurde die Sitzung dann, ohne die Neuvorschläge alle bearbeitet zu haben, abgebrochen. Der neue Sektionsleiter Zdenek T. (CZ) hat mit großer Sicherheit kein leichtes Amt übernommen!
Endlich
am Montag konnten wir zur Siegerehrung antreten. Persönlich hatte ich zwar noch
das Stechen zu fahren, aber das war das kleinere Übel, war doch das Plätzchen
auf dem Medaillenrang geschafft, egal wie das Stechen ausging. Die Vorführungen
der Kl. - F 6 - F 7 - bedurften noch den gesamten Vormittag und dann ging es mit
einer halbstündigen Verspätung los. Der
Festplatz war geschmückt und für die jeweils Klassenersten Stühle
bereitgestellt. Nach dem Aufstellen der Mannschaften wurden jetzt die
offiziellen Festreden in 4 Sprachen gehalten und dann endlich die Siegerehrung
vorgenommen. Leider funktionierte die Lautsprecheranlage nicht so wie gewohnt,
als das 1. Mal die deutsche Hymne erklingen sollte, kam nur Gekrächze oder gar
kein Ton heraus. Auch den Chinesen
erging es nicht besser. Für mich war es trotz allem ein erhabenes Gefühl,
wieder einmal ganz oben auf dem Treppchen stehen zu können. Immerhin sind mir während
dieser Zeit auch allerhand Gedanken um den „nauticus“ durch den Kopf
gegangen und die waren nun wirklich nicht die Besten ! Die
Rückfahrt schafften wir wieder in 8 Std. und waren pünktlich um 24,00 h im
Hause. Auch der Grenzübergang ging ohne Beanstandungen vonstatten. Mein
persönliches Fazit dieser Veranstaltung ist : Aufgrund der immens hohen Kosten
wird es bald keinen Ausrichter für diese Großveranstaltungen geben und wenn,
dann nur unter etlichen Zugeständnissen. Ist doch die „NAVIGA“ am Ende
froh, überhaupt noch einen Ausrichter zu haben ! Habe ich auf dieser WM richtig
zugehört, wird sich der eine oder andere Modellbauer für die Zukunft überlegen,
solche Veranstaltungen zu besuchen. |
||||||||||||||||||||||
|
H-Jürgen
Mottschall
|
||||||||||||||||||||||
| Ps.
Dieser Erlebnisbericht, von meiner Seite noch recht human umschrieben, sollte
mir nach dem Willen einiger NAVIGA- und nauticus - Funktionäre. eine 3-jähr.
Wettbewerbssperre einbringen!? Als ich mich wehrte, und die Anwaltskosten ins
Haus kamen, sprachen die gleichen Funktionäre
von ihrer EHRE und sie wollten es ja eigentlich auch nicht
verbrochen haben! Aber
letztendlich ging auch dieses Intrigenspiel nicht auf. Die für sie
entstandenen Kosten waren
hoffentlich Mahnung genug. Das diese Kosten zum Nachdenken einiger
NAVIGA- und nauticus-Funktionäre
beigetragen haben ist leider nicht erkennbar! |
|
Der
C - Weltwettbewerb St. Gallen vom 10. - 14. 09.97 |
||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Da
wir zu dieser C-WM rechtzeitig vom Mannschaftsleiter Jürgen L. - wie sich
noch während des Wettbewerbs zeigen sollte- ein recht umsichtiger und guter
Leiter, unsere Informationen bekamen, konnten
wir uns schon einmal mit ca. 305 Modellen befassen die hier gemeldet waren. Das
hier 17 Nationen antreten sollten war auch ein Novum, hat aber glaube ich, auch
etwas mit dem Austragungsort zu tun. Von Hamburg bis nach St. Gallen in der
Schweiz waren es immerhin 840 Km. Da ich nachts um 01,00 h aufwachte, sagte ich
mir, jetzt kannst du ja gleich aufstehen und so bin ich dann um 01,45 h
abgefahren und traf dann auf dem Messegelände um 09,15 h ein.
Die
Begrüßung auf dem Gelände fiel sehr herzlich aus, hatten wir uns doch erst
vor 14 Tagen zuletzt in Bakov gesehen. Zum Glück ersparte mir unser nauticuss - Präsident
seine Glückwünsche zu meiner Leistung in Bakov. Musste ich mir doch von ihm
auf der BM in H.-Misburg 1996 schon den Spruch anhören; Glückwunsch, gegönnt
habe ich dir das jedoch nicht! Ich hoffe, das, war wenigstens ehrlich gemeint!
Die
Registrierung lief hier an drei Stellen gleichzeitig ab und von daher konnten
wir recht schnell die großzügig vorhandenen Stellflächen in den Hallen
nutzen. Für die Zuschauer waren entsprechende Schilder zu den Modellen
aufgestellt, eine Einrichtung, die Schule machen sollte. Aber auch hier war
wieder einmal zu sehen, dass doch eine erhebliche Anzahl von Modellen neu bzw.
nachgemeldet wurden, ich glaube, das wäre ein Punkt, der dringend behandelt
werden müsste. Jeder Veranstalter kommt mit solchen langwierigen Prozeduren
unter Zeitdruck!
Während
des Wettbewerbs fragte ich unseren Vizepräsidenten Helmut L. nach den
Qualifikationsvoraus-setzungen zur Teilnahme dieser C-WM. Die Antwort war;
C-Wettbewerb Stuttgart 94, das wäre im Präsidium so beschlossen worden. Leider muß ich jedoch feststellen, dieses ist so nie veröffentlicht worden. Veröffentlicht
ist in den nauticus - Mitteilungen 3/96, Seite 6 unter Punkt 3, daß die
DM-H.-Misburg zählt. Um das Maß jedoch voll zu machen, wurde rechtzeitig im Frühjahr
ein Teilnehmer der C-WM, der weder in Stuttgart noch in Hannover anwesend war,
vorzeitig aufgrund seiner eingereichten Fotos nominiert. Ein Vereins-mitglied
aus Hamburg wartete vergeblich auf eine Einladung zur C-WM, obwohl er in
H.-Misburg viel Geld und Urlaub investiert hatte. Selbstverständlich räume ich
auch dem H. L. seine Antwort ein, dass der interessierte Teilnehmer sich auch
einfach rechtzeitig um eine evtl. Teilnahme kümmern sollte. Diese Ansicht
vertrete ich im Grunde auch, bin jedoch auch der Meinung, dass zuerst die
qualifizierten Teilnehmer anzusprechen sind. Als Tip für die Zukunft: Auf den
jeweiligen DM schon einen Zettel für die WM-Interessierten anzufertigen mit
rechtzeitigem Meldedatum. So hätten es beide Seiten für die Zukunft leichter. Zur Eröffnungsfeier formierten sich die einzelnen Nationen auf dem Messegelände, marschierten bis zum Marktplatz St. Gallen, drehten dort um und kamen zum Eröffnungspunkt auf dem Messegelände zurück. Dass hier um ein Haar die nauticus-Fahne statt der NAVIGA-Fahne gehißt worden wäre, konnte zum Glück noch rechtzeitig verhindert werden. Nach der doch recht langen Eröffnungsfeier stöhnten doch einige Teilnehmer und freuten sich auf ein entsprechendes Getränk. Sofort nach der Feier ging es mit den Wertungen, sprich Ersteinschätzungen der Modelle los. In meiner Kl. - C 2 - waren immerhin 64 Modelle angetreten, eine Anzahl die wir eigentlich nur von ganz früher her kannten. Am Mittwoch hatte ich das Glück noch am Abend meine Modelle den Bauprüfern vorzuführen. Da das Hallenlicht nicht überall gleichmäßig war, schafften sich die Herren einen entsprechend abgegrenzten Raum, ca. 7 mtr. laufende Tischfläche und ließen die Modelle von den Erbauern zur Wertung nacheinander vorstellen. In meinen Augen eine gelungene Lösung. Hatte man doch hier endlich einmal die Möglichkeit, Baupläne und Bildmaterial nötigenfalls aus zu breiten.
Meine beiden Modelle die „MAERSK MASTER“ ein Bohrinselversorger und das Containerschiff „CONTI BRITANIA“, wurden jetzt hintereinander begutachtet, einige Fragen gestellt und nach verschiedenen gut gemeinten Frotzeleien hatte ich das Gefühl mich nicht mehr um meine Baupunkte sorgen zu müssen. Wie recht ich haben sollte, sieht man ja an den Ergebnissen von 98,67 und 95,67 Baupkt. Meine größten Mitstreiter waren R. T. mit der „NORDSEE“ ein Laderaumsaugbagger 1:100 100 Baupkt. und die chinesischen Modelle „HAQNGJUN 4002“ Saugbagger in 1:85 und das Rettungsschiff „HU JIU LAO 3 in 1:116. Speziell diese chin. Modelle waren uns ja seit einigen Jahren bekannt und somit auch nicht mehr zu fürchten. Selbstverständlich war hier jedoch die Frage; sehen auch die Bauprüfer das was wir ja seit Jahren schon sehen? Eines hier schon einmal vorweg gesagt, 1. waren die Bauprüfer in allen Kl. nicht zu beneiden und zum anderen kann ich wirklich nur meinen Hut vor den insgesamt guten bis sehr guten Wertungen ziehen. Auch auf diesem Wettbewerb wurden doch die erheblichen Mängel wie: nicht von der Größe her passende Türen und Poller, Feuerlöschmonitore, Ladeblöcke und viele andere Kleinigkeiten auf den Modellen entdeckt. Die Baupkt. waren aber immer noch 97 und 95,67 Baupkt. Zwar für die chin. Teilnehmer nicht richtig verständlich aber aus unserer Sicht gerecht. Das diese Modelle auf sog. Universitäten gebaut werden ist ja inzwischen ein offenes Geheimnis. Wenn man jetzt noch das Alter der Erbauer nimmt von gerade einmal 23 und 24 Jahren, kommt selbst sehr schnell zu den nötigen Erkenntnissen. Selbstverständlich werden nie alle Teilnehmer ausnahmslos zufrieden sein aber das liegt in der Natur der Dinge. Ganz sicher ist auch, daß der eine bunte Schiffe und der andere graue Schiffe mag. Doch bitte, wo sollte man jetzt die Meßlatte anlegen. In dieser Kl. waren doch etliche neue Modelle zu bewundern, wie ein russ. Feuerlöschboot „ Dibrar“ im 1:75 von A. R. (UZB). Ein sehr beein- druckendes Modell das aber leider zu überladen wirkte. Hier hätte der Erbauer doch lieber mehr die Kunst des Weglassens anwenden sollen. Deckbeleuchtung waren doppelt so groß, genau so wie die Beschriftungen. Immerhin kamen hier noch stolze 93,33 Pkt. heraus. Die „Hammonia“ 1:100 ein sog. Omni-Schiff (Stückgutschiff) erbaut von M. van G. (NL). Dieses fantastische Modell wurde über einen Zeitraum von 6 Jahren gebaut. Hatte der Modellbauer doch die Detail hervorragend gebaut, mangelte es letztendlich beim Finisch an der Lackierung. Die „Duke of York“ engl. Schlachtschiffnachbau 1:200 von Y. N. (UKR), kam Dank seiner Sauberkeit im Detail noch auf 91,67 Baupkt. Ein Modell, das durchaus auch noch höher eingeschätzt werden könnte. Eine kleine Enttäuschung war das niedrige Abschneiden unseres F. T.. Sein Modell, die K.G.S. „Komet“ 90,67 Baupkt. 1:50 hatte doch schon in H.-Misburg mit mir punktgleich gelegen. Hier bekam dieses Modell meines Erachtens nach mindestens 3-4 Punkte zu wenig. Wer sich dieses Modell genauer ansieht, kann eine fantastische und saubere Modellausführung erkennen. Vor allen Dingen ist dieses Modell einer Dampfyacht nicht allzu häufig anzutreffen. Um all diese unglaublichen Prunkstücke zu beschreiben, müsste ich ein Buch schreiben. Vielleicht passiert das ja einmal von anderer Seite.
In der Kl. - C1 - ( 52 Modelle) belegte W. Q. aus Dresden mit der königlichen Yacht „Royal Caroline“ 1:48 den ersten Platz mit 94,67 Baupkt. Waren in der Kl. - C2- die Werter allgemein recht hoch in die Punkte gegangen, drückten sie hier in dieser Kl. doch erheblich nach unten. Unter dem Strich jedoch, nach meinem Gefühl, in der richtigen Reihenfolge. Die ersten 3 Plätze hatten einen jeweiligen Abstand von einem Punkt. G. P. mit seiner „La Salamandre“ 1:48 kam auf 92,67 Baupkt. und S. G. errang immerhin noch mit dem russ. Linienschiffnachbau der „Goto Predestinatia“ 90,67 Baupkt. Hier in dieser Kl. war auch wieder zu erkennen, dass die Modelle mit großem Aufwand und entsprechender Ausführung von der Jury erkannt wurden. Auch hier war wieder eine Unmenge der verschiedenen Maßstäbe und Schiffstypen vertreten, die jedes für sich oft kleine Meisterwerke waren. Aber auf einer WM sind nun einmal eine große Anzahl gegensätzlicher Modelle vorhanden.
Am Donnerstag um 20,00 h trafen sich die Mannschaftsleiter und interessierte Modellbauer zur Wahl des neuen Sektionsleiters. J-Claude B. der bisherige Leiter stellte sich wieder zur Wahl genau so R. F. aus der Schweiz, T. M. aus Bulgarien und für uns eigentlich unverständlich, unser nauticus -Präsident D. M. Leiter der Wahl war der Generalsekretär der NAVIGA Herr T.. Hier muß ich leider sagen, hat unser Mannschaftsleiter J. L. ohne uns, die Mannschaft vorher zu informieren, seine Stimme für D. M. abgegeben. Offensichtlich kannte J. L. zu dem Zeitpunkt noch nicht den Sinn und Zweck dieser Wahlen. Jeder der sich mit diesen Wahlen auskennt weiß, das nur die jeweils vor Ort befindliche Mannschaft ( BASIS des Modellbaus ) bestimmen sollte, wer für die nächste Zeit diese Sektion leiten soll. Hier legte wie selbstverständlich der nauticus-Präsident fest, dass die Stimme der Mannschaft laut Präsidiumbeschluß für ihn abzugeben ist! Die Wahl verlief so; 17 abgegebene Stimmen. Davon 8 x B., 6 x F., 2 x M. und 1 x M.. Jetzt wurde vom Generalsekretär entgegen geltender Regeln J-C. B. wieder in seinem Amt bestätigt obwohl er nicht die absolute Mehrheit erreichte und die Sitzung beendet. Für mich ein unglaublicher Vorgang, immerhin saß in dieser Sitzung der Präsident der NAVIGA und etliche andere Funktionäre die geltende Regeln der Wahlen doch beherrschen sollten. Es folgte jetzt noch eine größere Debatte mit dem Ende, sich um die genaueren Informationen zu den Wahlen zu erkundigen! Der Anruf beim ehemaligen Generalsekretär (H. K.) der NAVIGA, brachte Licht in die Angelegenheit und die Wahl wurde für nicht zulässig erklärt. Der nächste Wahlgang erfolgte dann 2 Tage später. Hatten wir gehofft, dass unser nauticus-Präsident aus der ersten Wahl gelernt hatte, sahen wir uns getäuscht. Hier bestand er wieder darauf von der deutschen Mannschaft die Stimme zu bekommen. Die darauf einberufene Mannschaftssitzung ergab dann, daß die deutsche Stimme (einstimmig beschlossen ) für R. F. abzugeben ist. Dazu sei gesagt; D. M. wurde rechtzeitig über die Zusammenkunft der Mannschaft informiert, ging jedoch lieber zum Essen. Auch von daher sagten wir uns, das ganze ist ja offensichtlich nicht so wichtig bzw. zeigte uns H. M., wie unmündig wir doch sein sollten! Jetzt setzte sich der Mannschaftsleiter entsprechend durch und verweigerte D. M. den sog. Gehorsam! Die Neuwahlvorschläge waren jetzt B., F. und M.. Das Ergebnis der Wahl war jetzt; 8 x B. und 9 x F. der damit auch die Wahl annahm. Leider sorgten dann, durch sprachliche Schwierigkeiten hervorgerufen, bei der Vorstellung seines Konzeptes, diese für eine recht hitzige Debatte. War doch der Wunsch von R. F. das Regelwerk auch evtl. in russisch zu erstellen, falsch verstanden worden. Es bleibt dabei, die amtlichen NAVIGA-Sprachen sind deutsch, englisch und französisch. Hier hat R. F. ein Amt übernommen, dass mit Sicherheit nicht leicht ist. Ich wünsche ihm jedoch eine glückliche Hand.
Die
Kl. - C3 - ( 56 Modelle ) ist und bleibt in meinen Augen die extremste Kl.
Treffen hier doch fast fertige Modelle, wo lediglich nur einige Planken oder
Bleche fehlen mit Schiffsteilen wie Luken-, Winden- oder sonstige Schiffsteile
zusammen. Der Belgier E. H. belegte hier mit seiner „Aurore“ einem
Segelschiff von 1784 1:36 und 100 Baupkt. den ersten Platz. Das faszinierende an
diesem Modell war eigentlich die Kunst, Hölzer so vollendet zusammenzufügen.
Jeder Spant wurde einzeln und damit auch
gut erkennbar, aus verschiedenfarbigen Hölzer, gebaut. Obendrein erklärte uns
der Modellbauer, dass er erst im Alter von 62 Jahren zum Schiffsmodell gefunden
hatte. Bei der Gelegenheit zeigte er uns auch etliche seiner recht einfachen
Werkzeuge zum Modellbau. Das Fischereischiff „ Beidou“ 1:60 des Chinesen Wu
kam mit 98,67 Baupkt. auf den 2. Platz. Das Modell ist uns ja schon seit einigen
Jahren bekannt, für uns auch bisher
Die Kl. - C 4 - kleiner als 1:250 gebaut ( 38 Modelle ), war eine reine Domäne der chin. Modellbauer. Die ersten 5 der Kl. kamen aus China. Der 6. war der russ. Teilnehmer G. S. mit dem russ. Raketenkreuzer „Frunze“. Hier waren die Maßstäbe von 250 bis 1 300 tonangebend. Diese Modelle zu beschreiben fällt mit sehr schwer, ich kann eigentlich immer wieder nur sagen; jeder interessierte Modellbauer sollte unbedingt solch eine WM besuchen. Auf dieser WM kamen doch einige Fachleute und Fans sogar aus Bulgarien angereist. Die „Yamato“ ein jap. Schlachtschiff 1:1 250, von P. W. kam für mich etwas unverständlich nur auf 88,33 Baupkt. Hier hätte ich mir durchaus ca. 3-4 Baupkt. mehr vorstellen können. Vielleicht war hier das Baumaterial ( Papier ) für die Bauprüfer unbewußt im Hinterkopf. H-P. W. hat während des gesamten Wettbewerbs an einem Extrastand, mit der Unterstützung seiner Frau, ständig dem interessierten Besucher gezeigt wie seine Modelle entstehen. Bekanntlich zeichnet P. W. zuerst seine Modellteile, formt und kanntet sie, lackiert alle Details und fügt sie dann zusammen.
Die
Kl. - C 5 - Buddelschiffe ( 23 Modelle ), wurde auf dieser WM erstmals eingeführt.
Wie schon in der vorherigen Kl. waren auch hier sehr kleine Maßstäbe vertreten
bis hin zu 1:900. Hier belegte der Franzose M. D. mit der „France II“
1:150 und 98 Baupkt. den ersten Platz. Die chinesische „New Nippon Maru“
1:900 folgte mit deutlichem Anstand von 94 Baupkt. auf Platz 2. Auch hier waren
wahre Wunderwerke zu bestaunen. Meine Meinung ist jedoch, da ich als Bauprüfer
selten die Modelle durch die Verspiegelungen der Flaschen richtig überprüfen
und schon gar nicht nachmessen kann, gehört sie nicht auf eine WM. Müssen doch
die Kl. - C 1 zur jeweiligen Bauprüfung
ihre Schutzhauben zur besseren Kontrolle und Erkennbarkeit der Details abnehmen.
Die Kl. - C 6 - Plastikmodelle ( 18 Modelle ) wurde hier als sog. Demonstrationsklasse das erste Mal vorgestellt und gewertet. Auch hier waren wirklich sehr exakte Meisterwerke zu bewundern. Die „Le Soleil Royal“ 1:100 ein Linienschiff 1669 von Gisela Y. belegte zu Recht mit 97 Baupkt. den ersten Platz. Aber auch hier sage ich, diese Kl. sollten nicht auf einer WM vertreten sein. Es sind keine klassischen Modellbauten, sind hier doch sämtliche Bauteile vorgegeben und bei einigermaßen Ausdauer und Geduld recht mühelos zu bauen. Ich sehe im Vergleich den üblichen Modellbauer, der sich um die Materialien, Zeichnungen und entsprechende Werkzeuge zur Erstellung der Details doch erhebliche Gedanken machen muss. Ich weise immer wieder darauf hin, nicht erst ein Modell zu bauen um dann nach seiner Fertigstellung zu fragen, wo ist meine Kl.. Welcher Veranstalter kann denn auf Dauer die vielen Experten zur Bauprüfung bezahlen ! Hier muss es heißen, es gibt nur die und die Kl., möchte ich an einem Wettbewerb teilnehmen kann ich nur in diesen Kl. bauen !
Die
Kl. - C 7 - Papiermodelle ( 13
Modelle ) eine Einführungsklasse, zeigte zwar auch recht hervorragende Modelle
aber auch hier sollte das gleiche wie für die 2 vorherigen Kl. gelten, so schön
diese Modelle auch anzusehen sind. In dieser Kl. belegte H. B. mit einem Küstenpanzerschiff
1:250 SMS „Beowulf“ mit 96
Baupkt. den 1. Platz. In dieser Klasse waren nur deutsche Teilnehmern am Start. Was auf keinen Fall unerwähnt bleiben sollte ist, aufgrund der großen Ausstellungsfläche konnte Rolf M. mit einigen seiner Modellbaufreunde, einige Pieranlagen des Genuesischen Hafens ausstellen. Das besondere daran ist, alles im Maßstab 1:100. Angefangen über die „Oceanic“, „Tirpitz“ und den halbfertigen Modellen der „Vaterland“, „Michel Angelo“ sowie dem Schwesterschiff „Raffaelo“. Speziell an den drei letztgenannten Modellen konnte man sämtliche Plattengänge, Maschinenkühlein- und Austritte, Schlingerleistenaufnahmen sowie an der „Raffaelo“ 24 000 Nietenkopfandeutungen erkennen. M. E., eine fantastische Modellbaudemonstration. R. M. wurde auch nicht müde, dem interessierten Besucher diese Wunderwerke zu erklären. Eine Anregung vielleicht für die Zukunft für Ausstellungen. Halbfertige Modelle sind immer wieder für den Zuschauer leichter und damit interessanter nach zu voll ziehen.
