Hans-Jürgen Mottschall

Modellbau

 

Die Norwegentour vom 27.07. bis 2.08.2009. Hauptgrund: die Vorstellung der fertigen Modelle "NORMAND PROGRESS" sowie "NORMAND NEPTUN" und das im Baustadium befindliche Modell der "NORMAND FLOWER"   Maßstab 1:75





Ein für  alle Teilnehmer und Reedereiangehörigen viel zu kurzer Besuch bei SOLSTAD OFFSHORE  ASA



Selbstverständlich wurden auch Schiffe fotografiert! l. "BOUBON TOPAS" , / r. "NORMAND PIONEER"



Die "FAR SAGA" ein Schiff ( zum Austoben) bei dem die Modellbauerherzen schneller schlagen!



Die "MAERSK ATTENDER" ein Kraftprotz mit einem 300 to. Kran.



Die "ACERGY PETREL" auch mit einem 300 to. Kran.






Ein Neubau der MØKSTER-Reederei die "STRIL COMMANDER". Wir waren dort Dank unserer guten   Reedereibeziehungen zum Essen eingeladen  und konnten natürlich das gesamte Schiff fotografieren!



Natürlich nutzten wir auch einen Tag für den Abstecher ins "GROTTELAND ASTRUMDAL". Eine Augenweide!



Auf der  Rückfahrt nach Kristiansand machten wir noch den kleinen Umweg über den "JØSSING" - Fjord.



Unsere Fähre brachte uns wieder sicher zum DK-Hafen Hirtshals. Nach einigen Stunden waren wir auch wieder mit glücklichen Erinnerungen im Hause angelangt. Von hier noch einmal, DANKE an unsere Gruppe!


Stavangerbesuch 8.bis 15.06.2005

Vorstellung der "NORMAND PROGRESS" (Rohbau) und "NORMAND NEPTUN" bei der Reederei SOLSTAD in Skudeneshavn (Insel Karmøy)

Die Bruchstelle der Schweißnaht die 1980 zum Untergang der Alexander L. Kielland führte (123 Tote).


Unser Besuch in dem Norsk Oljemuseum R.O.V. (Remotely operated vessel) Tauchroboter.



Ein Halbtaucher


 

Arbeitsplattform




Aufbau verschiedener Förder- und Arbeitsplattformen


Die größte Bohrkrone der Welt. Gewicht: 1 700 Kg, Durchmesser: 90 cm.




 


Stavanger im Hafenbereich

"NORMAND CARRIER"


"SKANDI CALEDONIA"


"STRIL MYSTER"


"VIKING QUEEN"


Durch die International Ship and Port Facility Security (ISPS) Vorschriften in den Häfen, wird es immer schwieriger Bordbesuche zu bekommen. Die verschärfte Anwendung der Vorschriften sind auf den Anschlag vom 11.09.2001 zurück zu führen Hier hilft nur der Weg über die Reedereien oder die persönliche Bekanntschaft des Kapitäns oder eines anderen Besatzungsmitglieds.

Gemütliches "schippern" am Limavatnet



Das Nebeneinander der Modelle zeigt schon den Größenunterschied und motiviert unseren Modellbau!





Durch den Ausfall eines Motorreglers fuhr ich die "NORMAND PROGRESS" nur mit einem Motor.

Nach drei Stunden "schippern" hatten wir genug!

Unser Besuch 22-28_04_2004 in Stavanger

Die Idee, unsere Modellschiffe nach ihrer Fertigstellung bei den jeweiligen Reedereien vorzustellen, ist ja  nichts Neues. Als wir 1999 dem ersten Besuch in Stavanger machten und die nötigen Fotounterlagen zum Bau meines Modells auf dem Original fertigten, sprachen wir ja schon einmal dieses Thema an. Ende des letzten Jahres nahm die Reise schon konkretere Formen an. Anfang dieses Jahres legten wir dann, Peter, Jörg und ich den endgültigen Zeitplan fest.   

Jörg bot sich mit seinem Wagen (Volvo Kombi mit Dachkoffer) als Fahrer an. Peter  besorgte die Fährkarten und buchte die Hütte auf dem Øberg – Campingplatz. Peters gesetzlich verordnetes Glück, stellte unser Proviantpaket zusammen.

Rechtzeitig traf ich dann am 22.04.um 06.00 h  beim Peter ein und dachte schon, ich wäre der Letzte unserer Truppe. Doch weit gefehlt, hier bekam ich erst einmal zu hören, was willst du denn schon so früh hier, acht Uhr hätte ja allemal gelangt und außerdem ist Jörg auch noch nicht da. Macht nichts sagte ich mir, dann bist du wenigstens nicht der Letzte!