Am
Sonnabend gab es einen gemütlichen Abend im Messerestaurant. Hier hat sich der
Veranstalter große Mühe gegeben und der geringe Preis auch der Getränke,
machte den Abend so richtig gemütlich. Hier hatten wir wieder die Möglichkeit,
alte Bekanntschaften aufzufrischen bzw. neue zu knüpfen. Solch ein Abend gehört
m. E. einfach zu einer Großveranstaltung. Um 01,00 h lagen wir dann endlich im
Bett.
Ein
Wermutstropfen der besonderen Art wurde uns ca. 1 Std. vor der eigentlichen
Siegerehrung beschert. Hatte ich doch schon am ersten Tag etwas über fehlende
Medaillen gehört und es als Hörfehler abgetan, kam nun der Mannschaftsleiter
zu uns und erklärte; er habe unser Einverständnis vorausgesetzt und
zugestimmt, dass die deutsche Mannschaft freiwillig auf ihre Medaillen
verzichtet. Es fehlten ca. 25 Gold-
und 10 Silbermedaillen. Diese Medaillen würden wir dann innerhalb von 14 Tagen
nachgeschickt bekommen. Hier sagte jetzt die Mannschaft, es möge bitte ein
Offizieller des Desasters kommen, es kann ja wohl kaum ein Mannschaftsleiter
diese heikle Sache erklären. Jetzt kam endlich der Schweizer Verbandspräsident
und versprach uns in die Hand und mit seinem Namen bürgend, wir würden die
Medaillen in ca. 14 Tagen bekommen. Wir haben, um es zu keinem Eklat kommen zu
lassen, zugestimmt. Für mich, der ja bekanntlich erfolgreich an fast allen WM
teilgenommen hatte, ein Novum und ich spreche es für viele andere Teilnehmer
klar aus, ich hätte am liebsten geheult. Persönlich glaube ich, jeder, der als
Gewinner eines Wettbewerbs in so
einer Situation steckte kann dieses nachfühlen ! Unglaublich aber war, du
kommst nach Hause und kannst nicht einmal deine Medaille vorzeigen ! Hoffentlich
passiert mir diese Blamage nicht noch einmal. Die Siegerehrung verlief, Dank
unserer Tiefpunktstimmung entsprechend. In einer kleinen Ecke der Messehallen
lief jetzt im sog. feierlichen Rahmen die Ehrung ab. Die jeweils dekorierten
Teilnehmer lieferten brav ihre Medaillen ab, um sie den nächsten Teilnehmern
wieder umzuhängen. Dass jetzt die wenigsten Betroffenen noch Lust zur Abschlußfeier
verspürten, kann sich, glaube ich, jeder vorstellen.
Nachdem
die Modelle freigegeben waren, lud ich meine Kästen in den Wagen und war nach
den nötigen Verabschiedungen um 18,40 h auf dem Nachhausetrip und traf um 01,45
h dort ein. Während der Fahrt war ich aufgrund des mißglückten Endes dieser
WM verständlicher Weise nicht müde und warte jetzt auf die Medaillen. Zu
diesem Bericht möchte ich sehr deutlich sagen; ich möchte mich herzlich bei
den stillen Hintergrundmitarbeitern und den offiziellen Funktionären dieses
C-Weltwettbewerbs für ihr Engagement und ihre gewiss nicht immer leichte Arbeit
bedanken! Es hätte am Ende bloß nicht mit den Medaillen passieren dürfen,
denn die runden ja bekanntlich erst einen Wettbewerb ab. Wer das nicht
nachvollziehen kann, hat offensichtlich noch nie auf einem großen Wettbewerb in
der vorderen Reihe gestanden. Ich
weiß, dass jetzt der eine oder andere Leser dieser Zeilen fürchterlich
empfindlich reagieren wird, aber ich möchte darauf hinweisen, es sind in erster Linie
meine persönlichen Eindrücke und Empfindungen !!
|
||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Die
Medaillen sind wirklich schon eingetroffen !
|
|
H-Jürgen
Mottschall |
|
Die
WM-Motoren von 21.-30.07.95 in ILAWA ( Polen ) |
|
Als
sich Polen um die WM 95 bewarb, hatte man damals großzügige Vorabinformatioen
zugesagt. Leider wurden diese für den interessierten Teilnehmer nur sehr knapp
eingehalten. Wir, die Hamburger Teilnehmer, haben erst eine gute Woche vor
Beginn der WM unsere Anmeldebestätigung erhalten. Leider haben wir auch als
einzige Teilnehmer des Dachverbandes "nauticus" keine Teilnehmerliste
als Vorabinformation erhalten und fuhren ohne
Information 850 Km nach ILAWA. Selbstverständlich
hatten wir Bedenken überhaupt noch loszufahren, schließlich sagten wir uns
jedoch, es kann auch unter Umständen ein Abenteuer werden und es wurde eins. Wir,
die als Schiedsrichter eingeladenen Jürgen H. und ich, fuhren schon am
Freitag los. Der Übergang Frankfurt/Oder wurde innerhalb einer halben Stunde
bewältigt und nach rund 11 Stunden Fahrzeit waren wir dann endlich vor Ort. Die
Organisation vor Ort war wie auf allen größeren Wettbewerben, doch anfangs mit
etwas Sand im Getriebe behaftet, lief sich dann jedoch im Laufe des Wettbewerbs
rund. Wir wurden ca. 1,5 Km weiter in einem Hotel untergebracht, das unseren
Ansprüchen genügte. Nicht ganz so gut war, dass ich mein Modellschiff immer
hin und her transportieren musste, da kein entsprechender Raum zur Aufbewahrung
vorhanden war. Selbstverständlich ließen wir auch unseren PKW auf dem
bewachten Parkplatz des Wettbewerbgeländes stehen. Das, wir damit recht hatten,
zeigte sich dann auch sehr krass. Michael Dahm aus Deutschland hatte weniger Glück.
Ihm wurde der PKW direkt neben dem Campingwagen gestohlen. Dieser Diebstahl
wurde mit Sicherheit profihaft vorbereitet. Zur Vorbereitung wurde auf der Rückseite
des Geländes der Zaun durchschnitten und bevor einer beim Anspringen des Motors
überhaupt reagieren konnte, war der Wagen schon verschwunden. Hier
zeigte sich allerdings ein großer Zusammenhalt der internationalen
Gemeinschaft. Unser Mannschaftsführer Dieter Z. legte sofort scharfen Protest
gegen die nicht ganz perfekten zugesagten Sicherheitsvorkehrungen ein, und
drohte sogar mit dem Abzug der deutschen Nation. Mit Dieter Z. als
Mannschaftsleiter der deutschen Teilnehmer, ist dem " nauticus " mal
wieder ein guter Griff gelungen. Hier schlossen sich sofort alle übrigen dort
auf dem Campingplatz vertretenen Nationen an und siehe da, der herbeigerufene Bürgermeister
und Polizeichef gelobten Besserung, die auch eingehalten wurde. Michael D.
bekam auch die sofortige Zusage der entsprechenden Ausreisepapiere und ein
Schleppfahrzeug für seinen Campingwagen bis zur Grenze. Die
Eröffnungsfeier, und die war wie in allen Ostblockstaaten üblich, eine kleine
Schau. Einmarsch der Nationen begleitet von einem Spielmannzug und fantastischen
Darbietungen einer Tanzgruppe rundeten den Rahmen ab. Selbstverständlich
fehlten auch nicht die Honoratioren der Gemeinde sowie des Militärs. Zum großen
Glück hielt sich auch des Wetter mit nicht allzu großer Hitze im Rahmen.
Leider muss ich auch hier wieder einmal feststellen, es fehlte wieder einmal der
"NAVIGA"-Präsident. Für mich undenkbar denn ich habe auch auf
Olympiaden des Sports noch nie das Fehlen des Präsidenten feststellen können.
Eine Weltmeisterschaft ist das Ereignis des Verbandes ! Pünktlich für mich als Leiter der Wertungskommission ( die übrigen Wertungsrichter waren: Jury N. UKR, Roger F. CH, Roger T. GB, Frank D. GB ) - F 6 / F 7 -, konnten wir am Sonnabend Nachmittag mit der Sichtprüfung der - F 7 - Kl. beginnen. In einer Schule, ca. 400 mtr. entfernt, wurden die neun Modelle der Teilnehmer aufgestellt und uns die möglichen Funktionen vorgeführt. Leider musste ich für mich feststellen, dass nicht allzu viel Neuheiten vorgestellt wurden. Sicherlich braucht auch hier ein gutes Programm eine gewisse Bau.- und Vorbereitungszeit. Die Sonntagnachmittag - Vorführungen waren dann auch sehr durchschnittlich zu bewerten. Waren bei dem Einen gewisse Nervositäten zu beobachten, ließen bei anderen doch durch Funktionsstörungen die eine oder andere Ausführung platzen. Gleich im 1. Durchgang stellte Fridolin M. aus Österreich sein neues Programm vor. Ähnlich aufgebaut wie sein Vorheriges, dieses mal jedoch wesentlich umfangreicher mit sehr realistischem Hintergrund. Die Vorführung eines Schwammtaucher - Kutters vor Griechenland. Eine sehr gute Vorführung schon im 1. Durchgang bis auf einige Kleinigkeiten fast perfekt. Vom Aufstehen der Besatzung bis hin zum Auffinden des POSEIDON unter Wasser eine sehr interessante Vorführung. Obendrein auch ein entsprechend sauber gebautes Modell ergaben schon gleich eine hohe 90-ziger Wertung. Der 2. Teilnehmer, Jean Marc B. aus Frankreich, hatte eine inzwischen erweiterte Schau angeboten, leider sind hier auch im 1. Durchgang sehr häufig die Funktionen nicht gekommen. Die Funktionen der "Calypso" - einem Forschungsschiff des berühmten Franzosen Coustou - klappten zwar noch gut, aber die der neuen ROTOR angetriebenen französischen Großyacht, klappten fast alle nicht. Ich denke, wenn das Programm erst einmal mehrfach gefahren wurde, wird es auch wie gewohnt bei J.M. B. erfolgreicher. Auf jeden Fall wäre es ein gutes Gegenstück zu F. M.. Theo R. aus Deutschland zeigte uns in gewohnter Manier wieder einmal das "EMSPÜNTE" - Programm - der normale Tagesablauf auf einem Flußkahn - ist ja inzwischen in der ganzen Modellbauwelt bekannt. Aufgrund des jetzt ja neu zu bewertenden Faktors - Ausführung des Modells - kam Theo aber gerade auf 90 Punkte im 1. Durchgang. Auf jeden Fall immer wieder eine interessante Vorführung mit div. Einzelvorführungen der Decksmannschaft und dem Bordhund. Eine große Überraschung bot Stefan Z. aus Deutschland. Er zeigte einen Arbeitstag auf einem großen Seeschlepper der ein Arbeitsboot aussetzte ( fuhr auch selbstständig) es wieder aufnahm, verschiedene Markierungstonnen ausbrachte und wieder an Bord nahm. Es war zwar kein so umfangreiches Programm, welches aber sehr abgerundet dargeboten wurde. Die übrigen Teilnehmer aus Russland, ein Hochseeschlepper bei Löscharbeiten und ausbringen von Rettungsbooten, die polnische Bohrinselkranversorgung, David W. aus G.B. mit einer Yachthavarie, Sergief M. mit einer italienischen Großflotte ( ich rate bis heute noch, um was es da ging) sowie der polnische Teilnehmer Jacek S. rundeten das Bild unter den 9 Teilnehmern ab. Die
Kl. - F 2a - Sen. folgte am Sonnabend ab 14,00 Uhr mit der Bauprüfung leider
auch hier kein sehr großes Teilnehmerfeld. Die insgesamt 12 Teilnehmer ( gegen
sonst um die 20 ) bestätigen eine schon anfangs geäußerte Vermutung. Dirk
H., der Titelverteidiger aus Hamburg meldete sich zum Glück selbst in Polen
an, sonst wäre er doch glatt vom "nauticus" vergessen worden. Werner
T. aus Oberhausen und ich der Hamburger hätten hier in der - F2a - von der
Bauwertung glatt die ersten 3 Plätze belegen können. Was
ich hier allerdings von dem polnischen Bauprüfer M. M. während meiner
Bauprüfung zu hören bekam, verschlug mir doch das eine oder andere Mal glatt
die Sprache. Es fing schon mit den Bauunterlagen an. Bekanntlich habe ich zu
meinen Modellen ja immer einige hundert Fotos des Originals und perfektes
Planmaterial. Hier ließ sich der Gute nicht davon abbringen und das hatte er ja
mit Adleraugen entdeckt, mir anzukreiden, dass am
vorderen Mast meines Schiffes grüne Farbe fehlt. Mein Hinweis nützte
auch nichts, dass es Mennige ( Vorstreichfarbe nach Ausbesserungen ) ist. Alle
übrigen Backausrüstungen - eine Seite weiter - zeigten es mehr als deutlich.
Ein mit dem Computer geschriebener Schiffsname war in seinen Augen schief und es
fehlten die 6 übereinander liegenden Schriftzüge auf den 0,7 und 0,8 mm
Durchmesser hohen Rettungsinselbehältern. Dieses Gehabe veranlasste mich schließlich
zu dem Ratschlag an den Herrn M. es gefälligst doch einmal selbst zu
versuchen! Selbstverständlich wurde jetzt hier 1x1 zusammengezählt und unter
dem Strich vom ihm für dieses Modell genau so wie D. H. ( vor 2 Jahren in
Wendlingen noch 4 x 100 und 1 x 99 Baupunkte ) nur 94 Baupunkte vergeben. Das
war in den Augen dieses fantasielosen Bauprüfers die höchste Wertung der
Klasse - F 2a -. Mit großer wahrscheinlich hat er auch die - F 2a/b/c -
Klasse in einen Pott geworfen! Eine Frechheit, die schon ihresgleichen sucht !
Das Schlimme jedoch ist, daß ich seine modellbauerischen Fähigkeiten kenne,
die sich bei uns im Bereich - der mittelmäßigen - F 4b - Junioren bewegt. Die
Frage sei erlaubt, wer hat diesen Mann die Schiedsrichterbefähigung erteilt ?
Um das Maß voll zu machen verabreichte er W. T. sogar nur 85 Baupkt.
Offensichtlich versuchte hier einer im Vorwege durch Kenntnis der Startstelle -
F 2 - , schon dirigistisch einzugreifen. Wie sonst kann es angehen, dass die großen
schweren und dabei fahrstabilen Modelle so hoch gewertet wurden. Dieses Vorgehen
ist mit Sicherheit keine Werbung für die "NAVIGA". Nicht das Schöne
an den Modellen wurde gesehen oder gesucht, sondern eine kaum zu ertragene
Fehlerjagt nach dem Motto ; ich bin aber besser und sehe mehr, veranstaltet.
Kurioserweise haben die meisten der Ostblockteilnehmer weder vernünftige
Bauunterlagen noch Bilder.
Die Frage insgesamt beim Anblick der angereisten Modelle sei erlaubt, ist
Deutschland mit den Chinesen so führend
im Modellbau oder haben immer weniger Lust zur Teilnahme. Nach den
verschiedenen Wertungen von Bauprüfern der "Extraklasse", wäre
dieses allerdings zu verstehen! Mein Vorschlag wäre, jeder Bauprüfer einer
Weltmeisterschaft, sollte eines seiner bisher gebauten Modelle auch auf diesen
Meisterschaften ausstellen. Die übrigen Teilnehmer der - F 2a - Kl. sind aus
der Liste zu ersehen.
Ich belegte in
dieser Klasse mit 97,33 Baupunkten vor D. Hamann 95,33 Baupkt. und W. T.
mit 93,67 Baupkt. den ersten Platz. Mein angestrebtes Ziel, unseren Dirk schon
mal in Bauprüfung zu übertrumpfen war also schon erreicht !
Am
Sonntag kam der Tag der Wahrheit. Ab 13,00 Uhr ging es endlich auf dem - F 2 -
Parcour los. War am Freitag und Sonntag noch ziemlich ruhiges Wasser an der
Startstelle, so brieste es jetzt doch hin und wieder recht ordentlich auf. Nach
dem die Startreihenfolge durch
Losziehung festgelegt war, konnte es auch gleich richtig beginnen. W. T. 1,
D. H. 2 und ich als 3. Werner fuhr 9 Fehler 2 x oben berührt und im Dock
getickt, Dirk 6 Fehler 1 x
oben vorbei und ich 8 Fehler 1 x oben berührt und vorbei. Es war also nach
diesem Lauf immer noch alles offen, zumal die
übrigen Teilnehmer auch nicht so überragend fuhren. Allerdings hatte ich
gerade in einer ca. 20-minütigen extremen Windphase meinen Kurs zu bewältigen.
Der Wind und Wellengang von Sportbooten ließen bei mir, aus Angst um mein neues
Schiff, den Gedanken aufkommen, kein Dockmanöver zu fahren. Letztendlich siegte
aber wieder der Ergeiz, es doch zu versuchen. Mit einem anderen Schiff hätte
ich das Manöver vermieden! Ich hatte Glück, das Manöver klappte Dank der
Schottelantriebe und Bugthruster hervorragend. Am
Dienstag Abend fand wie üblich die große Teilnehmerdiskussion in der Schule
statt. Hier wurde jetzt endlich eingesehen, dass es für die Zukunft mit solch
einer Anzahl von verschiedenen Klassen - hier waren 40 vertreten - nicht durchführbar
und vertretbar dem Teilnehmer gegenüber ist.
Denken wir nur einmal an den Teilnehmer der mit einem Modell startet. Der
muss rund 14 Tage seines Jahresurlaubs nehmen, um für max. 2 x 7 Minuten sein
Modell zu baden. Das hier die Einsicht der Familie fehlt ist doch wohl
erkennbar, ganz abgesehen von den Kosten ! Die andere Frage sei gestellt;
welcher Verein oder Land kann diese immensen Kosten solch einer Großveranstaltung
schon tragen. Mit großer Mehrheit - weit über 90 % der Anwesenden stimmten für
eine Teilung Sport/Modellbau - haben dieses richtig erkannt. Der nächste
Schritt kann jetzt nur noch bedeuten, die Zusammenlegung der Klassen - F2 / F6 /
F7 / C1-C6 - und evtl. als Demonstrationsklassen entweder - F 4a - oder Dampf.
Auch hier wurde richtig erkannt, das mit Zunahme von neuen Klassen nicht mehr Teilnehmer geworben werden, sondern nur der eine oder andere
Erfolglose seiner Klasse diese wechselt. Hoffentlich wird diese Erkenntnis auch
entsprechend in der "NAVIGA" erkannt, oder wird nicht mehr auf die Wünsche
der Basis geachtet ? Am
Mittwochnachmittag hatte ich, während die übrigen Teilnehmer zur Marienburg
fuhren das Riesenglück, mit einem recht kleinen
Teilnehmerkreis das SHIP HANDLING RESEARCH AND TRAINING CENTRE etwas außerhalb
von Ilawa besuchen zu dürfen. Dieser Besuch war für sich schon die ganze WM
wert. Hier wurden auf einem riesigen See mit maßstäblichen Modelle zwischen
1:16 - 1:24 entsprechend ausgelegte Kurse, Kanäle, Brückendurchfahrten und
Hafenanlagen von uns befahren. Nach einer Kurzeinweisung ging es auf die Modelle
und ab durch die Kurse. Ich selbst hatte das Glück, eine Jumbo-Fähre von 21
300 DTW zu steuern. Hier wurden alle natürlichen Eigenschaften des Originals
eingegeben. D.h. der Anhalteweg des Originalschiffes und die Ruderträgheit
wurden auch hier übertragen. Für alle die hier teilnehmen durften ein
einmaliges Erlebnis, dass besonders durch die Herzlichkeit der Trainingskapitäne/Fachlehrer
noch den I-Punkt bekam. Ich hätte hier noch Tage verbringen können !
Die
am Mittwoch um 20,00 Uhr stattfindende Neuwahl des Sektionsleiters der Motoren,
ergab eine Riesenüberraschung. Hatte doch jeder mit der Wiederwahl des
bisherigen Leiters gerechnet, kam es nun, nachdem auch ich als vorgeschlagener
Kandidat nicht zur Verfügung stand zum Ergebnis, Peter S. aus Stuttgart
mit 13 zu 5 Stimmen als neuer Leiter. Die für eine evtl. neue Aufteilung
bzw. Sektionsklassenzusammenlegung - F und C - nötige Aufgliederung wurde auch
gleich mit ins Auge gefasst, so das der als Vertreter gewählte J. L.
gleich mitgewählt wurde. Wer letztendlich welche Aufgabe übernehmen wird ist
ja noch von der "NAVIGA"-Sitzung im Herbst abhängig. Für mich musste
ich feststellen, dass der Wahlverlauf gesteuert war. Wir werden sehen, wer nun
die neue TK-Motoren besetzt und auch wirklich mitarbeitet. Von meiner Seite möchte
ich auf die bisherige gute Arbeit des nicht wiedergewählten Herrn M.
hinweisen, warten wir es ab. Ich wünsche jedoch dem Herrn Schmidt eine glückliche
Hand für diesen umfangreichen Job. Dankbarkeit wird er jedoch auf keinen Fall
ernten. Zum
Schippern mit beleuchteten Modellen am Freitagabend stellten einige Teilnehmer
auf der Hotelterrasse ihre Modelle aus. Die Bevölkerung von Ilawa dankte dieses
mit im wahrsten Sinne des Wortes mit erdrückender Neugier. Eine fantastische
Idee, die unbedingt verfolgt werden sollte. Wir, die ausgestellt hatten und Rede
und Antwort standen, haben uns gefragt; wie viele Menschen leben eigentlich in
dieser Region. Dieser Applaus der Bevölkerung an unser Hobby war mit Sicherheit
auch eine Seelenmassage für uns dem Modellbauer ! Der
2. Lauf am Freitag wurde auch wieder nur in sofern besser, dass wenigstens P.
S. noch eine Silbermedaille mit dem Landungsboot " EISENHÜTTENSTADT
" herausfuhr. Unserem W. T. blieb der undankbare 4. Platz vorbehalten.
Während des 2. Laufes lief ein gestörtes FSR-Rennboot von der ca. 200 mtr.
entfernten Startstelle direkt auf das im - F 2 -Kurs fahrende Modellboot des
Ukrainers Sergief M.. Traf direkt Mittschiffs auf dem Aufbau, fegte diesen
ins Wasser und überfuhr das Modell. Zum großen Glück blieb wenigstens der
Rumpf noch schwimmfähig und konnte nach Beruhigung der Nerven noch mit einem
100-derter Lauf den 3. Platz verteidigen. Ein herbeigerufener Taucher konnte
nach etwa 20. Minuten aus ca. 5 mtr. Tiefe den versenkten Aufbau bergen. Jetzt
endlich wurde von der herbeigeeilten Feuerwehr eine Ölauffangsperre zwischen
die Startstellen installiert. Was es für ein Gefühl ist wenn ein Rennboot auf
dem Kurs auftaucht kann ich bestätigen, ist doch vor Jahren in Schwerin mir
selbst einmal ein 35-ziger Rennboot auf dem Kurs entgegen gekommen. Hubert
W. leistet sich jetzt noch einen fatalen Fehler, da er mit Sicherheit
gedanklich noch beim - F2a - Modell war. Nach einem fantastischen fehlerfreien
Lauf im Parcour, im falschen Messviereck des Docks zu parken. Ein Fehler, den er
mit großer Sicherheit nie wieder begehen wird. Auch in dieser Klasse belegte
der Brite R. T. dank eines 100-derter Laufes noch einen guten 5 Platz. Auch
in dieser Kl. wurden nur 2 x 100-derter Läufe gefahren ! Dienstag
um 8,30 Uhr begann die Bauwertung der Klasse - F 2b - Jun. und im Anschluss daran
die - F 2a - Jun. Hier ist leider festzustellen, dass die wenigsten der jungen
Nachwuchsmodellbauer ihre Modell selbst gebaut haben. Mir, und speziell den
ehemaligen DDR-Modellbauern, sind die meisten der vorgestellten Modelle schon
lange Jahre aus dem Seniorenlager bekannt. Von daher möchte ich auch sagen,
diese Juniorenklassen generell abzuschaffen. Ein 16-jähriger Modellbauer
behaupte doch glatt, seine Modelle - es wären selbst bei den Senioren gute
Modelle gewesen - im Alter von 9 Jahren angefangen zu haben. Sein - F 2a -
Schiff war allerdings 1979 in Duisburg einer meiner schärfsten Widersacher. Hier
hat man mit Sicherheit dem Jugendlichen und seinen übrigen Mitstreitern keinen
guten Dienst erwiesen. Da hier niemals der Nachweis es selbst gebaut zu haben,
richtig nachvollziehbar ist, kann und darf diese Kl. nicht weiter ausgefahren
werden. Der Höhepunkt war eigentlich: Auf die Frage eines Schweizer
Schiedsrichters an einen Jugendlichen, warum das Deck so verzogen ist, bekam er
zur Antwort; dieses Modell ist ja schon über 20 Jahre alt ! Mittwoch
um 9,30 Uhr begann auch endlich die Bauprüfung der - F 2c - Klasse immerhin 11
Modelle. Auch hier wieder sehr dominant die deutschen Teilnehmer und so war es
keine Überraschung, das am Ende der Wertung P. S.. mit der
"SCHARNHORST" 98,67 Baupunkte bekam, dicht gefolgt von A. P. mit
96,67 Baupkt. für seine "NAPOLI" Der zweimalige ukrainische
Titelverteidiger A. Y. folgte mit abgeschlagenen 92,67 Pkt. Auch hier
war noch lange nicht der vermeintlich sichere Titel vergeben, ist der Ukrainer
bisher 2 x aus dieser Position zum Weltmeistertitel dank seines sicheren und
exelenten Fahrens gelangt. Leider war auch in dieser Kl. keine allzu große
Konkurrenz zu erkennen und somit musste das Kursfahren wieder herhalten. Der 1. Lauf am Donnerstag zeigte auch hier wieder sehr schlechte Fahrergebnisse. Der 2. Lauf am Freitag in dem jetzt endlich auch hier nur 3 x 100 Fahrpunkte erreicht wurden, führte zu dem Ergebnis, das Dank eines 98-ziger Laufes vom P. S. und des 100-derters vom A. P. ein Stechen zwischen diesen beiden erforderlich war. Hier siegte der Peter ganz souverän. Wie zu erwarten, fuhr der ukrainische Titelverteidiger jetzt auch 100 Pkt., konnte aber aufgrund der niedrigen Bauwertung für seine "RICHELIEU" nur den 3. Platz belegen. Persönlich freue ich mich für diesem fantastischen Sportsfreund.
Der
2. Lauf am Mittwoch brachte auch keine besseren Fahrleistungen. lediglich durch
den 100-derter Lauf von Keith B.
aus G.B. noch eine Verschiebung in sofern, das wir jetzt so richtig um einen
Medaillenplatz kämpfen mussten. Da ich wieder einmal im oberen Tor berührte
und einmal vorbeifuhr hatte ich keine Verbesserung. D. H. fuhr nun mit viel
Glück eine 98-ziger Wertung und W. T. auch keine Verbesserung zum 1. Lauf.
Jetzt war ein Stechen um den 3. Platz zwischen dem russischen Teilnehmer Mihail
M. und mir angesagt. Da ich im Laufe der letzten WM immer wieder Stechen
fahren musste, ließ es auch diesmal keine Aufregung bei mir aufkommen. Nach dem
Motto; watt mutt datt mutt, berührte ich das obere Tor und tickte durch einen
Bedienungsfehler meiner Anlage eine Seitenwand im Dock - also 93 Fahrpkt. Mein
russischer Mitstreiter vergaß in seiner Aufregung seine Empfängerantenne
aufzustecken und musste nun mitten im Parcour seinen Lauf aufgeben. Insgesamt
wurden hier ganze 3 x 100 Punkte in den Läufen erzielt ! Meine
persönliche Bilanz dieser WM ist das schlechteste Fahrergebnis meiner
Weltmeisterschaftsteilnahmen. Hier kann ich auch nur mir und meiner fahrerischen
Unfähigkeit einen Tadel aussprechen. Aber zum Glück wird es ja mit Sicherheit
eine nächste WM geben und da machen wir es halt
besser. Während
wir uns auf dem Fahrparcour abmühten, kämpfte im wahrsten Sinne des Wortes die
14 - F 2b - Teilnehmer während der Bauwertung um ihre Punkte. Auch hier wieder
das gleiche Spiel des H. M.. Zum großen Glück spielten nicht alle
Schiedsrichter/Bauprüfer mit. Der Bauprüfer Jürgen H. aus Hamburg war
auch hier wie in allen übrigen Klassen immer wieder für den Klassenbesten -
wie es die Regeln empfehlen - mit 100 Baupunkten vertreten. Er hat wohl als
einziger auch den Eid der Schiedsrichter verstanden ? Da
es auch hier bis auf W. T. neues Modellschiff
"MELLUM" keine neuen Modelle gab, legte der bekannte
chinesische Modellbauer und Titerverteidiger Wu Bin mit seinem
Saugbagger Maßstab 1:85 eine saubere Wertung mit 97,67 hin. Gefolgt von
W. T. mit 95,67 Baupkt. und P. S. mit 94,67 Baupkt. Der Ukrainische
Modellbauer Sergiey M. folgte mit einem Schlepper/Löschbootmodell 92,33
Baupkt. und Roger T. aus G.B. mit 89,33 Baupkt. spielte das berühmte Zünglein
an der Waage. Auch hier in dieser Klasse war mit Sicherheit der Wettstreit auf
dem Wasser angesagt. Der
1. Lauf Kl. - F2b - Sen. begann am
Montag 10,30 Uhr. Auch hier gleich im ersten Durchgang war das gleiche schlechte
Fahren festzustellen wie schon tags zuvor in der - F 2a - Kl.. Selbst der
Chinese Wu Bin fuhr einmal vorbei sowie alle übrigen Favoriten der Kl.. War ich
zuerst über den hohen Aufbau von W. T. " MELLUM " überrascht,
überzeugte mich dieses wunderschöne Modell auch durch sein fahrstabiles
Verhalten. Leider half unserem W. T. sein fahrstabiles Schiff nichts, auch
er fuhr Im
2. Durchgang am Sonntag schafften alle Teilnehmer, bis auf J.M. B., bessere
Abläufe, sodass die Höchstwertung von 2 x 100, 2 x 99 und 1 x 98 Punkte für
Fridolin M. einfach vergeben werden musste. Ein stolzes Ergebnis für eine
respektable Leistung. Die beigefügten Ergebnisse zeigen den übrigen Stand. Am Sonntag den 23.07.95
wurde auch schon die Sichtprüfung der Kl. - F 7 - durchgeführt. Leider waren
hier nur 4 Mannschaften angetreten, ein Trend der auch bei uns in Deutschland
erkennbar ist. Wo sind sie, die Italiener, Bulgaren und die Deutschen ? So mussten
am Montag die relativ schwachen Programme der Gruppe aufgrund der fehlenden
Konkurrenz mit höheren Leistungsstufen bedacht werden. Die Bohrinselkranvorführung
des polnischen Teams errang mit 90,67 Punkten die Goldmedaille. Die Gruppe um
Peter J. aus Deutschland kam mit dem "Damenviererrennen" auf
Silber, David W. aus G.B. mit der Yachtdemonstration auf Silber und die
Jugendgruppe um Jens L. errang mit 77,33 Punkten für ein Formationsfahren
noch die Bronzemedaille. Auch die 2. Durchgänge brachten hier keine Steigerung.
Sehr schade, hatte ich doch gehofft, hier einiges zu erleben. Das
übliche Abschlußbanquett am Sonnabend schloss diese IX. WM wieder ab. Hier
zeigte sich der Gastgeber von seiner angenehmen Seite und ließ es an nichts
fehlen. Selbstverständlich wurde auch dieser Abend zur Kontaktpflege genutzt
bzw. alte Freundschaften wieder aufpoliert. Gegen 1.00 Uhr brachen wir dann auch
schon allerdings auf, mit dem Wissen, am nächsten Tag noch ca. 820 Km.
Heimfahrt antreten zu müssen. Während
der letzten Tage fanden ständig Siegerehrungen der abgeschlossenen Klassen
statt. Am Sonntagmorgen musste lediglich der letzte Lauf der - F 7 - Kl.
abgeschlossen werden. Dieser kleine Höhepunkt der WM brachte noch einmal die
gewünschten Ergebnisse des einen oder anderen. Die restlichen Siegerehrungen
und das Beendigungszeremoniell der IX.WM 1995 rundeten das Bild dieser
Meisterschaft ab. Nach
einer halben Stunde Verabschiedung von vielen, vielen lieben Freunden, begann
nun unsere Heimfahrt. Nach einigen Behinderungen - wir brauchten 45 Min. für
ca. 200 mtr. Schlange vor uns und
zwar vor dem deutschen Zoll - kamen wir endlich um 00,30 Uhr in Hamburg an.
Etwas geschafft aber doch ganz zufrieden. Wo die nächste WM stattfinden wird wußte
leider noch keiner. |
|
H-Jürgen Mottschall |
|
Die
6. WM. / 6. Worldchampionship Wendlingen 30. Juli - 6. August 1993 |
|
Diese
Weltmeisterschaft in 17 Klassen ist unter einem sehr schlechten Stern
entstanden. da die Nürnberger. die sich ursprünglich um diese Meisterschaft
beworben hatten, kurzfristig ausstiegen und der Wendlinger Club sich gottlob
bereiterklärte, diese Weltmeisterschaft in Deutschland doch noch durchzuführen.
Leider - und das kann ich nur auf die kurze Vorbereitungszeit zurückführen -
fehlte so gut wie jegliche Vorabinformation. Wären diese Informationen wie
sonst üblich gekommen, hätte man auch die Klasse - F 2 c - mit dem fehlenden
dritten Startteilnehmer auffüllen können. So ist ausgerechnet in der Klasse
F 2 c in der wir seit Jahren immer die ersten Plätze
belegen. Praktisch ein Platz verschenkt worden. Wir. die Teilnehmer in den
Klassen F 2 a. B und c haben uns darüber gewundert. wie auch immer das Ganze
entstanden sein mag. Als
ich am Donnerstag anreiste. fand ich ein sehr gut vorbereitetes Gelände vor.
obwohl die - F 2- Startstelle etwas beengend war. Bei gegenseitiger Rücksichtnahme
ist dies jedoch relativ gut überwunden worden. Gedrängel und Geschiebe gab es
allerdings in der Klasse - F 6 -. die teilweise mit sehr großen Mannschaften
(bis zu 12 Mann) und riesengroßen Modellen dort antreten mussten. Als
Wettkampfteilnehmer gerade an dieser Startstelle möchte ich dem
Startstellenleiter und seinen Mitarbeitern ein großes Lob für ihr
Fingerspitzengefühl. die Umsicht und die Ruhe während der einzelnen Starts
aussprechen. Am
Freitag fand die Registrierung der Teilnehmer und Modelle in einer nahe
gelegenen Schule statt. Der Weg zu dieser Schule – ca. 2 km entfernt - war
sehr gut ausgeschildert und deshalb leicht zu finden. Durch die Aufteilung der
beiden Räume war nicht jedem gleich klar. wie die Registrierung vor sich gehen
sollte. Nachdem sich dies jedoch eingespielt hatte. war auch dieses Problem
schnell bewältigt. Zu unserer Überraschung stellten wir dann fest. das die
Littauer Mannschaft. die bisher keine Anmeldung getätigt hatte. nun auftauchte
und an der Weltmeisterschaft teilnahm. Der
Sonnabend machte doch den einen oder anderen von uns Teilnehmern, Fußvolk, wie
ich hier mal sagen möchte, ein bisschen nachdenklich. Einen Empfang im Rathaus
gab es lediglich nur für die Offiziellen sprich Schiedsrichter und Präsidiumsmitglieder
durch den Bürgermeister. Ich denke, es wäre angebrachter gewesen, das auch
die Teilnehmer, wenn auch nur eine größere Auswahl von ihnen, an so einem
Empfang hätten teilnehmen können. Dieses sollte einfach möglich sein, allein
schon aus dem Gefühl der Zusammenge-hörigkeit. Die Pressekonferenzen, die im
Laufe des Samstags abgehalten wurden, hatten es in sich. Hier wurde ein sehr
starkes Interesse von der Presse an diesem Wettbewerb gezeigt, so daß auch während
des gesamten Wettbewerbs die Presse wie Zeitung, Radio und Fernsehen präsent
waren, besonders am Mittwoch. Im Anschluss an den Rathausempfang folgte die
Schiedsrichterbesprechung, von der Mannschaftsbesprechung habe ich hingegen sehr
wenig mitbekommen. Unser Mannschaftsführer, der Kurt Brenke, der ein alter
Fuchs in dieser Sache ist, stellte sich lediglich selber auf dem Gelände noch
einmal vor und damit hatte es sich. Um 19.00 Uhr wurde die Weltmeisterschaft durch den 2. Bürgermeister der Stadt Wendlingen eröffnet. Dies ging in üblicher Weise vonstatten, d.h. die Mannschaften wurden entsprechend aufgestellt, eine Musikkapelle ging vorweg und dann wurden die nauticus-Fahne und die Naviga-Fahne sowie die Deutschland-Flagge gehisst. Nachdem die Vereidigungen der Schiedsrichter vorgenommen waren, konnte auch der Eid der Teilnehmer in den offiziellen Sprachen gesprochen werden (englisch, französisch - deutsch von mir vorgetragen und ein Novum auf chinesisch von einem Teilnehmer der chinesischen Delegation.
In der Klasse - F 2 a - (Senioren) bekam der Modellbauer Dirk H. mit seinem Modellschiff "Borre", Maßstab 1:100, 4 x 100 und 1 x 96 Baupunkte und somit den Querschnitt von 100 Baupunkten. Für mich hat sich damit ein Traum erfüllt, denn für diese Sache trete ich seit Jahren ein - leider lange Zeit ganz allein. Die beiden nächsten Modelle waren das Modellschiff "Xiang Yang Hong" im Maßstab 1:100 von einem Chinesen gebaut und hier muss ich sagen, Schiffsmodelle werden in Gemeinschaftsarbeit auf Universitäten von Modellbauschulen in China gebaut. Dieses Schiff bekam eine Bauwertung von 99 Baupunkten und der Dritte im Bunde war das chinesische Schiff „Shi Jian", auch mit einem kleineren Schiff im Maßstab 1:110. Hier wurden immerhin noch 98 Baupunkte vergeben. Erfreulich war auch das gute Abschneiden von unserem Hamburger Karl M. mit seinem Hochseeschlepper „Oceanic“ im Maßstab 1:100 mit einer Bauwertung von 96.33 Baupunkten und Werner T.r mit seinem Schiff "Orca" mit 96,67 Baupunkten. Ich muss sagen, hier konnten wir riesig zufrieden sein.
Die
Bauwertung in der Klasse - F 2 b - (Senioren) brachte im Grunde genommen das
erwartete Ergebnis. allerdings in dieser Höhe waren wir uns auch nicht so ganz
sicher. Hier errang der Chinese Wu Bing mit seinem Schiff "Hang Jun
4002". ein phantastisch gebauter Saugbagger, im Maßstab 1:85 eine
Bauwertung von 98,33 Baupunkten. Dann kam ich mit meinem Schiff "Conti
Britania". ein Containerfrachter im Maßstab 1:100 mit 97 Baupunkten, also
eine sehr gute Wertung, auch durchaus vertretbar. Das Schiff ist schon bekannt
durch den Weltwettbewerb der C-Klassen in Varna (der gleiche Punkteabstand),
gefolgt von Peter S. aus Frankfurt/Oder mit seinem Landungsschiff
"Eisenhüttenstadt" im Maßstab 1: 75 mit 95 Baupunkten und unser Karl
M. aus Hamburg mit seiner wunderschön gebauten "Polarstern" im
Maßstab 1:125 mit 92 Baupunkten. In dieser Klasse war dann leider ein sehr großer
Leistungsabfall. Einige der Modelle
haben auch zu Recht, also weniger als die Leistungsstufe 3 sprich 70 Baupunkte
bekommen. Es ist einfach nicht vertretbar, diese Modelle solange hochzuhalten,
bis sie irgendwann von selber Schluß machen! Die
Klasse - F 2 c - (Senioren) brachte keine Überraschung, denn hier war der Peter
S. mit seiner "Scharnhorst" im Maßstab 1:150 mit 99.67 Baupunkten
absolut vorn, gefolgt von Arnold In
der Klasse - F 2 a - (Junioren), eine Klasse, die wir von deutscher Seite auch
nur mit Mühe und Not auffüllen konnten. bekam Oliver R. mit dem Schiff
"Furie" in der Bauwertung immerhin
93.67 Baupunkte. Torben S. mit seiner "Nordkap 11 noch 85
Baupunkte und Marc U. mit seiner
„Littorina" 83.33 Baupunkte. Die Bauprüfer, die hier in diesen
Klassen ihre Arbeit aufnehmen mussten. hatten doch gewisse Schwierigkeiten das
eine oder andere Modell in Ruhe zu betrachten. da immer wieder Zuschauer, die
zurecht neugierig sind und zwischen den Modellen liefen. sodass nachher in
einer Ecke entsprechend abgesperrt werden musste und die Modelle dort entweder
zu zweit oder zu dritt hingebracht wurden und anhand der Baupläne und
Unterlagen verglichen wurden. Aufgrund
der wenigen Teilnehmer der einzelnen Klassen konnten die Bauprüfer ihre Arbeit
wesentlich früher beenden und hatten von daher auch mehr Zeit für das eine
oder andere Modell. Am späten Nachmittag des Montags wurden dann die Ergebnisse in der - F 2 - Klasse bekannt gegeben. wobei die Meinungen der Schiedsrichter manchmal auseinander gingen. Letztendlich wurde jedoch ein sehr gutes Ergebnis bekannt gegeben.
Am
Dienstag konnte dann endlich mit dem Lauf - F 2 a - (Senioren) begonnen werden.
leider kamen bei unserem Dirk H., von dem man eigentlich 100 Punkte
erwartete. nur 98 Punkte heraus. sodass unser Dirk doch noch etwas zittern musste.
Die Chinesen. Jedenfalls der zweite mit 99 Baupunkten fuhr gleich 100 Punkte.
Hatte von daher schon ein sicheres Polster. der andere Chinese mit 98 Baupunkten
fuhr leider einmal oben vorbei, lag aber trotzdem gut im Rennen. Unser
Teilnehmer, Werner T. fuhr leider sehr schlecht, da er auch oben einmal
vorbei gefahren ist. einmal berührt hat und im Dockmanöver auch 5 Punkte
verlor. Karl M. nicht ganz so fahrsicher wie gewohnt. fuhr auch oben vorbei
und berührte einmal - immerhin noch 92 Fahrpunkte. Die übrigen Ergebnisse kann
man hier leicht aus der beiliegenden Liste entnehmen. Dienstagmittag
um 14.00 Uhr wurde es dann auch für mich ernst. Jetzt fuhr die Klasse - F 2 b -
(Senioren) und auch hier gab es gleich einige Überraschungen. Der Chinese Wu
Bing mit seinem wunderschönen Sauger fuhr gleich 100 Punkte und war somit auch
gleichzeitig Weltmeister. Karl M. mit seiner "Polarstern" fuhr
auch 1 00 Punkte, belegte damit erstma1 den 2. Platz wie ich dachte. Peter S.
mit seinem Landungsboot "Eisenhüttenstadt" belegte nach 87
Fahrpunkten nur den 4. Platz und ich mit meiner "Conti Britania" nach
einer sehr mäßigen Fahrt, einmal oben vorbei mit 94 Fahrpunkten den 3. Platz.
Natürlich war damit der gesamte Wettbewerb noch nicht entschieden, bekanntlich
wird immer am Ende abgerechnet, d.h. hier am Ende des 2. Laufes. Dazu muss ich
noch einmal sagen, vom Zeitablauf hat es mich doch sehr gewundert, das hier wie
sonst üblich nicht drei sondern nur zwei Durchläufe stattfanden, denn die Zeit
wäre reichlich vorhanden gewesen und gerade in den - F 2 - Klassen, wo doch die
Quarze die Kanäle zu den übrigen Klassen entsprechend abgeschirmt waren, hätte
man sehr leicht einen dritten Durchlauf machen können. Wir, die Teilnehmer,
haben auf jeden Fall die Länge dieser Weltmeisterschaft sehr beanstandet. Über
die Hälfte der gesamten Weltmeisterschaft haben wir entsprechend vertrödelt,
d.h. unseren Urlaub geopfert und nicht nur Urlaub sondern auch Geld. Ich denke,
dieses sollte für die Zukunft neu überdacht werden. Dem Zuschauer ist für die
Dauer dieser Weltmeisterschaft eine nicht unerhebliche Summe abgeknöpft worden
und zudem war ihm die Sicht auf die Modelle doch sehr eingeschränkt gewesen.