Kurz nach 07.00 h bekamen wir dann per Telefon von Jörgs Vater den Anruf, Jörg liegt mit hohem Fieber im Bett und muss leider die Reise absagen! Selbstverständlich machten wir uns doch einige Gedanken und Sorgen um Jörg. Es half ja nichts, mussten wir doch jetzt schnell umdisponieren, meinen Wagen entsprechend umrüsten. Jetzt, da wir nur zu zweit waren, d. h., auch nur zwei Modellkisten mitzunehmen hatten, reichte der Platz auch in meinem Wagen. Ich staunte mal wieder beim Beladen des Autos, was wir alles mitzunehmen hatten.

Gegen 09.00 h setzten wir uns jetzt in Bewegung, galt es doch gute 400 Km durch Dänemark zum Fähranleger Hirtshals zu bewältigen. Bekanntlich warten Fähren ja nicht auf Nachzügler. Auf keinen Fall sollte man auch nicht   vergessen, in Dänemark galt zum Zeitpunkt der Reise auf der Autobahn noch 110 Km Höchstgeschwindigkeit.

Die ruhige Fährfahrt diente uns auch ein wenig zur Erholung. Im Laufe des späten Nachmittags trafen wir in Kristiansand ein. Die jetzt anstehenden ca. 260 Km legten wir in den erlaubten Geschwindigkeiten zurück und trafen gegen 21.00 h an unserer Hütte am Øberg ein. Das Einräumen unseres Quartiers nahm nur wenige Minuten in Anspruch, sodass wir zum gemütlichen Teil des Abends übergehen konnten.




 Unsere Unterkunft Campingplatz  "ØLBERG"

Am nächsten Tag  begaben wir uns rechtzeitig auf den Weg zur Reederei Møkster. Da wir ja angemeldet waren, wurden wir sofort in ein vorbereitetes Zimmer geleitet in dem wir unsere Modelle aufstellten. Herr Atle H., der Chartering Manager der Reederei, begrüßte uns wie sehr gute Freunde. Sicherlich hängt es auch damit zusammen, dass ich während der Bauphase im Sommer wie zu Weihnachten, jeweils Bilder des augenblicklichen Bauzustands der „STRIL POWER“ an die Reederei schickte. Vergessen werde ich auf keinen Fall die Freude und die strahlenden Gesichter der Reedereimitarbeiter, allen voran Atle, als sie nicht nur meine „STRIL POWER“ sondern auch Peters „NORMAND NEPTUN“ sahen. Da sie ja insgesamt die Fachleute sind die unsere erbrachten Leistungen beurteilen können, nahmen wir natürlich auch das uns gegenüber ausgebrachte Lob gerne an.. So ganz nebenbei wurde uns der Sohn Alf und die Tochter  Anne Jorunn Møkster vorgestellt. Wobei Anne Jorunn mir viele ausführliche Fachfragen zum Bau des Modells stellte. Im Stillen zog ich meinen Hut vor so viel Wissen. Das besondere Interesse  ist jedoch schnell erklärt, Anne Jorunn ist die Taufpatin der „STRIL POWER“.

Während unserer Anwesenheit wurde im Gebäude der Reederei ein Lehrgang zur Schiffssicherheit in den Häfen abgehalten. Selbstverständlich nahm sich der Leiter des Lehrgangs die Zeit, den gesamten Lehrgang in unseren Raum zu führen. Auch hier wieder von den erfahrenen Kapitänen und Ingenieuren  viel Anerkennung und Lob.

Nachdem sich der erste Ansturm gelegt hatte, überreichte ich Atle ein Fotoalbum zur Entstehung der „STRIL POWER“ mit dem dazugehörigen Baubericht. Selbstverständlich folgte noch ein zweites Album für die Bordbibliothek der „STRIL POWER“. Ein Geschenk, das mit Sicherheit nicht von uns erwartet wurde. Atle ließ sich jetzt nicht lumpen und überreichte uns im Namen der Reederei die obligatorischen Bordmützen, T-Shirt, eine Tischflagge und mir ein Buch über die Entstehungsgeschichte der Møkster –Reederei. Die  gemütliche  Zeit bei einem hervorragenden Brunch verrann wie im Fluge. Leider mussten wir jetzt mit großem Bedauern aus terminlichen Gründen  unseren Besuch bei Møkster beenden.

Unser nächster Besuch war ja auch schon in der Reederei „SOLSTAD“  in Skudeneshavn auf der Insel Karmoy angemeldet. Pünktlich am Fähranleger  holte uns ein Kombifahrzeug der Reederei ab. Auch in dieser Reederei wurden wir wieder auf das Herzlichste von  H-Knut S., Charterring Manager der Reederei empfangen. Nachdem unsere Schiffe aufgebaut waren, versammelten sich jetzt so nach und nach aus allen Abteilungen die Mitarbeiten an den Modellen. Da auch hier wieder absolute Fachleute ihr Brot verdienen, mussten  etliche  Fachfragen beantwortet werden. Im Grunde lief es hier wieder genau so wie vorher bei Møkster, nur hier war eben das Solstad-Modell von Peter die „NORMAND NEPTUN“ der Mittelpunkt des Geschehens.