Vor allem waren hier die fehlenden Modelle zu bemängeln. Vielleicht wäre es für
die Zukunft angezeigt, dass man grundsätzlich alle Modelle zu bestimmten
Zuschauerzeiten aufstellt und unter Bewachung vorführt. Dieses sollte in den nächsten
Ausschreibungen dringend berücksichtigt werden, denn wir wollen nicht nur
unsere Schiffchen "baden", sondern den Modellbau-Interessierten einen
Weg aufzeigen, wie man ein Modell erstellt. Generell
sollte dann aber auch die Räumlichkeit geschaffen sein, bzw. die Bewachung
geregelt werden. Am
Freitag erfolgte dann der zweite Durchgang in den Klassen - F 2. a -, - F 2 b -
und der erste Durchgang in der Klasse - F 2 c -. In der Klasse - F 2 a -
verbesserte sich Dirk H. in einem sehr guten Lauf um die
fehlenden 2 Punkte und errang somit 100 Baupunkte und 100 Fahrpunkte. Ein
Ergebnis, das einmalig in den bisherigen Weltmeisterschaften war! Von mir noch
mal herzliche Glückwünsche. Der Chinese, bis dahin noch auf dem 3. Platz,
verbesserte auch seine Fahrleistung mit 100 Punkten und belegte jetzt vor Karl M.
den 3. Platz. Karl M. fuhr noch einmal mit seiner "Oceanic" 100
Punkte, wie gesagt, auf dem 4. Platz und Werner T. mit etwas schlechteren
Fahrergebnissen auf dem 5. Platz. Ein Erfolg in dieser Klasse, der so zuerst
nicht erkennbar war. In
der Klasse - F 2 b -. in der ich nun meinen zweiten Lauf bestreiten musste. lief
es relativ gut an, hatte allerdings Schwierigkeiten
durch die Sonneneinwirkung auf mein Schiff mit dem Fahrtregler
sodass ich einen sehr sch1echten zweiten Lauf hinlegte. da Peter S.
aber auch nicht wesentlich besser fuhr. mussten wir uns um den 3. Platz ein
Stechen liefern, welches ich mit 98:92 Fahrpunkten letztlich gewann. Somit ergab
sich das folgende Ergebnis:
1.
Platz - China 2.
Platz - Karl M. aus Hamburg 3.
Platz - Hans-Jürgen Mottschall aus Hamburg (nach Stechen) 4.
Platz - Peter S. aus Frankfurt/Oder (nach Stechen) Alle
übrigen Teilnehmer waren weit abgeschlagen
In der Klasse - F 2 c -, die jetzt ihren ersten Lauf bestritt. hatte Peter S. aus Frankfurt/Oder dank seiner 99,67 Baupunkte ein relativ sicheres Polster. Leider zeigte sich aber auch hier, das eine hohe Bauwertung über die Nerven hinwegtäuschen kann. Peter S. fuhr im ersten Durchgang "nur" 96 Baupunkte. Arnold Pfeifer, der eine Bauwertung von 98 Punkten hatte, fuhr leider nur 94 Punkte, d.h. einmal oben vorbei und ein hochmotivierter Ukrainer Aleksandr Y. mit seiner "Richelieu" fuhr 95 Fahrpunkte. Dieser Ukrainer ist immerhin der amtierende Weltmeister dieser Klasse. Die Fahrpunkte insgesamt in diesem ersten Durchgang war auf keinen Fall berauschend. nicht ein einziger hunderter Lauf in dieser Klasse. Erst im zweiten Durchlauf sollte sich am Sonnabend in dieser Klasse ein einziges Mal mit 100 Fahrpunkten hervortun. Auch dieses ist eine Seltenheit auf einer Weltmeisterschaft. Ergebnis
nach dem ersten Lauf: 1.
Platz - Aleksandr Y.
2.
Platz - Arnold Pf. 3.
Platz - Peter S. Die
nächste Plazierung folgte mit großen Abstand. Auf
dem Diskussionsabend am Freitag wurde der neue Sektionsleiter gewählt. Hier
stellten sich u. a. unser Mannschaftsführer Kurt Brenke aus Karlsruhe und der
bisherige Sektionsleiter G.G.J. Am
Sonnabend erfolgte der zweite Lauf in der Klasse - F 2 c – und
hier konnte sich Peter S. nicht mehr steigern, ganz im Gegenteil er
fuhr nur 94 Punkte, Arnold P. mit seiner „Napoli“ fuhr immerhin noch 98
Punkte und der Ukrainer A. J. 100 Punkte, womit er erfolgreicher
Titelverteidiger war. Die Platzierung war somit:
1. Platz - Aleksandr J. 2.
Platz - Arnold P. 3.
Platz - Peter S. Alle
übrige waren sehr weit abgeschlagen. Eine
besondere Augenweide auf dieser Meisterschaft war die Klasse - F 6 -. In dieser
Klasse war das Team von G.G. M. aus Rotterdam mit einem riesengroßen
Schlepperprogramm absolute Attraktion. Schon in der ersten Vorführung erzielte
dieses Team 98 Punkte, in der zweiten Vorführung noch einmal 97 Punkte und
belegte weit - sehr weit - vor den übrigen Teilnehmern mit 98 Punkten den 1.
Platz. Der 2. Platz folgte erst mit 87 Punkten, d.h. mit einem Unterschied von
11 Punkten - das hat es noch nie gegeben. Unsere deutschen Teilnehmer begnügten
sich in dieser Leistungsklasse mit der Silbermedaille und zwar der Peter H.
aus Rastatt mit einem Feuerlöschprogramm, Peter J. aus
Buna-Sachsen-Anhalt mit einem wunderschönen Ruderbootprogramm und Fritz
W. aus Lausitz mit einem Feuerlöschprogramm noch einmal eine
Silbermedaille. In diesen Klassen werden bekanntlich nur Leistungsstufen
vergeben und ich muß sagen, so wie die Platzierung hier und für die Zuschauer
gelaufen war, war sie schon richtig. In
der Klasse - F 7 -, wieder eine Klasse, wo Sonderfunktionen durch einen Steurer,
an einem oder mehreren Modell(en) vorgeführt werden, war auch hier- eine
Attraktion. Lothar M. belegte mit seiner „Otto Treplin“ mit 92,67
Punkten einen Goldmedaillenplatz. Den 2. Platz in der Klasse - F 7 - belegte
Leopold A. aus Salem-Friedrichhafen mit einem Mittelgrund Kippentlader,
immerhin mit 90,67 Punkte. Den 3. Platz - und das ist, wenn man so will - der
Titelverteidiger, belegte Fridolin M. aus Österreich mit 90,67 Baupunkten.
Einen weiteren Goldmedaillenplatz belegte Bernd Z. aus Hagen mit seiner
"Sirius" mit 90 Punkten. Heinz A. aus Mülheim bekam leider, für
mich etwas unverständlich, mit seinem Eimerschaufelbagger nur 88,67 Punkte.
Insgesamt schlug sich hier das gesamte Feld sehr wacker. Durch Ausfälle kamen
allerdings auch zwei der Teilnehmer noch nicht mal in den Leistungsrang 3 sprich
Bronze. Hier hat sich im Laufe der Zeit auch einiges getan, sodass wir in
Zukunft auf bessere Teamvorführungen hoffen können. Eine
Enttäuschung war für mich Victor De L. aus den Niederlanden mit einem sehr
großen Bohrschiff mit 87,33
Punkten. Ich denke, dass in der Sichtprüfung die etwas unsaubere Bauart dieser
Schiffe, dazu noch ein sehr großer Maßstab, den Ausschlag gegeben haben. Für
uns Hamburger Teilnehmer war diese 8. Weltmeisterschaft, wie fast immer in den
letzten Jahren, wieder eine großer Erfolg. Wir brachten die Platzierung 1, 2, 3
und 4 in den - F 2 - Klassen nach Hause und können von daher mit dem
Abschneiden zufrieden sein. Die Fahrergebnisse, speziell meine, können mich natürlich
nicht so ganz zufrieden stellen, nächstes Mal wird das jedoch besser. Besonders
hat sich gezeigt, dass der Vorsprung der Chinesen. Die bekanntlich ihre Modelle
an Universitäten oder Modellbauschulen erbauen, nicht mehr so groß ist. Die
Bauprüfer sind inzwischen nicht mehr bereit, den Chinesen aufgrund ihrer langen
Anreise gewisse Konzessionen zu machen. Ich muss sagen, das es leider nicht
immer so war. Ich denke, es ist eine gute Sache für den gesamten Modellsport,
das der sog. "Einzelkämpfer", der sein Modell in eher dunkler
Werkstatt unter schlechten Bedingungen erbaut, nicht so weit hinten angestellt
wird. Diese Bedingungen sollten auch so gesehen werden und das wir, die Europäer,
ihre Modelle in Eigenregie ohne fremde Hilfe herstellen, ist jahrelang übersehen
worden! Die
einzelnen Siegerehrungen machten mich, der immerhin auf allen
Weltmeisterschaften vertreten war, wieder einmal nachdenklich. Gewisse Klassen
sind, man kann hierüber denken wie man will, zum Aussterben verurteilt und ich
kann nur hoffen, das für die Zukunft entsprechend verfahren wird. Es
ist nach dieser' 8. Weltmeisterschaft festzustellen, das der Wendlinger Club
mit seinen doch relativ wenigen Mitgliedern sich rührend um uns gekümmert hat.
Außerdem wurde ein ideales Gelände geschaffen - auch für zukünftige
Weltmeisterschaften. wobei ich jedoch sagen möchte, vielleicht haben sie dann
bei der nächsten Vorbereitung mehr Glück und Zeit als diesmal. Ein großes Dankeschön
an alle, die an dieser Weltmeisterschaft mitgewirkt haben! |
||||||||||||||||||||
|
H-Jürgen
Mottschall |
|
Bericht des 6. C-Weltwettbewerbs im vorbildgetreuen Schiffsmodell vom 20.-30.5.91 in VARNA (Bulgarien).
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
4. Championats Du Monde De Maquettes De Vitrines 18./26.
April 1987 in Rouen/Frankreich |
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Meine Anfahrt
zur 4. Weltmeisterschaft begann am Freitag d. 17.4.87 morgens um 5.00 Uhr. Die
Route führte über Aachen, vorbei an 1üttich und Amien nach Rouen. Um ca.
17.00 Uhr trafen wir auf dem Wettkampfgelände ein. Wir, das sind die Hamburger:
Carmen und Roland H., Jürgen H. und ich. Normalerweise hätte jetzt
die Registrierung sehr schnell vonstatten gehen können, leider brauchte ich
allein dazu eine gute Stunde, obwohl ich als einziger abzufertigen war. Dann kam
für mich der erste Schock, denn, obwohl ich wie alle Teilnehmer, vorher die Längen
und Breiten
Die
sonst feierliche Eröffnung der Weltmeisterschaft ging ziemlich schmucklos vor
sich. 6 deutsche Modellbauer übergaben an den französischen Verband ohne Musik
oder sonstige Reden die Naviga - Fahne und schon war die 4. WM eröffnet. Viele
Kollegen und Gäste fanden diese Eröffnung einfach
steril.
Am
Nachmittag folgte nun' die Bauprüfung in der Klasse Cl (53 historische Modelle)
und in der Klasse C2 (62 Schiffe mit maschinellem Antrieb). Hier versuchten die
armen Bauprüfer sich einen groben Überblick über die verschiedenen Modelle zu
verschaffen. Wenn man sich einmal vorstellt, zum einen die verschiedenen Maßstäbe
von 1:14 - 1:200 und noch kleiner, die verschiedenen Schiffstypen vom
Superschlachtschiff bis hin zum einfachen Torpedoreiter. Die Klasse Cl war In
meiner Klasse war für uns Teilnehmer ziemlich eindeutig klar, wer die vorderen
Plätze belegen würde. Die Rotchinesen mit 3 Booten, 1 Belgier und Dirk H.
aus Hamburg mit seiner "Borre" waren für mich die Favoriten. Zuerst
nahmen sich die Bauprüfer das größte chinesische Modell, die "Hu Jiu Lao
3" vor. Für uns, die Beobachter, stand jetzt schon einmal fest, es sollten
gewisse Maßstäbe gesetzt werden. Dieses Modell wurde sogar mit einer Lupe
untersucht. Wie sich am Ende
Am
zweiten Tag folgten jetzt wir restlichen BRD-Teilnehmer. Hier machte ich mit
meiner "Sydney Express" den Anfang und bekam gleich vom französischen
Bauprüfer B. zu hören, dass die chinesischen Schiffe viel besser gebaut
sind. Ich musste für mich selbst feststellen, dass ich noch nie einen Bauprüfer
mit so einer Negativ-Einstellung an Schiffsmodellen gesehen habe. Dieser gute
Mann machte von Anfang an alle Modelle so schlecht bei seinen übrigen Bauprüfern,
dass wir, die Zuschauer und sehr genauen Beobachter dieser Kommission, uns
unsere Gedanken machten!
Am
Mittwoch starteten wir mit mehreren Bussen eine Paris-Rundfahrt. Alle Teilnehmer
an dieser Fahrt waren restlos begeistert, zumal viele Paris zum ersten Mal
gesehen hatten. Selbstverständlich durfte der Besuch im Pariser Marinemuseum
nicht fehlen. Der Abschluss des Abends wurde mit einer Paris-Rundfahrt bei Nacht
gekrönt. Ich selbst war sehr beeindruckt!
Im Laufe des Donnerstags erfolgte die Wertung in der Klasse C3 (62 Schnittmodelle, Schiffs-Sektionen und Wasserlinien-Modelle) . Die zum Teil aus Platzmangel auf dem Fußboden stehenden oder noch in Kisten verpackten Modelle wurden auf einer jetzt geräumten Ausstellungsfläche am Ende der Halle aufgestellt. Für mich war diese Klasse wohl die schwierigste. Hier tummelten sich ganze Werftanlagen mit fast fertigen Schiffen auf den Helligen genau so wie Schnitt- und Wasserlinienmodelle. Die kleinen Exponate wie Aufbauten, Mastsektionen, Schiffskanonen und andere halbfertige Schiffsteile verloren sich fast gänzlich in dieser Repräsentation. Der Holländer Gerard V. belegte für viele von uns zurecht mit seiner phantastischen Holzarbeit des Schiffes
"Le
Vaisseau" im Maßstab 1:72, mit 96,66 Punkten den 1. Platz. Der Chinese
Zhikang, Wu mit einem Schnittmodell eines Fischkutters folgte hier mit 96
Baupunkten. Das Schnittmodell "Beidou Hao" im Maßstab 1:100 war genau
wie das andere chinesische Modell "Bin Hai 282" im Maßstab
1:50,
ein Versorger-Typ, eine richtige Augenweide. Auf diesen Schiffen konnte man
sogar eine exzellente Spantenarbeit im Rumpf sowie die Ausrüstungen und
Maschinen in den einzelnen Räumen betrachten. Selbst eine kleine Drehbank im
Storeraum war vorhanden. Vor diesen Arbeiten konnte
wohl
jeder nur seinen Hut ziehen. Ich selbst war in dieser Klasse mit meiner
Schwergut-Sektion eines 120 to-Stülcken-Systems vertreten. Für diese Arbeit
bekam ich 85 Baupunkte, somit eine Silbermedaille und war damit hochzufrieden.
Gleichzeitig
liefen die Bauwertungen in der Klasse C4 (37 Modelle kleiner als im Maßstab
1:250). Hier waren Modelle von 1:250 bis 1:1200 vertreten. In diesen Klassen
gaben die rotchinesischen Modellbauer den Ton an. Was hier gezeigt wurde, waren
wahre Meisterwerke, sei es bei den Schiffen der Neuzeit oder den historischen
Segelschiffen. Diesen Modellbau kann man wahrlich nur mit einer Speziallupe
betreiben. Ein Teil der Segelschiffe, Maßstab 1:350 und 1:400 zeigte sogar den
Rumpf offen. Selbst in diesem Maßstab wurde noch eine genaue Spantenarbeit
gezeigt. Mit 96 Punkten belegte der Chinese Rong Xu mit dem Forschungs- und
Rettungsschiff "Xiangyanghong 10" im Maßstab 1:800 den ersten Platz.
Am Donnerstag Abend bei der offenen Bauwertung der Klassen Cl und 2 gab es dann
doch einige Unmutsäußerungen bei den zum Teil niedrigen Wertungen und der
Differenz bis zu 9 Punkten. Selbst unbeteiligte Zuschauer stellten immer wieder
die Frage, warum nicht zumindest für die Klassenbesten 99 oder gar 100 Punkte
vergeben werden. Leider war es auch hier, wie so oft, dass der
Oberschiedsrichter Herr M. aus Polen die obere Grenze mit 95 Baupunkten für
die Schiedsrichter festlegte. Dieser Herr ist für mich ein ganz besonderes Phänomen
unter den "Modellbaufachleuten", ohne die Bauunterlagen oder Bilder
anzusehen, geht er die Reihe der Schiffsmodelle ab und sucht immer wieder ganz
verzweifelt sein 100-Punkte-Modell. Ich bin einmal gespannt, ob er es je findet,
vielleicht kommen ja irgendwann einmal die kleinen Marsmenschen mit diesen
Modellen, oder ganz einfach, er zeigt uns einmal seine Modelle! Vielleicht
erleben wir Modellbauer, die sich innerhalb festgelegter Grenzen bewegen, einmal
eine korrekte Regelwerkeinhaltung unserer Bauprüfer. Viele meiner
Modellbauer-Kollegen waren nach diesen Ergebnissen sehr enttäuscht und überdenken
eine weitere Teilnahme in diesen Klassen. Die zum Teil abgegebenen Wertungen
waren keine Werbung für den Modellbau, sondern einfach eine Frechheit oder
Unwissenheit. Ich selbst bekam für meine "Sydney Express" folgende
Wertung: 92, 91, 87, 87 und 93 Baupunkte, nach Streichung der höchsten und
niedrigsten Wertung kamen jetzt genau 90 Baupunkte und somit eine Goldmedaille
heraus. Speziell in diesen Klassen werden immer wieder gute, mit großem Aufwand
gebaute Modelle, abgewertet und kleine, mit geringem Aufwand,
Freitag
morgen nahm ein großer Teil der Schiffsmodellbauer an einer Seine-Fahrt teil.
Nach dem Ärger vom Donnerstag war das genau die richtige Entspannung für uns
Modellbauer.
Die
offene Wertung der Klassen C3 und C4 fand am Samstag um .15.00 Uhr statt. Hier
zeigte sich, wie schon angekündigt, eine stabilere Wertung. Vielleicht ist den
„Fachleuten“ der Jury auch ganz einfach nur zu Ohren gekommen, dass der
Modellbauer sich allmählich veralbert fühlt. Wie immer zeigten sich dann auch
einige Überraschungen, aber auch sehr gute Ergebnisse.
Der "bunte Abend" am Samstag um 20.00 Uhr war natürlich der Höhepunkt
für den einen oder anderen. Das gute Essen und die entsprechenden Getränke
sorgten letztendlich für die richtige Stimmung. Für mich endete dieser Abend
um 3.00 Uhr morgens.
Die
Siegerehrung am Sonntag bildete den Abschluß der 4. C-WM. Ich selbst hatte das
Pech, beim Aufruf der Goldmedaillen-Gewinner vergessen zu werden, schlich mich
aber dann doch durch die Aufforderung eines Kollegen mit nach vorn. Wenigstens
bei der Vergabe der Medaille und Urkunde wurde ich dann nicht vergessen. Der Höhepunkt
war dann die Verleihung der Pokale. Der englische "King-Gedächtnis-Pokal"
wurde an den Modellbauer mit der höchsten Wertung aller Klassen vergeben, also
an Gerard V. aus Holland. Die restlichen Pokale bekamen französische Wettkämpfer,
die zwar weit im hinteren Punktefeld auftauchen, aber was soll's!
Zusammenfassend
möchte ich sagen, das Rahmenprogramm war hervorragend, leider kam der
eigentliche Sinn und Zweck unseres Zusammentreffens zu kurz, ganz zu schweigen
von der Organisation. Am späten Sonntagabend fuhr ich wieder in Richtung
Hamburg, wo ich nach 10 stündiger Fahrt endlich eintraf.
Um
diese Weltmeisterschaft richtig zu beschreiben, hätte es Buches bedurft. |
||||||||||||||||||||||
|
|
||||||||||||||||||||||
|
5. Weltmeisterschaft vom 07.06. - 15.06.1987 in Schwerin (DDR)
Der nächste Schritt war natürlich sofort, die Wettkampfstätten in "Augenschein" zu nehmen. Da ich dieses Gewässer von internationalen Wettbewerben her kenne, war für mich die Anlage in- zwischen bekannt. Unsere Unterkunft war im Stadtteil Lankow ca. 7 km vom See entfernt. Alle, die nicht Zelten wollten waren also hier in geräumten Lehrlingswohnheimen der Lederwaren in 2 und 4-Bettzimmern untergebracht. Die Camper mussten ca. 16 km fahren. Frühstück und Abendessen fand jeweils auf der "Neuen Dreesch" statt, das Mittagessen im Schloß direkt am Schweriner See. Am Montag von 8.00 - 17.00 Uhr fand das sog. Training auf dem Parcour statt. Hier fanden sich so nach und nach die Fahrer der verschiedenen - F 2-Klassen - ein, teils mit Schiffen oder nur aus Neugier. Für mich persönlich bringt zwar so ein Training nicht viel, immerhin kann man mit Gleichgesinnten schippern. Jeder weiß, im Wettkampf zählen die Punkte und nicht beim Üben.
Um 19.00 Uhr begann dann der offizielle Teil der 5. Weltmeisterschaft. Da ich einer der amtierenden Weltmeister war, hatte ich die Ehre, unsere Nationalflagge zu tragen. Die offiziellen Reden auf dem Marktplatz waren relativ kurz. Innerhalb einer Stunde, bei etwas Regen, war auch dieses überstanden. Insgesamt 15 Nationen mit 318 Teilnehmern in 21 Klassen waren hier zum Wettstreit angetreten. Die bundesdeutsche Mannschaft war die stärkste Mannschaft mit 65 aktiven Teilnehmern und 58 Starthelfern und Schlachtenbummlern. Nur die DDR-Mannschaft war in etwa gleichstark. Am Dienstag begann dann der eigentliche Wettkampf in unseren Klassen - F 2 -. Die - F 2 a-Klasse - hatte pünktlich um 8.00 Uhr den Beginn ihrer Bauprüfung. In dieser Klasse hatten wir mit Dirk Hamann, Klaus P. und Achim T. gute Vertreter. Insgesamt waren. hier 12 Modelle am Start. Die 5 Bauprüfer hatten jetzt natürlich eine gewaltige Arbeit zu leisten. Die offene Bauprüfung im Anschluss brachte dann für mich keine sehr große Überraschung. Sieger in der Bauprüfung mit 96,33 Baupunkten wurde Dirk H. mit seinem Modell eines Ro-Ro-Frachters im Maßstab 1:100, die "Borre". Die 2. Plätze belegten der Chinese He Ren Zhang mit einem Forschungsschiff 1:75, der "Binhai 512" und der DDR-Sportler Arnold P. mit dem Kriegsschiff im Maßstab 1:100, der "Duilio". Die "Brocken", ein Spezialschwergutschiff im Maßstab 1:100 von Manfred Z. aus der DDR, kam jetzt schon mit 94,67 Punkten auf den 4. Platz.
Hier zeigte sich jetzt schon wie in allen übrigen Klassen nachher: es konnte nur das Fahren auf dem Parcour die Entscheidung bringen. Der geringste Fehler, und das sind nun einmal 2 Punkte, konnte gewaltige Platzveränderungen bringen, also Spannung bis zum Schluß! Als nächstes folgte dann die Bauprüfung der Klasse - F 2 b -. In dieser Klasse waren 18 Teilnehmer am Start. Wir, die deutsche Mannschaft sogar dadurch, daß ich ja der Titelverteidiger war, mit 4 Schiffen. Werner T. mit einem holländischen Versorger, Karl M. mit einem Bugsier- Hochseeschlepper, der "Simson" und Eberhard T. mit dem Zerstörer "Z 34" waren meine bundesdeutschen Mitstreiter. Die offene Bauwertung ergab dann folgenden Stand der Bauprüfung: Auf den 1. Platz kam der Chinese Deng mit einem phantastisch gebauten Forschungsschiff im Maßstab 1:100, der "Xiangyuang Hang 10", ein Modell aus Weißblech gefertigt mit 98,33 Baupunkten. Diese Bauwertung war die bisher höchste Baunote auf Weltmeisterschaften! Den 2. Platz belegte Peter S. aus der DDR mit einem Landungsschiff in einem Maßstab 1:75 und 96 Baupunkten und auf den 3. Platz folgte ich schon mit 94,67Baupunkten mit meiner "S.A. Van Der Stel" im Maßstab 1:100. Für mich persönlich noch einmal eine schöne Bauwertung, lag ich doch nicht all zu weit zurück. Auch hier mussten wieder die Plätze letztendlich ausgefahren werden. Während unserer Bauprüfung kam schon die für mich schöne Meldung, unser Dirk H. aus Hamburg hatte in seinem 1. Lauf, mit ein bisschen Glück im Dockmanöver, 100 Punkte erreicht und stand somit als 1. Weltmeister in dieser - F 2-Klasse - fest. Dirk hatte insofern auch mit dem Wetter ein bisschen Glück, gerade zu seinem Dockmanöver herrschte Windstille und er konnte in aller Ruhe dieses Manöver zu Ende fahren. Wie so oft im Laufe des Wettbewerbs mussten gerade im Dockmanöver einige Teilnehmer die böse Erfahrung durch den böigen Wind machen. Im wahrsten Sinne des Wortes wurden die Schiffe vom Winde verweht! Wind im Maßstab 1:100 gibt es ja bekanntlich noch nicht. Die Plätze 2 - 4 waren bis zum 3. Lauf in dieser Klasse offen. Endlich im 3. Lauf fuhr der Chinese seine 100 Fahrpunkte. Da Arnold P. 98 Fahrpunkte in allen 3 Läufen hinlegte, bekam er den undankbaren 4. Platz. Den 3. Platz belegte Manfred Z. aus der DDR mit seinem Spezialschwergutschiff "Brocken" im Maßstab 1:100. Manfred ist gleich im 1. Lauf seine optimalen 100 Punkte gefahren und dank seiner guten Bauwertung auf den 3. Platz gekommen. Am Nachmittag folgte jetzt für uns in der - Klasse F 2 b der 1. Lauf. Der Chinese Deng fuhr 98 Fahrpunkte raus und war dank seiner guten Bauwertung nicht mehr vom 1. Platz zu verdrängen. Somit stand der Weltmeister in der Klasse -F 2 b - fest und ich, der bis dahin amtierende Weltmeister dieser Klasse, war enttrohnt. Mein Lauf mit der "S.A. Van Der Stel" erbrachte für mich 98 Fahrpunkte und schon den sicheren 3. Platz. Peter S. aus der DDR fuhr mit seinem Landungsschiff im 1. Lauf nur 84 Fahrpunkte, also war hier der 2. Platz durchaus noch zu erreichen. Im 2. Lauf kam jedoch der Peter auf 100 Fahrpunkte genauso wie ich. Die Reihenfolge am Schluss: Deng Erster, Peter Sager Zweiter und ich letztendlich der Dritte!
Auch hier wie in allen übrigen Klassen zeigte es sich, dass die guten Modellbauer sehr häufig, man kann sagen fast ausschließlich, auch ihre Modelle (Wettkampfgeräte) gut beherrschten. Wie exzellent einige gute Modellbauer ihre Schiffe beherrschten, zeigte sich in der Klasse -F 2 a -. Klaus P. aus Köln mit seinem Bugsierschlepper "1". In allen drei Läufen fuhr unser Klaus 100 Punkte! Selbstverständlich gehört auch ein bisschen Glück zum Kursfahren. Karl M., der ein 100-Punktelauf im 3. Durchgang zustande brachte, belegte zusammen mit Werner T. am Ende einen hervorragenden 4. Platz auf dieser 5. Weltmeisterschaft. Gleichzeitig, als wir um Punkte auf dem Wasser kämpften, fand im Saal die Bauprüfung - F 2 c -, also Modelle über 1,70 m, statt. Da ich ja selbst gerade an der Startstelle - F 2 - fuhr, wurde ich durch meinen Starthelfer Rüdiger und Dirk vertreten. In dieser Klasse - F 2 c - brachte ich meine "Sydney Express" an den Start. Die Bauwertung dieser Klasse war jetzt wie folgt: Als erstes die "SYDNEY EXPRESS" mit 93,67 Baupunkten, gefolgt von dem Bulgaren M. mit einem franz. Zerstörermodell "Le Terrible" im Maßstab 1:75 mit 93,93 Baupunkten. Zwei DDR-Sportsfreunde folgten jetzt noch mit 87,67 Baupunkten. Zwar hatte ich nur 0,33 Punkte Vorsprung, aber immerhin wurde das Ganze ja auf dem Wasser noch ausgefahren. Am folgenden Tag zeigte sich dann beim Fahren, der Bulgare hatte sein Schiff besser als ich im Griff und fuhr gleich 98 Punkte. Ich selbst hatte einige Schwierigkeiten mit meinem Schiff und fuhr nur 92 Punkte. Im 2. Lauf hatte ich diese Schwierigkeiten überwunden, schaffte allerdings wieder nur 92 Punkte. Im 3. Lauf hatte ich jetzt endlich mehr Glück und erreichte 94 Fahrpunkte, das hieß jetzt, der 1. Platz war vergeben. Das Stechen um den 2. Platz mit einem sicheren DDR-Fahrer, dem Sportler Peter J., sollte für mich wider Erwarten gut ausgehen. Beim Ziehen der Reihenfolge im Stechen hatte ich insofern Glück, dass ich als Erster fuhr. Hier konnte ich endlich 100 Fahrpunkte hinlegen, Peter J. fuhr einmal vorbei und somit war ich Zweiter in der Klasse - F 2 c -.
Für mich noch ein ganz persönlicher Erfolg insofern, denn niemals zuvor hatte ich mit diesem Schiff einen Wettbewerb 100 Punkte gefahren und auch noch nie ein Stechen gewonnen. Hier auf einer WM hatte ich insofern Glück, ich erreichte a) die 100 Fahrpunkte und b) das 1. Stechen, solang' ich überhaupt Wettbewerbe fahre. Für mich unter dem Strich noch ein Riesenerfolg! In der Klasse - EK - stellte der Russe Jury P. mit einem Raketenschlachtkreuzer, der "Kirov", ein Superschiff vor. Dieses Schiff war für mich wohl das beste Schiffsmodell dieser Weltmeisterschaft, leider nur mit 96,33 Punkten in dieser Klasse benotet. Wer dieses Modell, Maßstab 1:100 aus Weißblech gebaut, gesehen hat, musste einfach begeistert sein! Allein die Lackierung dieses Schiffes war eine Sonderklasse für sich. Leider fährt dieses Schiff nur in der sog. Geradeaus-Klasse, d.h. die Schiffe fahren auf einer 50 m langen Strecke und müssen am Ende dieser Strecke das mittlere Tor durchfahren, um 100 Punkte zu bekommen. Jury schaffte in gewohnter Manier diesen Parcour und wurde Weltmeister. Dieser klasse Modellbauer stellte uns 1979 in Duisburg schon einmal einen Raketenkreuzer der EK -Klasse in exzellenter Bauweise vor. Hatte man damals angenommen, er könnte sich modellbaumäßig nicht mehr verbessern, wurde man hier eines Besseren belehrt.
In der Klasse - F 6-traten 13 Mannschaften an. Hatten alle wieder auf die italienischen Sportsfreunde gewettet, die ja die letzten beiden Weltmeisterschaften für sich entscheiden konnten, so wurden wir überrascht! Die holländische Mannschaft mit einem exzellenten einschleppen eines Containerfrachters, immerhin über 5 m lang im Maßstab1:50, bekam 93 Punkte und belegten somit den 1. Platz. Zur Ehrenrettung der Italiener muss ich allerdings sagen, dass sie Pech mit ihrer Elektronik hatten, das ist aber nun einmal Wettbewerb. In diesen Klassen - F 6 - und "F 7- werden genau wie in den -C- Klassen leider nur sog. Leistungsstufen vergeben, also keine offiziellen Titel.
Den 1. Platz in der - F 7-Klasse - konnte unser Johannes L. mit 91,33 Punkten und einer gekonnten Leistung belegen. In dieser Klasse waren auch 13 Teilnehmer am Start. Gerade in diesen Klassen wird oft eine außergewöhnliche Show mit vielen elektronischen und Funkelektroniker Raffinessen gezeigt. Bei der Bauprüfung in den verschiedenen Klassen ist mir und anderen Teilnehmern allerdings auch aufgefallen, dass einige Bauprüfer sich zwischen den Modellschiffen ziemlich sorglos benahmen. Schlipse, Jackenärmel und Rockschöße lagen oft auf den Modellschiffen. Ein Bauprüfer, darauf angesprochen, gab zur Antwort: Das macht nichts! Entweder weiß dieser Bauprüfer nicht, was Modellbau ist, oder vielleicht hat er noch nie Modellbau betrieben. Mein Vorschlag wäre, an diesen Bauprüfer: Modellbau zu versuchen, damit für die Zukunft ein besseres Bewegen innerhalb so exzellenter Exponate gewährleistet wäre. Am Donnerstag unternahmen alle Teilnehmer der Weltmeisterschaft einen Schiffsausflug mit der "Weißen Schweriner Flotte" auf dem herrlichen See. Hier konnten sich auch endlich einmal die Helfer dieser WM ein bisschen erholen. An dieser Stelle möchte ich auch ein herzliches und großes Dankeschön an alle Mitarbeiter, die sichtbaren und unsichtbaren ,dieser WM loswerden! Jeder, der schon einmal einen Wettbewerb ausrichten musste, weiß wie schwer es ist, die verschiedenen Positionen zu besetzen. Immerhin soll der Teilnehmer ja keinen Grund zum Meckern haben. An unserer Startstelle der F 2-Klasse sorgte Herbert K. aus der DDR mit seiner Mannschaft, allen bekannt von den verschiedenen internationalen Wettbewerben in der 2. Weltmeisterschaft in Magdeburg, für einen ruhigen und reibungslosen Ablauf. Selbst bei dem nicht immer trockenem Wetter, von dem oftmals verheerenden böigen Wind, hatten wir immer ein gutes Wettbewerbsklima an dieser Startstelle. Insgesamt wurden auf dieser WM 17 mal Weltrekorde in den Rennbootklassen gebrochen" wobei letztendlich 12 neue Rekorde für die Rekordliste Bestand haben. Obwohl das Wetter nicht immer für eine Rekordjagd geeignet war, stellten u. a. die chinesischen Teilnehmer Fabelrekorde auf! Wer einmal in diesen Klassen zugesehen hat, konnte nur über die guten Reaktionen und vor allem die guten Nerven dieser Rennbootfahrer staunen. Einer der Höhepunkte dieser WM war am Donnerstag der sog. Bunte Abend. Was hier auf diesem Abend geboten wurde, war allergrößte Spitzenklasse. Die Akrobatik einer jungen Dame sowie die Tanzgruppen, verschiedene Turnübungen waren hier die Höhepunkte dieses bunten Abends. Selbstverständlich fehlte auch hier eine Modenschau nicht. Leider war für uns dieser Abend um 24.00 Uhr schon beendet. Zurückblickend möchte ich sagen, dieser bunte Abend ist für viele der Teilnehmer doch wieder eine sehr gelungene Attraktion, da gerade an solchen Abenden einige Bekanntschaften geschlossen werden und alte erneuert werden. Die Siegerehrungen begannen am Freitagnachmittag und folgten dann am Sonnabend und Sonntag. Besonders stolz macht es doch immer wieder, wenn bei dem betreffenden Sieger, nachdem er auf seinem Treppchen steht und wenn die Medaillen und Urkunden überreicht sind, die eigene Nationalhymne erklingt. Am Sonntagnachmittag begann dann für uns Teilnehmer dieser 5. WM der Abschied. Abschied insofern, daß sich alle teilnehmenden Nationen noch einmal auf dem Wettbewerbsgelände versammelten und nach den verschiedenen Reden der offiziellen Vertreter der Naviga dieser WM für beendet erklärt wurden. Für mich und die übrigen Hamburger Teilnehmer begann dann die Rückfahrt nach Hamburg. leider hatte ich dieses Mal an der Grenze nicht so viel Glück wie auf der Hinfahrt. Hier verlangte jetzt der Zöllner, dass ich meine Kisten vom Dach des Wagens herunterholen sollte bzw. öffnen sollte. Mein Starthelfer, der zum Glück gleich hinter mir stand, erhielt die Erlaubnis, mir behilflich zu sein. Nachdem ich die Kisten geöffnet hatte, wollte der gute Mann sogar noch in die Modelle hineingucken! Als ich erklärte, dass ich dieses Modell ganz und gar auseinander nehmen müsste, um ihm den Einblick zu verschaffen, sah er davon ab. Ich muss schon sagen, wenn man einmal gelesen hat, Motto der 5. Weltmeisterschaft in der DDR, für Frieden- und Völkerverständigung zu werben, dann war für mich das Verhalten hier etwas sehr merkwürdig. Hatte man uns doch vorher von entsprechender Stelle versichert, wir würden keine Schwierigkeiten an der Grenze bekommen. Aber das ist eben Wettbewerb. letztendlich kann ich nur sagen, für mich war diese WM wieder der Höhepunkt in meinem Schiffsmodellbau. Das nicht alle immer Glück haben können, ist selbstverständlich. Jeder, der an einem Wettbewerb teilgenommen hat, weiß, Glück und Unglück liegen ganz dicht zusammen! Die bundesdeutsche Mannschaft mit 19 errungenen Medaillen belegte den 1. Platz vor allen anderen. Die 19 Medaillen setzen sich wie folgt zusammen: 7 x Gold, 5 x Silber, 7 x Bronze und recht beachtliche sechs 4. Plätze machten den Erfolg dieser WM aus. Nur die Chinesen, die allerdings auch mit einer wesentlichen kleineren Mannschaft angetreten waren, erreichten noch einmal 7 Goldmedaillen, 4 x Silber und 2 x Bronze. |
|||||||||||||||||||||||||
|
H-Jürgen Mottschall |
||||||||||||||||||
|
NAVIGA
Wereldkampioenschap Scheepemodelsport Rotterdam 3.-11.08.1985 |
||||||||||||||||||
|
Nicht
jeder Leser wird jetzt gleich wissen, was diese Überschrift bedeutet. Der
Kenner der Materie weiß jedoch, sie handelt von der 4. Weltmeisterschaft für
Schiffsmodelle in Rotterdam. Für uns, den bundesdeutschen Teilnehmern, war
Rotterdam vom Anfahrtsweg im Gegensatz zur 3. WM 1983 in Stara Zagora
(Bulgarien) ein Katzensprung. Betrug doch meine Anfahrtsstrecke gerade 530 Km.
Nach geringen Passformalitäten an der niederländischen Grenze,
trafen wir schon am Freitag den 2.08. mit noch einigen ganz eiligen
Teilnehmern am Austragungsort im Zuiderpark von Rotterdam zusammen.
Nach
dem üblichen Hallo, nahmen wir auch gleich eine Besichtigung der
Wettkampfanlagen vor und stellten jetzt schon fest, was für eine immense Arbeit
vom niederländischen Veranstalter, speziell der Rotterdamer Modellbaufreunde,
geleistet wurde. Ca. 400 000 Gulden hätte die Veranstaltung gekostet wenn nicht
zeitweilig bis zu 150 Helfer mitgewirkt hätten. Durch diese Eigenhilfe wurden
insgesamt über 300 000 Gulden eingespart ! Der Rest der Summe wurde als
Ausfallbürgschaft von der Stadt Rotterdam übernommen. Allerdings mit der
Auflage, keine Eintrittsgebühr zu erheben. Selbstverständlich halfen auch so
renommierte Firmen wie; NEDLLOYD, Schlepperreederei SMIT und noch einige
Hafenfirmen kräftig mit. Insgesamt 5 Startstellen an 3 Seen wurden erstellt.
Ein großes Zelt zur Ausstellung der Modelle, Container für die stillen
Arbeitskräfte im Hintergrund einer jeden Veranstaltung sowie Container zur
Aufbewahrung der Modelle oder sonstigem Gerät standen bereit.
Sonnabend
den 3.08. trafen nun nach und nach die übrigen Teilnehmer ein. Die
Registrierung der Modelle ging sehr zügig vor sich. Senderkontrolle und die
Vermessung der Modelle klappten hier optimal. Bei der Vermessung der Modelle
kamen hier wie üblich, ganz andere Maße, als die, die im Bielbrief schon x-mal
geändert wurden, auf. Auf keiner WM habe ich bisher erlebt, dass die Maße
nicht doch geändert werden mussten. Zum Glück bewegten sich meine Maße immer
innerhalb der zulässigen Toleranzen. Vielleicht sollte man aber immer nur die 3
Erstplatzierten der Wettbewerbe vermessen. Im Sport wird ja auch nicht jeder
Sportler zur Dopingkontrolle geführt. Die Frage muss auch hier erlaubt sein,
warum gibt es überhaupt einen Meßbrief für ein Modell wenn die eingetragenen
Daten angezweifelt werden.
Am
Nachmittag wurde die IV. WM mit den verschiedenen Reden des stellv. Bürgermeisters
der Stadt Rotterdam Herrn F. und des Präsidenten der NAVIGA Herrn M. F.
eröffnet. Zuvor jedoch wurden die Eide der Schiedsrichter und der Sportler
abgelegt.
Die
Bauprüfungen der Kl. - F 2c / F 2b J/S begann am Montag. Nach Bendigung der
Bauprüfung erfolgte jeweils sofort die offene Wertung. Unser E. F. übernahm
sofort mit 93,33 Baupkt. in der Kl. - F 2c - vor dem Bulgaren M. mit 93 Pkt.
die Führung. Jeder, der den Erwin kennt, weiß, wie sicher er fährt. Für uns
also klar, eine sichere Medaille. Erwin gewann auch prompt den WM-Titel. Die übrigen
Platzierungen sieht man in den beigefügten Listen. Leider fehlten hier in
dieser Kl. die 2 angekündigten Chinesen. Zum Glück, waren doch durch die
Wasserverhältnisse auch so schon einige Schwierigkeiten vorhanden. Diese
Schwierigkeiten zeigten sich ja auch prompt im ersten Lauf beim Erwin. Ganze 93
Fahrpkt. bedeuteten zwar noch die Spitze, jedoch für ihn eine Fiasko. Sämtliche
Dockmanöver gingen durch den starken Wind daneben. Nicht ein einziger der
Teilnehmer erreichte im ersten Lauf die begehrten 100 Fahrpkt. Im 2. Lauf der Kl. Am 8.08. wurden jetzt endlich von E. F. und W. S. 100 und von G. R. 98 Fahrpkt. erreicht. Jetzt hatten wir in dieser Kl. den ersten und zweiten Platz, sowie von G. R. auch noch einen 5. Platz erringen können. Leider blieben von den gemeldeten 14 Modellen dieser Kl. am Ende nur 11 Schiffe übrig.
Am
Montagnachmittag erfolgte in der Kl. - F 2b - meine Bauwertung. Da ich ja schon
in den Tagen zuvor die chinesischen Modelle zu Gesicht bekam, war ich am Ende
auch nicht bei der offenen Wertung von meinen Baupkt. 93,33 für meine S.A. VAN
DER STEL enttäuscht. Die Chinesen lagen mit 96 und 95,33 Baupkt. vor mir.
Bekanntlich wird jedoch am Ende eines Wettbewerbs erst abgerechnet. Die übrigen
Wertungen s. Liste. Am gleichen Tage stellte ja auch noch die Junioren ihre
Modelle der Kl. - F 2b - vor. In dieser Kl. übernahm der bulgarische Teilnehmer
Gantscho G. mit einem Vermessungsschiff und 88,33 Baupkt. die Führung.
Selbstverständlich für unsere Jugend noch kein Grund, sich aufzugeben. Leider
ist in dieser Kl. nur allzu deutlich die Handschrift der Väter zu erkennen!
Hier wird mit dem Jugendlichen, der sein Modell wirklich selber baut, erheblich
Schindluder betrieben. Der 1. Lauf in dieser Kl. brachte auch hier keine
Entscheidung, fuhren doch nur die in der Bauprüfung hoffnungslos Abgeschlagenen
einigermaßen Punkte zusammen. Warum die Bauprüfer speziell mit den
Baukastenmodellen der Jugendlichen so erbarmungslos umgingen, entzieht sich
meiner Kenntnis.
Der
2. Lauf am 9.08. brachte die Entscheidung. Alexander K. fuhr mit seinem
Modell „HERCULES“ volle 100 Pkt. und war Dank dieser Fahrleistung
Weltmeister der Junioren - F 2b -, gefolgt von 2 Bulgaren. Sven G. und Peer
H. belegten die Plätze 4 und 5. Dienstag den 6.08., mussten die Jun. - F 2a - ihre Boote der Jury vorführen. In dieser Kl. lässt Martin O. aus Wendlingen für die Zukunft einiges erwarten. Sein gut gebauter Schlepper „PLANET“ im Maßstab 1:100, erzielte die höchste Bauwertung mit 91,67 Baupkt. Der Bulgare Kamen G. folgte mit geringem Abstand. Der 1. Lauf dieser Kl. brachte jetzt auch sofort eine Vorentscheidung. K. G. fuhr auf Anhieb 100 Pkt. und ließ sich auch nicht mehr vom ersten Platz verdrängen. Immerhin konnten M O., S. G. und D. K. in dieser Kl. die Plätze 2-4 belegen, eine recht stolze Leistung unserer Jugendlichen.