Modellvorstellung "NORMAND NEPTUN" bei SOLSTAD


"STRIL POWER" -Vorstellung bei MØGSTER


 Im Laufe der Vorführungen ließ ich natürlich anklingen, dass ich als nächstes ein Solstad-Modell die „NORMAND PROGRESS“ bauen werde. Rein zufällig hatte ich natürlich schon einige Bilder des augenblicklichen Bauzustandes des Modells dabei. Auf die Frage seitens H-Knuts, ob ich denn entsprechende Zeichnungen des Schiffes hätte, konnte ich jetzt auf die bisher wenige Unterstützung verweisen. Sofort sicherte mir H-Knut seine volle Unterstützung zu und gab mir sogar das Versprechen, dass ich nun endlich die noch erforderlichen Zeichnungen bekommen werde! Ich bin zwar immer Optimist, aber aufgrund einiger Negativerfahrungen der jüngsten Vergangenheit, glaube ich erst dann an die Zeichnungen, wenn ich sie vor mir liegen habe.

Auch hier vergingen die Stunden wie im Fluge. Bei einem kühlen Getränk zeigte man uns jetzt einen Werbefilm der Reederei und schenkte uns zum Abschied die Kapitänsjacken sowie die dazugehörenden Mützen. Natürlich konnten wir uns jetzt auch noch einmal mit den uns noch fehlenden neueren Faltblättern der Reedereischiffe versorgen.

Ein Taxi brachte uns mit unseren Modellkisten wieder zum Fähranleger zurück. Aus meiner Sicht hätten wir fast keine Fähre benötigt, schwebten wir doch aufgrund der vielen Zusagen fast auf Wolke sieben!

Während der Überfahrt nach Stavanger telefonierte Peter mit Terje  Moen, einem Mitgestalter einer riesigen Schiffsbilderdatei, die man im Internet unter TERMALOMA.com einsehen kann an. Wir trafen uns auch sofort an der Kai, zeigten erst einmal unsere Modelle und verabredeten uns zum nächsten Tag.

Selbstverständlich feierten wir diesen herrlichen Tag entsprechend!

Rechtzeitig machten wir uns dann am Sonnabend zu unserer Verabredung auf der Basis Dusevik auf. Hier lernten wir noch zwei Kollegen der Termaloma-Gruppe kennen. Beide sind auf dem Offshore-Schiff  „SEAWAY FALCON“ als Offiziere beschäftigt. Unser Ziel war jetzt das in China gebaute Offshore-Schiff „BOA DEEP C“. Ein Schiff mit der sagenhaften Länge 127 mtr. Dieser Neubau stellte sich hier auf seiner Jungfernfahrt vor. Leider kamen wir, da auch hier inzwischen gewisse Sicherheitszonen eingerichtet sind, nicht direkt an das Schiff heran. Doch auch so kamen wir zu ganz passablen Fotoaufnahmen. Persönlich kam ich gar nicht mehr aus dem Staunen, dachte ich doch immer, mein nächstes Modell, die „NORMAND PROGRESS“ wäre ein Gigant, wurde ich hier eines Besseren belehrt.


"BOA DEEP C" ein Gigant unter den Offshoreschiffen


"NORMAND PIONEER" etwas kleiner


In Stavanger trennte sich jetzt erst einmal unsere Gruppe bis zum nächsten Tag.

Wir, der Peter und ich, machten uns auf den Weg zur  „NORMAND PIONEER“ dem Schwesterschiff der „NORMAND PROGRESS“ um noch die mir fehlenden Ecken des Schiffes zu fotografieren. Auch hier war nur Dank der Reedereiempfehlung der Zugang an Bord möglich! Wir bekamen einen Bordausweis und eine Begleitperson während des Rundgangs.

Von hier ging es jetzt zur „EDDA FJORD“ ein PSV-Neubau, auch wieder ein Schiff zum Verlieben. Da wir nicht an Bord kamen, fotografierten wir eben von der Pier. Im Laufe der Tage sahen wir uns  auch die Offshore-Schiffe  „STRILBORG“, „OLYMPIC POSEIDON“ und die „STRIL NEPTUN“ an.