Am
gleichen Tag begann auch endlich der Fahrwettbewerb in der Kl. - F 2b -. Nicht
ein Teilnehmer der sonst so sicheren Fahrer, konnte an diesem Tage einen
100er Lauf erzielen. Selbst die Chinesen, sonst mit die sichersten
Fahrer, hatten total versiebt. Yu Ming Wei fuhr 92 und Chang Zhang gar nur 88
Pkt. Wei wurde obendrein noch am oberen Tor 6 Pkt. aberkannt, da er entgegen der
Regel offensichtlich sogar vor dem Tor Rückwärts fuhr. Sagt doch die Regel, es
muss vor jedem Tor eine sichtbare Vorausfahrt erkennbar sein. Hier wurden das 1.
x die seit Jahren bekannten Regeln
- leider nie angewendet - angewendet. Gerade auf den
letzten WM`s in Magdeburg und Stara Zagora, hatten einige gegen die Regel
verstoßen. Mir selbst glückten auch nur 94 Fahrpkt. Diese wenigen Pkt. langten
jedoch dank der hohen Bauwertung, für den 1. Platz. Von der Gesamtwertung her
hatte ich jetzt schon einen sicheren Medaillenplatz.
Der
2. Lauf am 8.08. brachte dann endlich für uns in dieser Kl. die Entscheidung.
Bei mir stellte ich im Vorwege doch eine gewisse Nervosität fest, war mir doch
klar, dass die Chinesen unter Druck - und das wahren sie jetzt - häufig nicht
mehr allzu sicher fahren. C. Zhang fing mit dem 2. Durchgang an, verfehlte am
oberen Tor und stieß beim Dockmanöver an (- 11 Pkt.). Der 2. Platz war mir
jetzt schon sicher, mehr als ich in dieser Kl. jemals erreicht hatte ! Unser
Neuling in dieser Kl. E. T., fuhr als Nächster 100 Pkt. und stand jetzt
schon im Stechen um den 3. Platz gegen den Chinesen C. Zhang. Nach einigen
anderen Fahrern durfte ich jetzt endlich zu meinem alles entscheidenen 2. Lauf
antreten. Ich fuhr 100 Pkt. und wie mir mein Starthelfer Dirk H. später
sagte; auch am oberen Tor fast perfekt in der Mitte durch. Nach mir kam der noch
amtierende Weltmeister Yu Ming Wei auf den Kurs. Er zeigte auf einmal eine sehr
große Nervosität, fuhr am oberen Tor prompt einmal vorbei und tickte noch
einmal von innen an. Auch in diesem 2. Lauf für ihn nur 92 Fahrpkt. das hieß,
Weltmeistertitel 1985 für mich mit der „S.A. VAN DER STEL“ in der Kl.- F 2b
- Nicht nur ich war im ersten Moment sprachlos, doch dann
großer Jubel und ehrliche Freude bei meinem Anhang. Auch die sog.
Verlierer Wei und Zhang, freuten sich zu meinem Titelgewinn. Der Krimi in dieser
Kl. war noch nicht zu Ende. Zwar verpasste J. Mierau durch einen unglücklichen
2. Lauf die Chance auf das Treppchen zu kommen, aber wir hatten ja noch E. T..
Der ließ sich diese Chance im Stechen um den 3. Platz nicht entgegen, legte 98
Pkt. vor und da der Chinese C. Zhang nur 94 Pkt. erreichte, hatten wir
jetzt sogar noch einen 3. Medaillenplatz in dieser Kl. Vielleicht hatte aber
auch die Standpauke unseres Mannschaftsleiters Heinz-Hermann K. bei uns den nötigen
Ehrgeiz geweckt, denn wer lässt sich schon gerne sagen; ihr seit wie die
blutigen Anfänger und besengte S... gefahren! Ich fand eine richtige Predigt
zur rechten Zeit war auch angebracht! Die Siegerehrung war für mich jetzt, wo
ich ganz oben auf dem Treppchen stand, ein ganz anderes Gefühl. Hatte ich doch
3 Anläufe ( 2x den 3. Platz) benötigt, um endlich auf den von mir zum Ziel
gesetzten 1. Platz zu kommen. Während der Siegerehrung und dem Abspielen der
deutschen Nationalhymne, gingen mir doch diese Stationen noch einmal durch den
Kopf.
Da
ich am 6.08. zur Bauwertung meiner „STAHLECK“ in der Kl. - F 2a - nicht
anwesend sein konnte ( ich fuhr gerade in der Kl. - F 2b -), vertrat mich mein
Clubkollege R. H.. Wie ich im Nachhinein hörte, recht erfolgreich. Auch
in dieser Kl. war die große Frage, wie groß wird der Abstand zum Chinesen Haiqing Liu. Er trat in dieser Kl. mit einem phantastischen chin. Fischheckfänger
1:75 an. Auf dieser WM stellten die Chinesen perfekt gebaute und lackierte
Modelle vor. Von Seiten der Chinesen wird jetzt allerdings auch ganz offen
zugegeben, dass ihre Modelle Mannschaftsmodelle sind
und in sog. Modellbauschulen (Universitäten) gebaut werden ! Wie
erwartet, bekam das Fischfangschiff auch 97 Baupkt. Meine „STAHLECK“ folgte
auf dem 2. Platz mit 94,67 Baupkt. Meine beiden Mitstreiten aus Köln, K. P.
mit der „BUGSIER 4“ und die „HALNY“ vom T. O. folgten mit 92
und 90,33 Baupkt. Da, aus welchen Gründen auch immer, die russischen und
DDR-Teilnehmer nicht am Start waren, war die Konkurrenz nicht ganz so stark wie
sonst. Sicherlich wäre sonst die eine oder andere Entscheidung am Ende der Läufe
anders verlaufen! Die beigefügten Tabellen sagen eigentlich mehr aus.
Am
8.08. erfolgte auch in dieser Kl. - F 2a - der 1. Lauf. Da H. Liu sofort im 1.
Lauf 100 Pkt. erreichte, war der 1. Platz vergeben. K. Pl. fuhr 98 und alle übrigen
Favoriten zwischen 94 und 96 Fahrpkt.
Auch der 2. Lauf am 10.08. brachte hier keine Gesamtplatzveränderung. Liu und
K. Pl. fuhren 100 Pkt., ich leider nur 94 und damit hinter K. Pl. auf dem 3
Platz. Aus meiner Sicht noch einmal
ein großer Erfolg, denn immerhin nahm die „STAHLECK“ von 1979 - 1985 zum 4.
x an einer WM teil. Auch die Platzierungen des Modells auf den WM konnten sich
sehen lassen sind doch immerhin die Plätze 1979 - 4., 1981 - 3., 1983 - 2. und
jetzt noch einmal der 3. Platz erreicht worden.
Auch
an dieser Stelle noch einmal ein gutes Wort für die Bauprüfer. Hatten sich bei
einigen WM`s vor Rotterdam die Bauprüfer nicht die magischen 95 Baupkt.
getraut, sah man hier einen ganz offensichtlichen Wandel ! Das die Arbeit der
armen Herren bestimmt nicht leicht war, konnte man an der großen Sorgfalt und
ihrer großen Mühe während der Bauprüfungen erkennen. Ich kann mir
vorstellen, dass der eine oder andere Bauprüfer sogar nachts von den Modellen
noch träumte. Ein ganz großes Dankeschön möchte ich allerdings dem
Startstellenleiter Hans G. aussprechen ! Er zeigte eine konstante Leistung,
traf seine Entscheidungen sehr sachlich und konsequent obwohl sein Amt nicht
immer leicht war. Der Mannschaftsleiter
H-H. K. war mal wieder eine glückliche Entscheidung des „nauticus“. Ich
denke, er hat seine Arbeit gründlich gemacht, sollte jedoch gewisse Emotionen gegen Personen unterlassen. Die dort anwesende Frau K.
hatte während des Wettbewerbs in Rotterdam bestimmt nicht allzu viel vom
gesetzlich verordnetem Glück. Das herzliche Dankeschön an alle stillen Helfer
im Hintergrund einer jeden Veranstaltung, sollte genau so wenig vergessen werden
wie an der Spitze G. Govert M., der diese emense Arbeit zu koordinieren
hatte.
Für
mich bleibt nur noch festzustellen, es war eine gelungene WM, es hat mich doch
den einen oder anderen Bekannten oder gar Freund im Modellbau etwas näher
gebracht. Das ist, finde ich, eigentlich wertvoller als so manche Medaille!
Leider hatte sich, wie üblich nach einer WM, noch kein neuer Ausrichter für
die nächste WM - 1987 - gefunden. |
||||||||||||||||||
|
|
|
C-WELTWETTBEWERB in RASTATT 25.-31.05.1985 |
||||||||||||
|
|
||||||||||||
|
Nach Jablonec und Lüttich
fand die C-Weltmeisterschaft
diesmal in Rastatt statt. Im
Gegensatz zu Lüttich hatten
sich hier nur knapp 200
Modelle in den einzelnen
Klassen der Wertung
gestellt. Das Ganze fand
statt in einer
Eissporthalle,
selbstverständlich ohne
Eisbelag. Diese Halle wurde
dem ausrichtenden Club zur
Verfügung gestellt,
natürlich nicht kostenlos.
Von den Räumlichkeiten her
war das eine einmalige
Anlage, da alle Modelle entsprechend großzügig
aufgestellt werden konnten.
Für die Teilnehmer standen
Schließfächer zur Verfügung,
wo das persönliche Gepäck
untergebracht werden konnte.
Daneben war der Tresen für
Bier, Wurst, Kaffee sowie
eine Cafeteria aufgebaut.
Die Registrierung fand am Freitag den ganzen Tag über statt und wurde erst abends um 21 geschlossen. So konnte der Wettbewerb am Sonnabend beginnen. Die feierliche Eröffnung war in der gegenüberliegenden Schule in Anwesenheit der Rastatter Honoratioren sowie der führenden Herren des "nauticus' mit den Hauptschiedsrichtern, Schiedsrichtern und was da alles so dranhängt. Nach den üblichen Reden begann der Wettbewerb gegen 10 Uhr mit der Bauwertung der Klassen C3 und C4. C3 war mit insgesamt 48 Modellen bestückt, C4 mit 29. Die Bauprüfkommision der C1/C3 bestand aus den Herren E. (DDR), F. (Belgien), Li Yuging (VR China), L. (Polen) und M. (BRD), C2/C4 werteten die Herren S. (Frankreich), van den B. (Niederlande), W. (DDR), K. (Bulgarien) und M. (BRD). Die Klasse C3, in der ich mit meinem Schwergutmast antrat, hat sich seit Lüttich stark verbessert. Hier traten, wie schon bei den anderen Welt-Wettbewerben, die Chinesen verstärkt auf. Sämtliche Modelle der Chinesen wurden als sog. Mannschaftsmodelle aufgeführt mit dem besonderen Hinweis, dass der Großteil von Lehrern bzw. Modellbauern der Modellbauschulen in China erbaut wurden. Die Bauprüfer gaben sich meiner Meinung nach wesentlich mehr Mühe als in Lüttich. verglichen die Pläne mit dem Modell und rangen wirklich um die Punkte. Allerdings gab es dann bei der offenen Bauwertung doch tatsächlich hin und wieder 6, 7 oder gar 8 Punkte Differenz zwischen den Bauprüfern. Insgesamt waren die Leistungen jedoch recht einhellig und konstant.
I.
L. des Dienstag fing die
Wertung für C1 und C2 an, in
denen wir Hamburger, Dirk
H. und ich, mit drei
Schiffen vertreten waren,
Dirk mit der "BORRE" und ich
mit der "SYDNEY" "EXPRESS"
und der "STAHLECK". C1 war
mit 57, C2 mit 52 Modellen
bestückt. Auch hier
erbrachten die Bauprüfer
wieder große Leistungen, vor
allem wenn man die
unterschiedlichen
Schiffstypen berücksichtigt:
Maßstäbe von 1 : 10 bis 1 :
250, vom kleinsten
Ruderboot bis hin zum
riesig großen Viermaster,
aufgetakelt und nicht
aufgetakelt. Am
Donnerstagabend war dann
endlich offene Wertung für
C1/C2. Wir Hamburger haben
dabei recht gut
abgeschnitten: 2., 7. und
8.Platz,
"selbstverständlich" alle im
Goldrang, d.h. über 90
Punkte. Vor und zwischen uns
Chinesen, hinter uns
Italiener und Franzosen.
Sicherlich war der eine oder
der andere mit der
erreichten Punktzahl nicht
zufrieden, aber wir können
nicht meckern! Auch hier ist
steigende Qualität zu
verzeichnen. Modelle, die
noch vor Jahren ganz vorn
lagen, sind jetzt einige
Plätze tiefer
wieder zu finden. |
||||||||||||
|
In
die ganze Freude mischen
sich jedoch auch etliche
Wermutstropfen. Durch neue
NAVIGA-Regeln dürfen einige
Spitzenmodelle, die auf
solchen Wettbewerben ganz
vorne mitmarschiert sind,
nicht wieder starten.
Selbstverständlich war davon
auch der eine oder andere
Kollege enttäuscht. Sich
einzureden, mal ein gutes
Modell gebaut zu haben,
reicht nicht. Man muss neue
Modelle mit möglichst noch
höherem Standard bringen -
oder abtreten!
Am Freitagmorgen war dann die offizielle Siegerehrung, eine ganz festliche Sache. Nach den unvermeidlichen Reden wurden Urkunden und Medaillen vergeben, und ich konnte mich wieder einmal riesig freuen, noch einmal in dieser hohen Leistungsstufe aufgetreten zu sein. Auch für unseren Dirk Hamann, und das war mir eine besondere Freude, hat sich diese WM gelohnt. Er hat sich wacker geschlagen und ebenfalls Gold gewonnen. Noch einmal ein Dankeschön an den Ausrichter, an der Spitze Kurt H. mit seiner gesamten Truppe. Ein Dankeschön an alle Mitarbeiter, die eine gewaltige Arbeitsleistung im Hintergrund vollbracht haben! |
||||||||||||
|
Hans-Jürgen Mottschall |
||||||||||||
|
||||||||||||
|
Nach
Jablonec (CSSR) vor zwei Jahren, fand die II. WM der Standklassen in Liege (Lüttich)
im Palais de Congres statt. Ausrichter war der „Liege Marine Club“. Am
Sonntag den 14.08. fanden sich nach und nach die ersten Teilnehmer im Palais
ein, wo auch sofort reibungslos die Registrierung und Anmeldung der Teilnehmer
und Modelle durch unseren Mannschaftsführer Friedrich Heßmer erfolgte.
Insgesamt gingen 210 Modelle in den - C 1 - bis - C 4 - Klassen an den Start.
Die deutsche Mannschaft stellte auch hier wieder einmal das stärkste
Kontingent. Am
Montag Vormittag fand die offizielle Eröffnung der II. C-WM mit dem Einzug der
Nationen statt. Nach dem Aufziehen der NAVIGA-Fahne und der Vereidigung sämtlicher
Bauprüfer, konnte endlich der eigentliche Wettbewerb beginnen. Nach Bekanntgabe
der beiden Bauprüfkommissionen stellte sich heraus, dass kein
westdeutscher Bauprüfer in
den Bauprüfkommissionen eingebunden war. Etwas merkwürdig war es für uns auch
zu hören, dass Edmund E. (nauticus - Präsident)
vom belgischen
Veranstalter abgelehnt wurde. Die
Kommissionen setzten sich wie folgt zusammen:
-
C 1 - und - C 3 - Leiter
- Rudolf E. DDR,
Vsevold R. Rumänien, Robert G. Belgien,
Jean Claude B. Frankreich, Eduardo G. Italien. - C 2 - und - C 4 - Leiter - Alexis S. Frankreich, Istvan B.Ungarn, Yuging L, China, Lèon B. Belgien, Georgi M. Bulgarien.
Die jeweils
Erstgenannten jeder Kommission hatten schon
international gewertet, alle übrigen waren Neulinge. Speziell die
Ergebnisse der - C 3 - spiegelten die verschiedenen Auffassungen der Prüfer über
Modellbau recht deutlich wieder. Unterschiede von bis zu 10 Pkt. waren hier am
Dienstag Abend bei der offenen Bauwertung normal. Wir, die Teilnehmer,
bezeichneten die Wertungen als einzigen Skandal ! Besonders krass fielen die
Wertungen des italienischen Bauprüfers aus, wobei er allerdings nie vergaß,
die eigenen Landsleute in den Himmel zu werten. Herr G. aus Belgien fiel
1979 in Duisburg als Startstellenleiter schon sehr unangenehm auf, hier,
auf dieser Meisterschaft, zeichnete er sich jedoch als absoluter Laie des
Modellbaus richtiggehend aus. Das die Klasse - C 3 - sehr schwer zu werten ist, haben die Fachleute längst begriffen. Gerade hier treffen immer wieder die verschiedenen Maßstäbe von 1:10 bis 1:1000 zusammen. Wobei auch noch die historischen- neuzeitlichen Schiffe sowie Fragmente von Dockanlagen und Kanonen sowie szenarischen Zusammenstellungen aufeinander treffen. Gerade hier haben sich etliche Neumodelle gezeigt.
Helmut
Thomas bekam mit seiner Dockanlage 92,33 Pkt., Walter P. für seine
beiden Modelle 90,67 und 86 Pkt.. Siegfried V. mit
seiner „SAN FELIPE“
schaffte gerade noch 72,33 Pkt. Dirk H. bekam für die Lukensektion 77,67 Pkt. und ich selbst für meinen Schwergutmast noch gerade 78,33 Baupkt.. In
der - C 4 - startete nach einigen
Jahren der Abstinenz, wieder M. W. mit seiner japanischen Flotte im Maßstab
1.1 200. Wie in den Jahren zuvor, traf er wieder auf den polnischen Modellbauer
Jacek D. M. W. belegte in dieser Klasse die ersten
3 Plätze. Die Punkte wurden folgendermaßen vergeben: Schlachtschiff „YAMATO“
95, für den schweren Kreuzer „NACHI“ 93,33 und für den Flugzeugträger
„JUNYO“ 93 Pkt. Herr Alfred A. bekam
für seine 3 historischen Modelle
1:1 250 72,67, 72 und 71 Baupunkte.
Beim Betrachter der Modelle sollte man sich immer wieder vor Augen führen, dass diese Modelle kleiner als im Maßstab 1:1 000 gebaut sind. Gerade dieser Wettbewerb wurde mit etlichen Schiffchen dieses Maßstabes beschickt. Obwohl diese Modelle oft mit bloßem Auge nur schwer im Detail zu erkennen sind, habe ich hier etliche Stunden beim Betrachten dieser Modelle zugebracht. Diese Bauprüfkommission ließ allerdings auch für die - C 2 - Gutes erhoffen. Hier waren die abgegebenen Wertungen von sehr gut bis gut. Allerdings muss auch hier gefragt werden, ob die Höchstwertung von 100 Pkt. nicht endlich vertretbar gewesen wäre. Ich denke , eine WM wäre der geeignete Wettbewerb. Insgesamt starteten 28 Modelle dieser Güte in dieser Klasse. Die - C 2 -, in der ich mit der „STAHLECK“ und S.A. VAN DER STEL“ startete, war mit 73 Teilnehmern die stärkste Klasse. Hier war auch von der Qualität das stärkste und höchste Angebot. Angefangen mit dem englischen Schlachtschiff „VANGARD“ 1:96 vom Schotten Alex Mac F. in 7 Jahren erbaut. Das Schiff, mit einer Gesamtlänge von 2,60 mtr, erdrückte schon fast durch seine Gewaltigkeit. Das Geleitschiff „RD 42“ 1:25 vom Italiener Pierluigi B. hatte ich im ersten Moment fast übersehen, da es auch ziemlich abseits stand. Beim näheren Hinsehen erkannte ich die wunderbare Modellarbeit, wie die gesamten Nieten auf den Plattengängen der Außenhaut und der Feinarbeit an den Kanonen. Die Lackierung an diesem Modell war noch einmal ein Höhepunkt dieser komplexen Leistung. Unverständlich bleibt auch hier für alle Fachleute das zu gute Abschneiden der chinesischen Modelle. Diese Modelle haben zwar ein sehr gutes Finisch, geht man jedoch ins Detail, stellt man fest, daß sehr viele Einzelteile, wie Winden, Ankergeschirr, Rettungsboote und Rettungseinrichtungen unter Niveau liegen. Ganz krass traten diese Negativposten an dem Modell „XIANGHONG 10“ Maßstab 1:75 des Chinesen Tianzhien Li hervor. Die Verbeugung der Bauprüfer vor den ach so weit angereisten chinesischen Modellbauer wird ja allmählich schon peinlich. Vielleicht wird uns im umgekehrtem Fall -sollten wir einmal nach China fahren- auch die zurückgelegte Strecke nach Punkten zugerechnet, persönlich glaube ich das nicht ! In dieser - C 2 - treten auch jedes mal kleinere Modelle, d. h. unter einem Meter an. Besonders fiel hier das aus der DDR kommende Spezial-Schwergutschiff „BROCKEN“ im Maßstab 1:100 von Manfred Z. auf. Der Zerstörer „LENIN“ im gleichen Maßstab von Arnold P. aus der DDR gebaut, war schon in Bulgarien in der - F 2a - mein stärkster Konkurrent der „STAHLECK“. Auf der „LENIN“ stachen besonders die Grätings im Bereich der Brücke und die Detaillierung der Kanonen hervor. Speziell in dieser Klasse haben es immer wieder die kleineren Modelle sehr schwer, einen der vorderen Plätze zu erreichen. Hin und wieder jedoch gelingt durch exakte Bauausführung oder die Besonderheit des Modells solch ein Ergebnis. Meine „STAHLECK“ und der Schlepper „GARANT“, beide mit 90,67 Pkt., sind die besten Beispiele. Wenn man jedoch die Relation der Punkte zur „S.A. VAN DER STEL“, die nur 91 Pkt . bekam sieht, stellt man fest, irgend etwas kann nicht stimmen. Die übrigen Ergebnisse sind aus der Liste zu entnehmen. Das eine Bauwertung nicht immer für alle Beteiligten die gewünschten und erträumten Ergebnisse bringen kann, liegt auf der Hand, wie sich jedoch H-J. B. aus Lübeck nach Bekanntgabe seiner berechtigten 87 Baupunkte für sein Modell „HERMES SCAN“ aufführte, spottete jeder Beschreibung. Hier konnten der anwesende nauticus-Präsident und andere Nationen sehen, warum wir, der SMC-Hamburg, uns von diesem Modellbauer nach ähnlichen Vorkommnissen 1978 trennten. Das Schlimme war nur, er hat nicht nur sich, sondern vor allen Dingen dem nauticus sehr geschadet. Persönlich hoffe ich, für die Zukunft von solchen Teilnehmern verschont zu werden, national wie international! An dieser Stelle möchte ich jedoch das fabelhafte Verhalten und die sehr gute Kameradschaft der übrigen Mannschaften hervorheben. Wie immer herrscht ja bekanntlich sehr viel Hektik auf solchen Wettbewerben. Die belgischen Modellbaufreunde des Liege Marine Clubs zeigten uns, den Teilnehmern gegenüber, eine sagenhafte Hilfsbereitschaft ! Auch dafür mein herzliches Dankeschön.