Unser nächstes Schiff war jetzt die „BALDER VIKING“ wieder ein Schiff von besonderer Schönheit. Sehr auffällig der gelb/schwarze Anstrich des Rumpfes sowie die gelben Aufbauten. Als wir vor dem Schiff ein Mannschaftsmitglied fragten ob Peters Bekannter an Bord wäre, bekamen wir zu hören, es hat ein Mannschaftswechsel stattgefunden und oben steht der jetzige Kapitän. Nachdem wir uns vorstellten, zeigte uns der Kapitän nicht ohne Stolz persönlich  sein recht imposantes Schiff. Das Schiff vom Typ „KMAR 808 ICE“, gehört zu einer Serie von drei Schiffen und wurde auf der Kværner Leirvik AS, Stord, 2000 gebaut. Das Schiff mit der stattliche Länge von 83,70 m, Breite von 18,00 m mit einer Maschinenleistung von 18 300 BHP erreicht eine Geschwindigkeit von 16 kn. Eine 400 t Winde sowie ein Pfahlzug von 200 t, sagen doch einiges über diesen Schiffstyp aus. Stolz berichtete uns der Kapitän, wenn das Schiff im Winter im Eiseinsatz der Ostsee arbeitet, fährt dieser Versorger bei einer Eisdicke von 60 cm mit einer kontinuierlichen Geschwindigkeit von 12 Meilen.


 



 

" BALDER VIKING"

 

Nachdem uns der Kapitän zum Essen eingeladen hatte, wurde der Rundgang fortgesetzt. Nachdem wir jetzt so manchen Filmstreifen verbrauchten  sowie einige Fotos geschossen hatten, verabschiedeten wir uns vom Kapitän des Schiffes. Hier hatten wir eine Schiffsführung der besonderen Art erleben dürfen!

Dass wir auf der Rückfahrt zur Hütte noch schnell einige andere Offshore-Schiffe von der Pier besichtigten, ist, ja fast selbstverständlich.

Der Sonntag versprach vom Wetter her nicht all zu viel. Zum Glück hatten wir jetzt eine Einladung  der beiden Bordoffiziere auf der „SEAWAY FALCON“, das wir selbstverständlich unsere Modelle mitbringen mussten, war natürlich klar.

Da wir nicht die schmale Gangway  des Schiffes erklimmen wollten, nutzten wir den Überstand eines Pierschuppens. So nach und nach stellten sich doch einige Sehleute des Schiffes. Auch hier wieder sehr viel Lob und Anerkennung.

Eine besondere Augenweide war für mich der auf  der Pier abgelegte  Originalpflug der „FAR SOVEREIGN“. Die bisher mir bekannten Bilder dieses Pfluges hatten mir nie die gewaltigen Dimensionen vermittelt. Allein diese Sonderausrüstung des nächsten, von Peter geplanten Modells, erregten bei mir doch schon ein kleines bisschen Mitleid gegenüber Peter. Für diesen Pflug muss, wird er in Peters Bauqualität erbaut, mehr Zeit aufgewendet werden, als für so manches mir bekannte sog. Spitzenmodell mancher Wettbewerbe in Deutschland!

Da das Wetter immer ungemütlicher wurde, verstauten wir unsere Modelle und begaben uns an Bord der “SEAWAY FALCON“. Hier zeigte uns Jan seinen Arbeitsbereich auf der Brücke. Da inzwischen auch schon wieder zum Mittagstisch gerufen wurde, nutzten wir auch diese Möglichkeit und konnten auch diesem Koch ein hohes Lob aussprechen.

Danach führte Jan uns im Laufe der nächsten Stunden über das Schiff und zeigte uns die verschiedenen Fertigungsanlagen, Maschinenraum und Werkstätten des Schiffes. In voller Besatzungsstärke sind hier mehr als 140 Personen tätig. Auch hier vergingen die Stunden wie im Pfluge und allmählich rief auch schon wieder unsere Hütte. Trotz des ungemütlichen Wetters wieder ein gelungener Tag!

Am Montag machten wir uns  auf den Weg um mit unseren Schiffen endlich auf norwegischen Gewässern  zu SCHIPPERN. Nach ca. 30 Km außerhalb Stavangers fanden wir endlich das für uns ideale Gewässer. Innerhalb weniger Minuten schwammen unsere Modelle auf dem Wasser. Peter meinte, jetzt ist auch sein letzter Schritt am Modell erledigt. Seine Marotte ist, grundsätzlich müssen seine Modelle auf den heimischen, sprich nordischen Gewässern einmal „SCHIPPERN“!





"NORMAND NEPTUN" / "STRIL POWER" auf norwegischen Gewässern

Nach vielen Film- und Fotoaufnahmen stellte sich auf der „NORMAND NEPTUN“ eine gewisse Schräglage ein, die sich dann auch tatsächlich als Wassereinbruch entpuppte. Der Grund war natürlich schnell erkannt, hatte Peter doch sein hinteres Deck  (Hauptdeck) nicht entsprechend vor der Fahrt abgedichtet. Meine sofortige Überprüfung der „STRIL POWER“ beruhigte mich  doch ungemein, kein Wassertropfen im Schiff. Da im Laufe der nächsten Zeit   sich jetzt doch größere Wellen aufbauten, beendeten wir dann endgültig unser „SCHIPPERN“ und brachen in Richtung Stavanger auf. An dieser Stelle möchte ich noch einmal auf das erhabene und besondere Gefühl beim „SCHIPPERN“ auf dem See, welches der Peter und ich hatten, hinweisen. Der eine oder andere Gedanke, jedenfalls bei mir, war doch auch ein Rückblick auf unsere Baujahre am Modell.

Natürlich schauten wir uns jetzt auf der Stavangerbasis noch einige Offshore-Schiffe an und erreichten wieder am späten Abend unsere Hütte. Da es unser letzter Abend in Stavanger war, genossen wir diesen Abend ganz besonders.

Am Dienstag hieß es dann Abschied nehmen. Nach einer kleinen „Hafenrundfahrt“ traten wir jetzt die Rückfahrt Richtung Kristiansand an. Sind wir auf der Hinfahrt nach Stavanger noch auf dem direkten Weg gefahren, wählten wir nun den kleinen Umweg über den „FLEKKEFJORD“. Ein unbedingtes Muss, sollte sich jemals ein Urlauber in diese Gegend verirren. Eine sehr karge, aber unwahrscheinlich schöne Landschaft mit sehr enger Straßenführung, wobei natürlich einige 100 Höhenmeter überwunden, bzw. runtergefahren werden mussten. Ca. in der Mitte der Strecke machten wir Rast genossen den herrlichen Ausblick auf den Jøssingfjord. Dieser Fjord ist während des WK II. durch das sog. Altmark-Drama am 16.Febr. 1940 dadurch berühmt geworden, als das der britische  Zerstörer „COSSACK“ in dem zum damaligem Zeitpunkt noch neutralem norwegischen Gewässer unter Bruch der norwegischen Souveränität, die britischen Gefangenen auf der „ALTMARK“ befreiten.

Dieser für uns kleine Umweg hat sich gelohnt, haben wir doch hier wieder einmal sehr viel Norwegen inhaliert!

Rechzeitig trafen wir nun an der Fähre ein, die sich aber leider mal wieder über eine Stunde wegen Wartungsarbeiten an der Maschine verspätete. Das war insofern nicht so prickelnd, hatten wir doch vor, von Hirtshals sofort die Heimfahrt anzutreten.

Um 01.15 h fuhren wir jetzt in Richtung Peters Heimat, mussten jedoch wegen eines größeren Unfalls auf der Autobahn  diese verlassen. Dank Peters Orts- und einiger dänischen Sprachkenntnisse, fanden wir jedoch bald wieder unseren Weg und trafen kurz nach 04,00 h im Haus ein. Von dort fuhr ich jetzt die restlichen 200 Km Richtung Hamburg in einem Rutsch durch und traf um kurz nach 06,00 h bei mir zu hause ein. Jetzt noch schnell den Wagen entladen und gegen 07,00 h im Bett zu liegen, war doch schon ein schönes Gefühl.

Als Fazit dieser Reise kann ich nur sagen, es hat sich riesig gelohnt, mit einem Partner mit dem ich jeder Zeit solch eine Reise wiederholen würde!

Meine Einladung auf dem schwedischen Eisbrecher „ODEN“

Der Anlass zu dieser Einladung war die Vorbereitung und die Verabschiedung in Göteborg zu einer Forschungsfahrt der „ODEN“. Die Polarforschungsfahrt, zwischen Grönland und den Inseln Island, Jan Mayen an Svalbard (Spitzbergen) vorbei bis an die Eisgrenze der Artic, findet vom 20. April bis 7. Juni 2002 unter dem Titel  „ARCTIC OCEAN 2002“ statt. Mehr als 40 Wissenschaftler mit dem nötigen Gerät schifften sich zu diesem Anlass auf die „ODEN“ ein.