Die - C 1 - mit 55 Modellen, war die zweitstärkste Klasse. Sehr viele Neubauten zu Jablonec waren hier nicht zu verzeichnen. Wie schon gehabt legte Wolfgang Q. aus der DDR die Meßlatte mit seiner „LE AVENIR“ im Maßstab 1:100 sehr hoch , hier immerhin mit 96,67 Pkt. Leider wurden dadurch nachfolgende Modelle, bis auf ein chinesisches Flußboot, sehr tief gewertet.. Unseren chinesischen Modellbaufreunden konnte man ihre Zufriedenheit über solch großartigen Geschenke - 3 x Gold - anmerken. Vielleicht schreibt ein selbst Betroffener dieser Klasse etwas über diese Vorkommnisse. Mir gegenüber wurde doch ein großer Unmut aus dieser Klasse klargemacht. Das Festbankett am Sonnabend bildete den Abschluss der II. - C-WM -. Ein Essen mit 7 Gängen und jede Menge italienischen Wein - gestiftet von der italienischen Mannschaft - sorgte hier für die richtige Stimmung. Ich selbst beendete für mich um 03.00 h das Bankett, da ich am nächsten Morgen um 08.00 h meine Modelle verladen wollte. Gegen 09.30 h, nachdem ich mich von allen meinen Freunden verabschiedet hatte, fuhr ich dann in Richtung Hamburg, wo ich dann auch endlich gegen 14.00 h eintraf. Die nächste - C -WM - soll 1985 in Rastatt stattfinden, oder wie auch gesagt wird, in Baden-Baden. Persönlich würde ich mich freuen, auch dort wieder teilnehmen zu können. |
||||||||||||
|
Hans-Jürgen
Mottschall |
|
III.
Motoren-WM in Stara Zagora (Bulgarien) 4.-11.07.83 |
|
Am
1.07. Begann für Roland Häusler und mich das Abenteuer Bulgarien. Morgens
gegen 08.30 h , nachdem wir die S.A. VAN DER STEL auf dem Dach des PKW und das
übrige Gepäck verstaut hatten, ging die Fahrt in Richtung Stuttgart. Gegen
21.00 h wurde dann das Gepäck und die Schiffsmodelle in Stuttgart in den
bereitstehenden Reisebus der Firma Zauner verladen. Kurz nach 22.00 h konnte nun
das Abenteuer Bulgarien fortgesetzt
werden. Während der
gesamten Nacht sowie den folgenden Tag waren wir auf der Autobahn und trafen
nach dem Passieren der österreichischen
und jugoslawischen Grenze in unserem Übernachtungshotel
„Jagidina“ bei Ni`s
gegen 22.00 h ein. Nächsten Morgen um 09.00 h
erfolgte die Weiterfahrt, einige Stunden später konnte die bulgarische
Grenze problemlos überschritten werden. Endlich, am Abend gegen
22.00 h sahen wir unser Zielort Stara Zagora vor Augen. In der ersten
Nacht achteten wir natürlich wegen der großen Müdigkeit
nicht auf das „Hotel“, das traf uns am nächsten Tag um so schlimmer
! Wir hatten ein 3-Bett-Zimmer gemietet, wurden aber das Gefühl nicht los, die
Abstellkammer bekommen zu haben. Mit Frühstück hatte jeder von uns für diese
paar Tage DM 284,- bezahlt, aber
gemeinsames Unglück lässt sich ja bekanntlich leichter ertragen, wir wollten
ja auch nach dem anstrengenden Wettkampfgeschehen nur schlafen Am Montag sollte
die Registrierung der Modelle erfolgen. Gleich im Vorwege sei hier gesagt; was
war das hier bloß für ein Hick-Hack. Hier mussten wir alle unseren
Mannschaftsführer Kurt B. sowie seinen Stellvertreter Dieter M.
bewundern. Obwohl unser Kurt aus Duisburg schon allerhand gewohnt war, lernte er
hier noch gewaltig dazu. Alle Teilnehmer bewunderten seinen verbissenen
Kampfgeist und sein Stehvermögen für unsere Mannschaft. Wurde doch
sogar vom bulgarischen Verband behauptet, wir hätten noch nicht unsere Start-
und Hotelgebühren bezahlt. Zum Glück hatte
Kurt sämtliche erforderlichen Unterlagen parat ! Was wir hier feststellen mussten war einfach, es war nichts organisiert, weder Startkarten noch Meldelisten oder gar die Zuteilung zu den Startklassen war vorhanden ! Dieser gesamte Papierkram wurde jetzt innerhalb der nächsten 2 Tage geschrieben. Gegen Mittag erfolgte jetzt endlich die Registrierung, wie sonst üblich, aber keine Vermessung der Modelle. Das hatte seinen Grund darin, dass hier ein total aus dem Winkel hergestelltes Meßgerät verwendet werden sollte. Der Höhepunkt war allerdings, dass die Schiffsbreite mit einer ca. 10 Kg schweren Schublehre verwendet werden sollte. Hier war das Maß einfach voll, zumal man vorher meine kleine STAHLECK um glatte 20 mm verlängert hatte und das bei Modellen, die schon etliche Male unter anderem sogar elektronisch vermessen waren.
Endlich,
am Dienstag Abend wurde die III. WM-Motoren eröffnet. Vor dem Stadion
formierten sich die insgesamt 17 angetretenen
Nationalmannschaften und marschierten in alphabetischer Reihenfolge in
das mit ca. 40 000 Zuschauern besuchte Stadion ein. Was für ein Erlebnis !
Unserer Mannschaft wurde zugejubelt als wären wir die eigene
bulgarische Mannschaft. Nach dem Einmarsch und der Aufstellung der
Mannschaften im Stadion, erfolgten die üblichen Reden, vom NAVIGA-Präsidenten
Maurice F. angefangen bis zum Bürgermeister der Stadt und wie üblich, den
Militärs der Region. Danach gab es
ein sagenhaftes Folkloreprogramm sowie Sport- und Turnvorführungen. Hier lösten
sich Gruppen in Stärken von weit über hundert Teilnehmern ab. Der Höhepunkt der
Veranstaltung war das Zielspringen von 17 Fallschirmspringern, die mit den
Nationalflaggen der teilnehmenden Nationen am Fuß, mitten
ins Stadion punktgenau absprangen. Für uns alle eine unvergessliche
Show ! Ich denke, diese gute Stimmung half uns wahrscheinlich auch während der
nächsten Tage über so manchen Ärger hinweg.
Am
Mittwoch begann der Ernst des Wettkampfes, ab 14.00 h sollte die Bauprüfung
in den Klassen -
F 2a - / F 2b - erfolgen. Auf einem ca.
6 mtr. langen Tisch wurden alle
16 Schiffsmodelle nebeneinander aufgebaut und die Erbauer des Raumes
verwiesen. Durch die gläserne Trennwand erlebten wir - die Erbauer - wie
gewertet wurde. Ganze 2 mal sahen wir jetzt wie 2 Bauprüfer den Versuch
unternahmen, sich die Bauunterlagen anzusehen. Nach
2½ Stunden wurde die offene Bauwertung
vorgenommen. 10 Punkte Unterschied zwischen den einzelnen Bauprüfern
waren Gang und Gebe (siehe Ergebnislisten). Der Abstand vom 1. Modell bis zu
meinem Modell STAHLECK, das auf den 5. Platz der Bauwertung kam, betrug nur
einen Punkt. Meine höchste Bauwertung war 94 Pkt., gefolgt von 3 X 92 Pkt.,
wobei mir immerhin noch der bulgarische Bauprüfer T.
85 Pkt. zugestanden. Ich
hatte das Gefühl, es war entweder ein Gag oder ganz einfach nur Dummheit ! Mein
Trost war jedenfalls immer noch der Fahrwettbewerb, wie es sich am Ende noch
zeigen sollte, zu recht. Wie in allen übrigen Klassen dieser WM, wurde auch
hier wieder sehr niedrig gewertet. Die Höchstwertung aller
- F 2 - Klassen betrug gerade 93,67 Pkt. Obwohl auf dieser WM selbst von
den Bauprüfern immer wieder gesagt wurde, es hätte vom Schiffbaulichen her
eine Leistungsexplosion stattgefunden.
Speziell in der - F 2a - / F 2b -
Klasse, muss man sich doch fragen; wann endlich mehr Baupunkte vergeben werden
sollen ? Am Donnerstag gegen 14.00 h ging der Fahrwettbewerb der Klasse - F 2a -
los. Hier zeigte sich dann, dass die guten Modellbauer obendrein auch noch sehr
sicher und exakt fuhren. Für die Zukunft könnte also durchaus das sichere
Fahren - mindestens 98 Pkt. - ausschlaggebend sein. Im ersten Durchgang belegte
ich mit 94 Fahrpkt. den 5. Platz. Am nächsten Tag im 2. Durchgang, konnte ich
mich jedoch mit 100 Fahrpkt. auf dem 2. Platz in der Endabrechnung festsetzen.
Der Abstand zum chinesischen Sieger Guping Wang betrug nur einen Punkt, meine
bisher beste Plazierung auf einer WM-Motoren. Der ehemalige amtierende
Weltmeister T. O. aus Köln belegte mit seiner HALNY leider nur den 6.
Platz. J. M. auch aus Köln kam auf den 10., während D. M. aus
Oberhausen gar nur den 13. Platz belegen konnte. In der - F 2b - Klasse lag ich mit meiner S.A. VAN DER STEL nach der Bauwertung mit einem Abstand von 0,67 Baupunkten zum Ersten, auf dem 3. Platz. Fuhr ich im 1. Durchgang nur 98 Fahrpkt., erreichte ich dann endlich im 2. Durchgang noch die max. 100 Pkt. Hier hatte ich schon nach dem 1. Lauf den 3. Platz sicher. Leider konnte ich mich mit dem 2. guten Lauf nicht weiter verbessern, da meine beiden vor mir liegenden Mitstreiter gleich volle Punkte fuhren. Um den 1. + 2. Platz zu ermitteln, waren jetzt 2 Stechen erforderlich um letztendlich den Sieger Yuming Wei - den alten Titelträger - wieder auf den 1. Platz zu bekommen. In dieser Klasse belegten Jürgen M. und Werner T. gemeinsam, nach hervorragenden 100er und 98er Läufen, den 7. Platz.
In
der - F 2c - Klasse fuhr unser Erwin F. einen sicheren 100-Punkte-Lauf und
verteidigte somit erfolgreich vor Bernd Vogel aus der DDR und Wolfgang S.
seinen MW-Titel. Günter Rudolf konnte leider in dieser Klassen nur den 6. Platz
belegen. Ein
Festbankett bildete den Abschluß der III. WM in Bulgarien. Das Festbankett musste
selbst bezahlt werden, Nachmeldungen dazu kosteten 20 Dollar! Es war zwar teuer,
hatte sich aber trotzdem gelohnt. Am Montag den 12.07. Wurde die Heimfahrt angetreten. Wie gehabt mit Zwischenstation bei Ni`s, Mittwoch Morgen gegen 07.00 h trafen wir dann endlich wieder in Stuttgart ein. Selbstverständlich ließ es sich unser nauticus - Präsident Edmund Ebert nicht nehmen, uns zu begrüßen, zu gratulieren und nach hause zu verabschieden, ich fand, eine tolle Geste ! Die restlichen 700 Kilometer bis nach Hamburg legten wir wieder mit meinem Wagen zurück. Insgesamt legten wir Hamburger - R. Häusler und ich - 5 500 Kilometer zurück, in der vagen Hoffnung, mit aufs Treppchen zu kommen. Mit großer Sicherheit kann ich sagen, freiwillig hat keiner für mich diesen Platz geräumt! An dieser Stelle noch einmal ein herzliches Dankeschön für die gute Kameradschaft der Teilnehmer, insbesondere an den Mannschaftskapitän K. B. und meinem Starthelfer R. Häusler. Auch wenn die Strapazen nicht ohne waren, würde ich sofort noch einmal losfahren. |
||||||||||||
|
H-Jürgen
Mottschall |
|
II.
Motoren-Weltmeisterschaft 17.-23.08.1981 in Magdeburg - DDR- |
||||||||||||||||
|
Den
Wagen vollgepackt, traf ich am 17.08. am Grenzübergang Marienborn-Helmstedt ein
und konnte innerhalb weniger Minuten, nachdem die üblichen Grenzformalitäten
erledigt waren, in Richtung Magdeburg weiterfahren. Nach insgesamt 280 Km. traf
ich dann endlich gegen 12.00 Uhr am Adolf-Mittag-See ein und wurde hier gleich
von einer überwältigenden Organisation in Empfang genommen. Innerhalb einer
Stunde war ich fotografiert und angemeldet und wenig später die Modelle
vermessen.
Natürlich
waren die meisten Teilnehmer der BRD schon einen Tag früher eingetroffen und
wie üblich, gab es das große Hallo bei der Begrüßung der alten Bekannten. Die
Unterkunft war eine Internatsschule, die gerade Ferien hatte. Am Mittwoch um
09.00 h fand die Eröffnungszeremonie vor der Stadthalle statt. Musikkapelle war
genauso vorhanden wie die Ehrentribüne. Mit 6 Mann aus dem BRD-Team übergaben
wir die offizielle Navigafahne an den Schiffsmodellsport-Club der DDR. Der
Einzug der Teilnehmernationen war wie immer ein farbenprächtiges Bild. Unsere
deutsche Flagge wurde von dem noch amtierenden Weltmeister Helmut Thomas aus Köln
getragen. Bei den Eröffnungs- und Festreden wurde zum Erstaunen fast aller Teilnehmer auf einmal von Neutronenbomben gesprochen, dieses gab Anlass zum Protest fast aller westlichen Mannschaftsführer. Unser Mannschaftsführer, der sich am Tag vorher schon recht intensiv um uns bemühte, war wieder einmal Spitze ! Es gab ja wohl nichts, was unser Kurt B. nicht von der WM wusste. Er pendelte wohl ständig zwischen den verschiedenen Startstellen hin und her und war immer zur Stelle, wenn wir ihn brauchten.
Am
Mittwoch morgen um 10.00 h fing die Bauprüfung in der Klasse - F 2a - an. Im
Grunde ahnten wir schon als Beteiligte, was jetzt kommen würde. Um 12.30 h
wurden dann die Ergebnisse bekannt gegeben. Die höchste Bauwertung mit 93
Baupunkten bekam wieder einmal meine „STAHLECK“, gefolgt von der wunderschön
gebauten „HALNY“ des Kölner Modellbauers Theo O. mit 90,67 Baupkt.
und dem russischen Modellbauer R. mit 86,67 Baupkt. Für seinen
Spezialschlepper „JAGUAR“. Beide Modelle haben für meine Begriffe zu wenig
Baupkt. bekommen. Auch hier wurde wie auf allen WM, wieder recht tief
gewertet. Nicht nur ich habe mich gefragt, wann die Bauprüfer endlich einmal
bereit sind, für die Klassenersten an die 100 Punkte heranzugehen.
Offensichtlich werden die Regeln falsch interpretiert ! Persönlich wüsste ich
auch gar nicht, was ich um 100 Pkt. zu bekommen, noch alles bauen müsste, die
Bauprüfer sagen es mir jedenfalls nicht. Ich glaube, die Herren gehen nur auf
Fehlersuche am Modell, anstatt auch das exzellent gebaute Detail zu werten ! Mittags
ab 14.00 h wurde dann der erste Fahrwettbewerb begonnen, hier stellte sich
wieder einmal heraus, dass alles eine reine Glücks- und Nervensache ist. Ich
fuhr leider im ersten Durchgang nur 93 Fahrpunkte und am Freitag im 2. Durchgang
das gleiche Ergebnis. Somit hatte ich glücklich den 3. Platz retten können mit
einem minimalen Abstand von 0,67 Punkten zum 1. Platz. Erster in dieser Klasse
wurde T. Oppenländer mit 96 Fahrpkt. nach einem Stechen mit dem nicht
anwesenden R.. Manfred S. aus H.-Misburg belegte hier einen
beachtlichen 4. Platz und der vorherige Weltmeister Jürgen M. aus Köln mit
seinem Schlepper „WOTAN“ den 8. Platz. Ab
13.00 h fand inzwischen die Bauprüfung in der Klasse
- F 2b - statt. Auch in dieser Klasse erhielt ich mit meiner „S.A. VAN
DER STEL“ zusammen mit dem Rotchinesen Yuming Wei die höchste Bauwertung von
93,33 Baupunkten. Wieder einmal gefolgt vom russischen Kollegen R., der
für seinen sauber gebauten Zerstörer 90,67 Baupkt. bekam. Hier kann man schon
fast sagen, haben die Bauprüfer gehaust, anders sind diese Ergebnisse nicht zu
bewerten !
Am
Donnerstag fand dann bei strömenden Regen der erste Durchgang für - F 2b -
statt. Hier unterlief mir dann der eigene dumme Fehler am Neuner-Tor, vorbei zu
fahren, wie ich das geschafft habe, wusste ich auch nicht zu beantworten. Auf
jeden Fall fehlten mir im Nachhinein die
9 Punkte. Der Chinese Wei mit seinem Tonnen- und Kabelleger fuhr 94
Punkte und Helmut T. mit seiner „OTTO TREPLIN“ volle 100 Pkt.. Zu meinem
Durchgang muss ich sagen; es regnete in Strömen und mit großer Sicherheit hätte
man den gewaltigen Regenschauer abwarten können. In jedem anderen Land wäre
auch auf den Modellbauer Rücksicht genommen worden, so hatte ich über 3
Stunden zu tun um mein Modell zu trocknen und zu reparieren. Der gesamte
Donnerstag war für mich gelaufen. Am
späten Donnerstag Abend wurden noch die Bauergebnisse der Klasse
- F 2c - verkündet. Hier belegte Erwin F. mit 94,67 Baupkt. für
seinen Kreuzer „KÖLN“ vor Wolfgang S. mit 93 Pkt. den ersten Platz.
Offensichtlich
haben die Meckereien gegen die Bauprüfer wohl doch etwas genützt ! Erwin
F. machte auch sogleich in seinem ersten Lauf am Freitag Vormittag mit 100
Fahrpkt. vor W. S., der auch 98 Pkt fuhr, seinen Weltmeistertitel perfekt.
Das Endergebnis in der Klasse
- F 2c - zeigte dann noch einen guten 4 Platz für unseren Kollegen Günter
R.. Am
Sonntag fand für mich in der Klasse
- F 2b - der zweite Durchgang statt. Hier fuhr der Rotchinese volle 100
Punkte und ich wieder nur 96. Jetzt musste ein Stechen um den 2 Platz zwischen
H. T. und mir herhalten, da wir Dank des guten Laufes von H. Th. punktgleich
standen. H. T. gewann dieses Stechen mit einem Punkt mehr. Aber immerhin
hatte ich auf einer Weltmeisterschaft noch einmal einen 3. Platz gewonnen. In
dieser
Klasse belegten
noch die beiden Kollegen Sepp E. den 10. Und Helmut L. den 11 Platz. Die
Siegerehrung fand im Laufe des Nachmittags statt und ich muss sagen, es war für
mich ein erhebendes Gefühl, zum zweiten Mal auf dem Medaillentreppchen zu
stehen. Gerade die - F - Klassen wurden doch von den Bundesrepublikaner, ganz
eindeutig beherrscht. An
dieser Stelle möchte ich noch einmal die wunderbare Kameradschaft unserer
Truppe hervorheben , schade ist, dass H. T. nach diesem Wettbewerb keinen
internationalen Wettbewerb mehr fahren wird und somit seine aktive Laufbahn
beendet. Gerade er hatte doch viel zur eigentlichen Kameradschaft beigetragen. Am
späten Nachmittag wurde dann endlich die Heimfahrt angetreten und abends gegen
20.00 h traf
ich glücklich mit 2 WM-Medaillen im Gepäck, wieder ein. |
|
H-Jürgen Mottschall |
|
Weltwettbewerb
im Schiffsmodellbau Kat „C“ |
|
Nach
den F-Klassen bekam jetzt auch
endlich die C-Klasse ihre Weltwettbewerbe. Als ich das erste Mal vom
Austragungsort Jablonec hörte, wusste ich nicht, wo dieser Ort liegt. Jetzt
werde ich so leicht Jablonec nicht vergessen. Am
Sonnabend den 12.09.81 trafen sich einige Modellbauer schon in Fürth bei Rainer
T.. Sonntag den 13.09.81 ging es dann mit einer Karawane von 5 PKW in
Richtung Grenzübergang Waidhaus. Ab Mittag war dann auch glücklich der
tschechische Zoll passiert, dann konnte endlich die oft abenteuerliche Fahrt in
Richtung Jablonec fortgesetzt werden. Nach einem kleinen Fahrtrichtungsfehler in
Prag, wurden wir dann vorzüglich von unserer Pfadfinderin Heidi T. in
Richtung WM-Austragungsort weitergeleitet. Gegen 20.00 h trafen wir dann glücklich
in Jablonec ein. Die zurückgelegten Km auf der tschechischen Strecke werde ich
so leicht nicht vergessen. Nach
der Anmeldung mit sämtlichen Formularen und Aufstellung der Modelle fuhren wir
jetzt noch ca. 15 Km weiter in den Nebenort Liberec, wo unsere Hotelunterkunft
war. Hier wurden wir jetzt schon sehnsüchtig vom Mannschaftsführer Friedrich
Heßmer aus Köln erwartet, der uns auch sofort mit den neuesten Informationen
zur WM versorgte. Persönlich hatte ich noch einige Schwierigkeiten um, mein
Hotelzimmer beziehen zu können. Aber letztendlich wurde auch dieses Problem
noch erledigt und um 24.00 h konnte ich endlich ins Bett gehen.
Im Namen aller deutschen Teilnehmer möchte ich unserem Mannschaftsleiter F. Heßmer ein dickes Lob aussprechen. Offensichtlich passierte weder in Jablonec noch in Liberec nichts, ohne F. H. zu unterrichten.
Montags,
pünktlich zur offiziellen
Modellregistrierung, waren alle Teilnehmer erschienen. Hier bekamen wir auch
schon den ersten Eindruck unserer starken Konkurrenz und haben uns doch ganz schön
erschrocken! Im
großen Rathaussaal nahm am Dienstag der erste Bürgermeister der Stadt die
feierliche Eröffnung des I. C -
Weltwettbewerbs vor. Nach
der Vereidigung der Bauprüfer ging es dann gleich zur Sache, sprich Bauwertung
der Klassen - C 2 - / - C 3 -. In den Klassen waren 69 Modelle - C 2 - und 47
Modelle - C 3 - angetreten. Wenn ich an die Arbeit der Bauprüfer denke, kann
ich nur sagen; der Teilnehmer hat jetzt das bessere Los gezogen, hatten wir doch
nur auf die Ergebnisse zu warten. Kurz
nach Mittag waren dann auch wir westdeutschen Teilnehmer mit unserer Bauprüfung
dran. Wie es sich gehört, musste ich sofort den Anfang machen. Natürlich ist
eine Bauwertung auch für den zu Bewertenden nicht immer einfach, ich hatte
jedoch aufgrund meiner guten Unterlagen keine Probleme. Offensichtlich hatte ich
mich nach den Mienen der Herren zu urteilen, relativ gut verkauft. Es fällt
immer wieder auf, dass die Dokumentation einiger Teilnehmer mehr als bescheiden
ist. Der allgemeine Tenor unter den Teilnehmern zur Fachkompetenz der Bauprüfer
war so, dass wir ein großes Fachwissen und eine große Sorgfalt bei der Überprüfung
der Modelle feststellen konnten. So wie ich, hatten auch die übrigen Teilnehmer
von uns ein gutes Gefühl. Die
gegenseitige Hilfe unter den westdeutschen Teamkollegen war hier besonders
hervorzuheben. Im Laufe des Wettbewerbs wurde aus unserer Mannschaft ein richtig
gutes Team. Gegen 20.00 h war die Stunde der Wahrheit gekommen. Die offene
Wertung der Klassen - C 2 -/- C 3 - erfolgte nun endlich. Wider Erwarten bekamen
R. T. und ich je 2 Goldmedaillen. G. D. und T. O. je eine
Silbermedaille, G. Dürr, K. H. und E. R.
Die Klasse - C 3 - brachte für mich noch eine Silber- und für O. L. eine Bronzemedaille. Nach diesem Medaillensegen hatten wir natürlich recht gute Hoffnungen für die übrigen Klassen.
Am
Donnerstag kamen dann endlich die Klassen - C 1 - mit 48 Modellen und - C 4 -
mit 24 Modellen zur Wertung. Hier hatten wir noch ganz heiße Eisen im
Feuer und siehe da, in der -
C 1 - bekamen S. Verbeeten und E.
B. je einmal Gold. S. V. bekam jetzt noch
2 Silber- und G. Wicke noch
einmal eine Bronzemedaille. Die
- C 4 - Kl. brachte für E.
B. noch eine Bronzemedaille. Alle Medaillen, die wir hier gewannen, haben
wir gegen eine sehr starke Konkurrenz gewonnen.
Wie lange jeder diesen Anforderungen noch mitmachen will, sollte man sich genau
überlegen. Den Veranstaltern solcher Wettbewerbe hat man mit diesem Wettbewerb schon Maßstäbe gesetzt.. Wenn ich daran denke, dass ständig 4 Busse parat standen, die während der 8 Tage für den Pendelverkehr und den Besichtigungen bereit waren. Das Rahmenprogramm mit den Besichtigungen in den Bleikristallfirmen und der Ausflug nach Prag war natürlich eine sehr gute Auflockerung des Wettbewerbs. Wir, die Teilnehmer, konnten nur feststellen, dass hier eine perfekte Organisation tätig war, die selbst für die jeweiligen Dolmetscher gesorgt hatte. Wir hatten ja immer unsere Helena.
Das
am Sonnabend die Siegerehrung im Rathaus unter Leitung des Bürgermeisters
stattfand, muss nicht besonders erwähnt werden. Was besonders auffiel, war die
große Herzlichkeit, die uns entgegen gebracht wurde. Das speziell ich mich zu
den gewonnenen Medaillen freute, ist hoffe ich, nachvollziehbar. Am
Abend ging es dann zum Festbankett. Dass man, bevor man das kalte Büfett
erreichte, erst einen Begrüßungsdrink bekam, war auch hier wieder selbstverständlich.
Kaum saßen wir, gab es schon wieder Abendessen, dazu natürlich einen guten
Wein. Eine sehr gute Kapelle sorgte für die musikalische Untermalung des Abends. Im Laufe des Abends erlebten wir noch
eine gewaltige Überraschung. Die 3 Klassenersten bekamen hier jeder eine
handgeschliffene Bleikristallvase. Das
sich meine Frau darüber besonders freute, ist wohl selbstverständlich. Auf dem
Höhepunkt der Stimmung wurde die Rückfahrt in das Hotel angetreten. Alle
Teilnehmer waren sich einig, diese WM hat auch hier wieder Maßstäbe gesetzt.
Vor allen Dingen wegen der besonderen Herzlichkeit !
Sonntags
wurde die Heimfahrt angetreten, allerdings nicht ganz reibungslos. Unser G.
E. bekam einen Motorschaden. Das hieß für mich, der ich den stärksten
Wagen hatte, 20 Km bis Prag schleppen. In Prag einen Abschleppwagen besorgen bis
kurz vor die Grenze aufgeladen und von dort wieder von mir im Schlepp über die
Grenze bis Waidhaus zur dortigen Reparatur zu bringen. Dort konnten wir dann
endlich die defekte Wasserpumpe mit Bordmitteln austauschen. Um 20.00 h trat ich
die direkte Heimfahrt nach Hamburg an, wo ich dann endlich um 03.30 h eintraf. Fragt
man sich; ob sich die insgesamt 2 383 zurückgelegten Kilometer gelohnt haben,
muss ich sagen, es hat sich gelohnt. Persönlich habe ich wieder sehr gute
Freunde gewonnen, aber auch sog.
Freunde genauer kennen gelernt. |
||||||||||
|
H-Jürgen
Mottschall |
||||||||||
|
Bericht
über die I. Weltmeisterschaft der Schiffsmodellbauer |
|
Die
1. Weltmeisterschaft fand am 23.8.-31.8.79 in Duisburg statt. |
|
Am
23.8.79 traf ich in Duisburg auf dem Regattagelände ein. Natürlich musste ich
mich erst einmal registrieren lassen. Frohen Mutes stellte ich mich an das Ende
der riesigen Reihe im Glauben, es wird schon nicht so schlimm mit der Warterei!
Nach 3 Stunden hatte ich ca. 3m zurückgelegt, und nach 5 Stunden war ich dann
endlich mit der Registrierung fertig. Der Werdegang war: Vorregistrierung,
Fotoabteilung mit Laufpaß und Hauptregistrierung. Nicht nur ich habe mich
gefragt, wie es möglich sein kann, dass Teilnehmer, die überhaupt
nicht gemeldet waren, nachregistriert wurden Für diese Neustarter mussten jetzt
Bielbriefe ausgestellt werden und einer musste sogar das fehlende Bild im
Bielbrief durch eine Zeichnung ersetzen. Ich habe mit meinen Leidensgenossen nur
noch gestaunt, wie so etwas auf einer Weltmeisterschaft möglich ist. Meine
Hochachtung für die wenigen Modellbaufreunde des Duisburger Clubs und deren
Freunde, die diese gewaltige Arbeit leisteten, und dabei nicht die Nerven
verloren.' Als
nächstes wurde mein Schiffsmodell, die "STAHLECK" - Klasse F 2a - in
der Länge und Breite vermessen. Jetzt - nach 6 Stunden – konnte für mich die
WM anfangen. Am
Freitag dem 24.8. begann jetzt mit dem Einmarsch der beteiligten
Nationen-Mannschaften der offizielle Teil der V. Gleich bei dieser Gelegenheit
soll auch nicht das rege Interesse des Duisburger Publikums vergessen werden.
Jeden Tag waren Tausende, am Sonntag sogar über 30.000 Besucher anwesend. Die
feierliche Eröffnung wurde von dem Naviga-Präsident Maurice F.
vorgenommen. Nach dem Aufzählen aller guten Taten des Naviga-Verbandes, einiger
weniger Verdienter und der Vereidigung der Schiedsrichter konnte nun die 1.
Weltmeisterschaft beginnen.
Am
13 Uhr wurde es jetzt für die naturgetreuen Modellbauer ernst. Hier wurde in
den Modellklassen EH (Handelsschiffe) und EK (Kriegsschiffe) und die F2c-Klasse
(Modelle über 170 cm Länge) die Bauprüfung vorgenommen. Die anwesenden
Modellbauer mussten nun den Herren
der Bauprüfkommission Rede und Antwort über ihr Modell stehen. Um 17.30 Uhr
wurde die offene Wertung gezeigt, d.h. Das Ganze sieht ähnlich wie beim
Eiskunstlauf aus! Auf großen DIN-A-4-Tafeln wurden die jeweiligen Ergebnisse
der 5 Bauprüfer auf Kommando gezeigt: Das bewertete Schiffsmodell wird während
des Vorganges dem Publikum vorgestellt. Es gab nun nicht nur vom Zuschauer
einiges murren, sondern auch vom aktiven Modellbauer. Es wurde sehr niedrig
gewertet,
Am
Samstag folgte nun die Bauprüfung der Klasse F 2 b (110 cm - 170 cm) Hier
merkte man, dass die Bauprüfer jetzt eingespielter waren. Es fiel auf, dass die
einzelnen Wertungen für 1 Modell nicht all zu weit auseinander lagen. Jedoch
wurde wieder allgemein tief gewertet! Ich denke dabei immer wieder an das
wunderbare Linienschiff "NAPOLI" des DDR-Modellbaufreundes Arnold
P.! Ich erlaube mir diese Kritik als geschulter Bauprüfer des Nauticus und
als bestätigter Modellbauer.
Am
Sonntag war dann auch meine Bauklasse - die F 2 a - an der Reihe. Während der
Bauprüfung wurden mir jetzt von den 5 Bauprüfern die verschiedensten
Fachfragen zu dem Modell "STAHLECK" gestellt. Leider fehlte jedoch
diesen Herren, wie praktisch immer auf Wettbewerben,
|
![]() |
![]() |
|
94,33 Pkt. höchste Wertung der Klasse |
Noch ganz zufrieden |
|
Ich
war wieder einmal ganz aufgeregt, denn erstens ist es die 1. WM. und zweitens
sind ja immer wieder die Ansichten über Modellbau verschieden. Endlich wurde
ich aufgerufen und siehe da: Ich bekam die höchste Bauwertung der WM (94,33
Punkte) ! Ein Erfolg, den ich selbst gar nicht eingeschätzt oder gar angepeilt
hatte. Die Konkurrenz war diesmal einfach zu stark. Jetzt hatte ich es also in
der Hand, zusammen mit der Fahrprüfung den 1. Platz zu belegen, das sollte sich
aber noch Am Montagmorgen wurde der 1. Durchgang in meiner Klasse gefahren. Genau wie am Tag zuvor fuhren auch wir, bis auf Jürgen M. aus Köln, alle unter 100 Punkte. Ich selbst hatte sogar nur 87 Pluspunkte, wesentlich weniger als ich sonst fahre. Im Gegensatz zu Sonntag wehte jedoch bei unserem Lauf ein ganz schöner Wind. Damit mussten jedoch alle fertig werden. Leider ist jedoch gerade mein Schiff durch den hohen Aufbau sehr empfindlich. Gerade im Dockmanöver, wo jedes Modell 3 Sekunden lang nichts berühren darf, wurde mir dieser hohe Aufbau zum Verhängnis. Zum Glück stand jedoch der 2. Lauf am Donnerstag an. Die Platzierung lautete am 1. Tag: 1. Jürgen M. aus Köln, 2. Jury S. (Sowjetunwon), 3. Günter .E. (DDR) und ich selbst Jetzt folgte wie allgemein sehr oft auf diesem Wettbewerb, sehr viel tote Zeit für uns, dem naturgetreuen Modellbauer. |
![]() |
![]() |
|
norw. Küstenpanzerschiff Helmut S. (DDR) |
russ. Heckfänger Jury S. (UDSSR) |
|
Erst
am Donnerstag wurden die 2. Durchgänge gefahren. Hatten wir noch am Montag über
den Sämtliche
Starter fragten nach den ersten Durchgängen, ob nun der belgische oder der
offizielle Naviga-Kurs gefahren werden sollte. Um 13 Uhr folgte jetzt für mich
die Stunde der Wahrheit. Da alle großen Konkurrenten diesmal vor mir fahren mussten,
kam für mich doch wieder eine gewaltige Spannung auf.' Und wieder schafften
meine Sportsfreunde vor mir wieder nicht die vollen 100 Punkte. Auf meiner
"STAHLECK" klebte ich die Glattdecklukendeckel mit Tesaband zu und |
![]() |
![]() |
|
Heckfänger MOMERIA Günter E. (DDR) |
Am Ende nur der 4. Platz |
|
Vor
meinem Stechen musste jetzt jedoch die F 2 b-Klasse ihren 2. Durchgang fahren.
In dieser Klasse belegten die Kölner Modellbaufreunde Helmut Thomas mit einem
sagenhaften 100-Punkte-Lauf den 1. Platz und Hans S. den 2. Platz. Wieder
einmal ein riesiger Erfolg für den nauticus! Der eigentliche Favorit dieser
Klasse, Arnold P. (DDR), belegte hier den 3. Platz. |
|
H-Jürgen
Mottschall |
|
3. Europameisterschaft
der - C 1 - bis - C 4 – |
| Alle 2 Jahre wird die C-EM - Leistungsklassen der Standmodelle - ausgetragen, nach Como in Italien war diesmal Cannes am Mittelmeer Austragungsort. Die Ausstellung fand im Palast der Filmfestspiele an der bekannten De La Croisette mitten in Cannes statt. Teilnehmen durften nur die jeweils 12 Ersten der nationalen Landeswettbewerbe. Bei uns war ja bekanntlich kurz vorher am 24./25.Juni die Bundesmeisterschaft in Hannover-Misburg gelaufen. |
![]() |
![]() |
|
Teurer Modelltransport wehe es passiert etwas!? |
Unsere recht erfolgreiche Mannschaft |
|
Am
14.09. fuhr ich dann endlich in Richtung Cannes ab. Die Generalrichtung war
jetzt über Kassel, Frankfurt, Freiburg, dem Grenzübergang Mühlhausen nach
Frankreich, von dort über Lyon, Aix-en-Provence nach Cannes. Nach 1680 Km und
17 Stunden Fahrt traf ich dann endlich in Cannes ein. Wenn ich ehrlich sein
soll, doch recht kaputt. Am 16.09. Konnten die Modellschiffe im Palast der
Filmfestspiele aufgebaut werden. Hier war alles sehr gut vorbereitet. Die Plätze
mit den Startnummern waren vorgegeben sowie eine sichere Absperrung zum Besucher
gewährleistet. Erst hier in Cannes erfuhr ich dann wer unser Mannschaftsführer
war und muss gleich im Vorwege sagen, unser Herr H. war einfach Spitze!
Es gab nichts, was er über den Ablauf nicht wusste, und war auch immer
im richtigen Augenblick zur Stelle. H. H.r erfuhr selbst erst 4 Tage vor
Abfahrt nach Cannes, dass er der Mannschaftsführer war. Insgesamt wurde
Deutschland von 10 Modellbauern mit 15 Modellschiffen vertreten.
Da
gleichzeitig zur EM auch die nationale Meisterschaft der Franzosen mit ihrer - C
5 - Klasse ablief, waren weit mehr als die in Klammern auftauchenden Zahlen
vertreten. Die - C 5 - Klasse (Buddelschiffe) ist noch eine französische
nationale Klasse, die jedoch mit großer Sicherheit auch bei uns einmal
eingeführt wird.
Die
Bauprüfkommission setzten sich für
die Klassen - C 1 - und - C 3 - aus folgenden
Herren zusammen: Leiter: Ebert (DDR), T. (Belgien), B.
(Deutschland), P. (Frankreich) und S. (Bulgarien).
In
der - C 1 - Klasse (33 Modelle) sind nur historische Modelle bzw. Schiffe ohne
maschinellen Hauptantrieb
vertreten. Die - C 3 - Klasse (32
Modelle) besteht aus Schiffsanlagen, Schiffsquer- oder Längsschnitte sowie
Hafenanlagen. Selbstverständlich in den unterschiedlichsten Maßstäben.
Die
Bauprüfkommission der Klassen - C
2 - und - C 4 - wurde von folgenden Herren gewertet: Leiter S.
(Frankreich), F. (Belgien), G. (Italien), F. (DDR) und L.
(Polen).
In
der - C 2 - Klasse (49 Modelle) sind die neuzeitlichen Schiffe vertreten. Während
die Klasse - C 4 - nur mit Modellen die kleiner als im Maßstab 1:250 erbaut
sind mit (18 Modellen) vertreten war. Speziell die Klasse - C 4 - ist häufig
mit Modellschiffen des Maßstabes 1:1000 bis hin zu 1:1800 vertreten , also mit
Modellausführungen die oft nur noch mit einer starken Lupe zu betrachten sind.
Die Klasse
- C 2 -, in der ich mit meinen Modellen „S.A. VAN DER STEL“ und „BOMMA“
vertreten war, waren insgesamt weit über 60 Modelle vertreten. In allen Klassen
waren mehr als 200 Modelle vertreten
Am Dienstag kam es zur offenen Wertung der - C 1 - Klasse. Hier kam es zu den
ersten Goldmedaillen für die Bundesrepublik Deutschland durch Siegfried
V.. Dieser Erfolg ließ natürlich auch für die übrigen Klassen hoffen
und drückten jetzt jeder für jeden den Daumen. In der Bauprüfung konnte ich
feststellen, dass von einigen Bauprüfern die Bauunterlagen und das sonstige
Material sehr genau mit den Modellen verglichen und wenn nötig auch
nachgemessen wurde. Gerade diese Prozeduren wurden dann auch immer wieder im
Beisein des Erbauers vorgenommen. Selbst ich, der doch eigentlich ein ziemlich
dickes Fell hat, kam , als am Dienstag meine Modelle gewertet wurden, ins
Schwitzen. Besonders an meinem Modell „S.A. VAN DER STEL“ wurde immer und
immer wieder mit der Schieblehre nachgemessen und zu meinem Trost keine
Unterschiede zum Bauplan festgestellt. Das ließ natürlich hoffen ! Das
eigentlich schlimme waren die Sprachschwierigkeiten mit den Bauprüfern, die
leider nicht selten nur ihre Landessprache beherrschten. Irgendwie
wurde auch diese Tortur überstanden und nun fing das große Warten auf
die Ergebnisse in meiner Klasse an. Damit das Ganze für mich noch spannender
wurde, kam die offene Wertung erst am Donnerstag heraus.
Am
Mittwoch war der sog. Ruhetag für alle, sodass eine Gemeinschaftsfahrt nach
Monaco unternommen wurde. In Monaco besuchten wir das Meeresmuseum des französischen
Meeresforschers Jaques Custeau, für mich ein einmaliges Erlebnis ! Dieses
Museum ist, glaube ich, wohl einmalig, allein das Aquarium mit Vielfalt an
Fischen und sonstigem Meeresbewohnern.
Ein phantastisches Mittagessen oberhalb von Monaco bildete den Abschluss des
Ausfluges.
Der
Donnerstag Mittag offenbarte uns endlich unsere Wertungen der - C 2 - Klasse.
Ich war etwas nervös, denn ich hatte vorher hier und da etwas läuten hören
und siehe da, es gab für mich eine Gold- und eine Bronzemedaille. Ein Erfolg
mit dem ich eigentlich bei der gewaltigen Konkurrenz nicht so recht glauben
konnte. Unter Strich waren jetzt alle Mühen und die sog. Selbstüberwindungsstunden
in der Kellerwerkstatt vergessen -es hat sich gelohnt- ! Dachte ich der Freitag
rundet meinen persönlichen Erfolg mit der Silbermedaille in der Klasse - C 3 -
für den 150 to. Schwergutmast ab, hatte ich mich getäuscht. Es sollte noch
viel besser kommen! Am Sonnabend den 23.09. War dann die große öffentliche Ehrung der Gewinner. Hier kam nun alles was Rang und Namen in der NAVIGA hatte, auf der Dachterrasse zusammen, dass der Bürgermeister der Stadt Cannes mit seinem Gefolge nicht fehlen durfte, war fast schon eine Selbstverständlichkeit. Für die jeweiligen Klassenersten gab es einen Pokal. Dem jüngsten Modellbauer der EM ehrte man mit einem Extrapokal. Für mich der schon rund um zufrieden war kam jetzt die größte Überraschung mit der Sonderauszeichnung von französischen Departement für Kunst. Diese Ehrung war die Auszeichnung für das schönste und eleganteste Modell aller Klassen des Wettbewerbs - für die „S.A VAN DER STEL“-. Diese Auszeichnung war für mich die Krönung des gesamten Wettbewerbs. Das nach der offiziellen Ehrung das große Händeschütteln einsetzte, war glaube ich leicht nachvollziehbar. Zur Siegerehrung wurden die jeweiligen Medaillen von Mädchen in den französischen Landestrachten auf Kissen den Herren Prof. Dr. Dr. Artur B. (Vizepräsident der NAVIGA) und dem Präsidenten der NAVIGA, die Ehrungen vornahmen, zugeführt. Für die Teilnehmer mit Sicherheit eine phantastische Ehrung, lebt doch der Künstler auch von solchen Ehrungen. Nachdem die Ehrungen überstanden waren, ging es an die inzwischen auf der Terrasse eröffnete Sektbar um hier erst einmal die ganze Freude zu begießen. |
![]() |
![]() |
|
GOLD-SILBER-BRONZE Auszeichnung |
Sowie der KUNSTEHRENPREIS der Europameisterschaft |
|
Pünktlich
Sonntag um 08.00 h wurden die Modelle an die Eigentümer übergeben und es
konnte die Heimfahrt angetreten werden. In der Nacht von Sonntag auf Montag um
02.15 h traf ich dann endlich nach 1 680 Km Fahrt bei mir zu Hause ein. Es war
eine gewaltige Strapaze, aber für mich hat sie sich wieder einmal gelohnt. Nur
auf solchen Wettbewerben hat man einen tatsächlichen Anhaltspunkt, wo man im
Modellbau steht. Persönlich habe ich sehr viel dazugelernt, konnte aber auch
gleichzeitig wertvolle Tips weiter geben. Die dort versammelten Modelle zu
beschreiben, würde wohl diesen Rahmen sprengen. Aus diesem Grunde habe ich auch
sehr viele Dias geschossen und werde sie bei passender Gelegenheit auch zeigen.
|
|
H-Jürgen Mottschall |
Wettbewerbe