Rechtzeitig zu Anfang des Jahres rief mich der Herr Backman (Kapitän und Direktor) der schwedischen NATIONAL MARITIME ADMINISTRATION aus Norrköpping mit der Bitte an, unbedingt mit meinem Modell „ODEN“ nach Göteborg zu kommen. Herr Backman beschaffte mir 1994 die Pläne der „ODEN“ und ebnete mir den Weg zum Besuch des Schiffes im Mai 94. Im weiteren Gespräch bekam ich zu hören; der ehemalige Kapitän/Kommandant Ulf Christenson der „ODEN“ (inzwischen Rentner) ist der verantwortliche Organisator im Auftrage der Gesellschaft, für die gesamte Veranstaltung. Das selbstverständlich meine gesamten Kosten wie: Hotel und Fährtickets übernommen werden, floss dann so nebenbei ein. Meiner Bitte, nicht erst am 18.April, sondern schon am 16. April in Göteborg zu erscheinen, wurde selbstverständlich entsprochen. Alles übrige klärte ich dann selbst mit dem Ulf Ch. ab. Nach diesem Gespräch kam ich mir wie auf einer Wolke getragen vor! Hier haben sich die losen Kontakte,  die ich während der 6 jährigen Bauzeit Mai 1994 – Mai 2002, mit über 5 000 Hobbystunden am Modell zubrachte, noch einmal als Dankeschön der Gesellschaft an mich ausgezahlt! Während der gesamten Bauzeit informierte ich ständig die Herren Backman und Christenson über den Baufortschritt meines Modells.  Selbstverständlich besuchte mich der Ulf Ch. 1999 mit seiner Frau und informierte sich über den Bauzustand des Modells. Dazu sei noch gesagt; Die Baupläne der „ODEN“ sind nur einmal offiziell für mich freigegeben worden, dieses wurde mir noch einmal jetzt in Göteborg versichert! Um sich in etwa ein Bild vom Originalschiff „ODEN“ zu machen einige Daten: Die Länge: 108 mtr., Breite in der Räumschulter 31 mtr., Breite am Rumpf 25 mtr. bei einem Tiefgang von 8 mtr hat das Schiff ein Displacement von 13 000 tons. Mit den 24 500 hp läuft das Schiff mit 17 Knoten. Bei einer Eisstärke (Ostseeeis) von 1,8 mtr. läuft das Schiff noch ca. 3 Knoten. Grundsätzlich sollte man jedoch wissen, das Articeis ist acht Mal härter als Ostseeeis. Das Schiff hat einen Pfahlzug von 240 tons, eine Zugleistung die von ganz wenigen, reinen Hochseeschleppern, überboten wird.

Rechtzeitig wurden mir die Tickets der Fähre zugeschickt. Am Montag den 15. April ging für mich die Fahrt nach Kiel los. Gegen 18.00 h schiffte ich mich auf der „STENA SCANDINAVICA“ ein und pünktlich um 19.30 h legte die Fähre in Richtung Göteborg ab. Am Dienstag 09.00 h legten wir in Göteborg pünktlich an. Die nötigen  Zollformalitäten waren schnell erledigt. Am Ausgang wartete Ulf Ch., die Wiedersehensfreunde war entsprechend herzlich. Dann fuhren wir zu meinem schon gebuchten Hotel OPALEN. Mein Hotel gehört zur bekannten Scandic-Kette, in dem ich ein richtiges Wohlfühlzimmerbelegte!

Fast die gleiche Größe ?

Nach dem Einchecken im Hotel fuhren wir sofort zur „ODEN“ auf der anderen Seite des „Göta Älv“ (Hafen). Hier war natürlich schon von weitem der riesige Brückenaufbau/Schornstein der „ODEN“ zu sehen. Als ich jetzt die „ODEN“ nach acht Jahren wieder sah, musste ich doch erst einmal tief durchatmen! Es war ein sagenhaftes Gefühl, wieder das Original zu sehen bzw. zu betreten. Ich denke, nachvollziehen kann es jeder Modellbauer, der schon einmal einen solchen Kraftakt im „SCHIFFSMODELLBAU“ betrieben hat!  Da wir ja schon angemeldet waren, stellte ich mich dem Kapitän Anders VIKSTRÖM sowie dem Staffkapitän Tomas ARNELL und den Offizieren vor. Jetzt holte ich mein Modell, das Positiv und die Negativform an Bord und stellte mit den üblichen Fotounterlagen in der Offiziersmesse für drei Tage aus. Die Fragen der Besatzungsmitglieder sowie der ersten eingetroffenen Forscher der Fahrt zum Bau der „ODEN“ konnten hoffe ich, alle befriedigt und beantwortet werden. Ich glaube, es ist nachvollziehbar, wenn ich behaupte, dieses Lob von diesen Fachleuten mir mehr bedeutet und mit Stolz erfüllte, als alle bisherigen sog. Wettbewerbe der Vergangenheit. Das ich während der gesamten Tage auf dem Schiff durch den Koch verpflegt wurde, muss, , nicht extra erwähnt werden.

Während der nächsten Stunden und Tage, konnte ich mich von recht vielen schiffbaulichen Veränderungen der „ODEN“ zu 1994 überzeugen. Ganz gravierend war für mich; der Unterwasseranstrich (weißgrau) war ein Meter nach oben, also von 8 auf 9 mtr. gestrichen. Die Plimsollmarken sowie Ahminge waren erhaben aufgeschweißt und wie mir A. Backman sagte; sehr ungern und recht teuer. Teuer aus dem Grunde, das Unterwasserschiff ist mit einer Emailleähnlichen Farbe, die den besonderen Ansprüchen bei Eisfahrten standhalten, angestrichen. Diese fehlenden Marken hinterfragte ich ja schon bei meinem ersten Besuch 1994 und bekam zur Antwort; sie würden bei der Eisfahrt abscheuern. 1996 wurden sie von der N V (Norske Varitas), der norwegischen Klassifizierungsbehörde durchgesetzt. An größeren Umbauten waren jetzt noch; Vor dem Brückenaufbau auf der Back war jetzt ein ganzer neuer Aufbau gesetzt, in dem die Laboratorien der Forscher untergebracht waren. Um dem Ganzen noch die Krone auf zu setzen, stellte man obenauf noch eine Reihe Container. Vier kleine Kräne mit 0,25 to Hubkraft wurden  auf den verschiedenen Decks installiert. Ein kleineres Verkehrsboot mit Ruhelager kam auf die Backbordseite. Unter dem Hely-Deck wurde eine Inertgaszentrale eingerichtet. Das ehemals bunte Hely-Deck hatte lediglich nur noch ein weißes H. Ansonsten kamen noch etliche Antennenveränderungen und Lüfterinstallationen dazu. All diese Veränderungen werde ich zwar nicht mehr ändern, fotografierte und filmte sie jedoch mit knapp 200 Aufnahmen für mein „ODEN“ – Archiv. Meine „ODEN“ bleibt im Bauzustand 1994! Für mich war es auch sehr befriedigend zu sehen, in welch sauberen Zustand sich das Schiff befindet, sagt doch auch das etwas über die Schiffsführung aus! Da ich ja selbst aus dem Bereich Seefahrt (sechs Jahre Fahrenszeit) komme, kann ich dieses ja auch beurteilen. Das sich freie Bewegen auf dem Schiff habe ich wirklich genossen!

Da ich ja wie gesagt noch einige Zeit bis zum eigentlichen Festakt hatte, besuchten der Ulf Ch. und ich das an der Hafen-Avenue befindliche „Göteborgs Maritima Centrum „Världens STÖRSTA fartygsmuseum“ neben dem Opernhaus. Da hier 13 Originalschiffe vom richtigen Frachter, Feuerschiff, Zerstörer, U-Boot bis hin zum Monitor, eine sehenswerte Flotte liegt, sagen die Schweden; das Museum zählt zu den größten seiner Art der Welt.

Der zweite Besuch fand auf einer Werft statt, auf dem ein Ostindienfahrer, die „GÖTHEBORG“ das Flaggschiff der Swedish East India Companie um 1745 mit Art ABM-Maßnahmen nachgebaut wird. Inzwischen haben ja einige Länder solche Maßnahmen ergriffen, ich glaube, hier kann jeder interessierte Schiffbauer doch einiges erlernen. Hier konnten wir den schon recht fortgeschrittenen Bau des Schiffes bewundern. In den Nebenräumen waren etliche Personen mit den Holzschnitzereien, Seil - und Blockherstellung sowie der übrigen Ausrüstungsbedarfe beschäftigt. Die Atmosphäre in diesen Räumen war ähnlich wie die in Lelystad (Niederlande), einfach fantastisch! Jeden Göteborg-Besucher kann ich einfach nur empfehlen, sich diese beiden Besuche zu gönnen.

Während des Dienstags und Mittwochs wurden auf der Pier, genau vor der „ODEN“ die ersten Festzelte, 4 Flaggenstangen sowie ein 7 x 12 mtr. großes Wasserbecken aufgebaut. Ca. 45 m³ Wasser mussten in das große Becken für eine vernünftige Wasserhöhe eingelassen werden. Selbstverständlich wurde der Göteborger Modellbauclub „VARVSHISTORISKA FÖRENINGEN“ zu den Wasservorführungen eingeladen. Hatten wir zuerst nicht den richtigen Draht zueinander, ich denke hier spielte der Rummel um meine „ODEN“ eine kleine Rolle, gab sich dieses im Laufe der nächsten Tage. Das zeigte sich auch im Besonderen auf dem Wasser. Das selbstverständlich alle Kommandanten der „ODEN“ wie: A. Vikström, T. Arnell, U. Christenson sowie A. Backman das Modell fernsteuern mussten, war ja wohl einfach ein Muss! Hatten die Herren zuerst doch ein bisschen Bammel vor der Fernsteuerung, legte sich dieser bald nachdem ich erklärte, das Modell fährt fast identisch wie das Original. D.h. durch das Gewicht von 13 Kg, braucht auch das Modell eine Strecke zum Stillstand. Als dieses verstanden war, fuhren diese Kapitäne mit meiner „ODEN“ perfekt, sogar vorsichtige Anlegemanöver klappten hervorragend. Für mich war dieses eine hervorragende Werbung für unseren Schiffsmodellbau. Der Liebling der Frauen  und Kinder war aber einmal wieder mein kleiner Schlepper „GARANT“. Dieses kleine Modell nur 35 cm lang und einem Gewicht von unter 700 Gramm, sah natürlich obwohl im gleichen Maßstab gebaut, zur „ODEN“, wie ein Winzling aus. Im Nachhinein war ich froh, auch dieses Kleinstmodell mitgenommen zu haben. Der Donnerstag wurde von mir mit den Modellen entsprechend genutzt!

Am Freitag  kamen jetzt Dutzende von Schulklassen, die mit Bussen herangefahren wurden, zu Besuch. Auch diese Kinder wurden durch eigens dafür geschultes Personal der Gesellschaft in Gruppen über das Schiff geführt. Zeitweise dachte ich, das Schiff ist wohl überfüllt. Im Laufe des Tages änderten sich die Gruppen dann altersmäßig. In diesen Stunden hatte ich auch besonders viel zu beantworten und zu erklären. Erstaunlich für mich war auch die Feststellung, dass sehr viele Schweden, auch junge, mich auf deutsch anredeten. Immerhin reichten meine sog. Englischkenntnisse zumindest soweit, um mich verständlich zu machen.

Im Lauf dieses Tages bzw. besonders am Sonnabend, stellten sich einige Herren vor, die entweder direkt auf dem Schiff schon gearbeitet oder damit zu tun hatten. So wurde mir der Konstrukteur der „ODEN“ genau so vorgestellt wie der Werftmaler und der Sektionsleger von der Kiellegung 1987. Im Laufe der Tage summierten sich doch diese Vorstellungen, sodass mir am Ende der Tage jeweils doch der Kopf rauchte. Im Nachhinein möchte ich noch einmal betonen; es hat mir einen riesigen Spaß und Freude gemacht! Auf keinen Fall hätte ich das ganze drum und dran missen wollen!


 

Während die ehemaligen Kommandanten A. Backman und U. Christenson sich gegenseitige Hilfestellung beim Manöverieren des Modells gaben, fuhr der augenblickliche Kommandant A. Vikström schon wie ein Profi allein!

 

Im Laufe des Sonnabends wurden in einigen Festzelten das Büffet aufgestellt und die Kapelle traf ein. Nachdem das Büffet geplündert war, d.h. man einigermaßen zugegriffen hatte, begann der Folkloreteil des Tages. Eine eigens aus Grönland eingeflogene Folkloregruppe brachte die Stimmung auf den Punkt, wobei natürlich auch ein Gruppenspiel mit den Gästen und dem Schiffspersonal nicht fehlen durfte. Es soll von dieser Veranstaltung in den Medien auch sehr ausführlich berichtet worden sein. Leider bekam ich davon nichts mit, hatten doch der Ulf Ch. und ich uns einen netten Herrenabend am Freitag gegönnt, quasi meine Verabschiedung gefeiert. Ich hatte mir zwar schon die Stadt (2. größte Stadt Schwedens mit ca. 500 000 Einwohnern) beim Stadtbummel angesehen, wurde am Abend jedoch richtig eingeweiht. Da wir ja nicht mehr die jüngsten sind, beendeten wir den Abend etwa um Mitternacht.
Da die „ODEN“ am Sonnabend zu ihrer wissenschaftlichen Fahrt  gegen 15.00 h auslaufen sollte, wurden von den verantwortlichen Herren der „ARCTIC OCEAN  2002“ Tour, der Eisbrechergesellschaft und dem Kapitän des Schiffes noch einige Abschieds- und Informationsreden am Mikro gehalten. Für mich ein persönlicher Höhepunkt: Herr Anders Backman, Direktor der Eisbrechergesellschaft, bedankte sich auf deutsch am Mikro für mein Kommen mit der „ODEN“. Ich denke, diese Einladung hat wesentlich mehr für mein Hobby und Werbung für den SMC-Hamburg, gebracht als die sog. Wettbewerbe.

Pünktlich trafen die Schlepper ein. Die Festmacherleinen der Schlepper gingen aufs Schiff und dann legte die „ODEN“  unter den Musikklängen der Kapelle ab und verließ mit Wasserfontänen und Typongetöse der Hafenfahrzeuge den Göteborger Hafen.



Ablegen und auf ein WIEDERSEHEN

Im Laufe der nächsten Stunde verabschiedete ich mich von den verschiedenen Personen und bedankte mich noch einmal bei allen für Ihre Fürsorge und ihre nicht so selbstverständliche Gastfreundschaft! Persönlich glaube ich auch einfach und diese Erfahrungen habe ich im laufe meines Lebens gemacht, so wie man in den Wald hinein ruft, schallt es zurück! Mein besonderer Dank gilt verständlicherweise jedoch dem Ulf Christenson mit seiner Frau Ing-Marie.    

Gegen 18.00 h schiffte ich wieder auf der STENA SCANDINAVICA ein. Punkt 19.30 h legten wir ab und trafen am Sonntag den 21. 04.02 um 09.00 h in Kiel ein.

Norwegentour einer kleinen Offshoregruppe 2002

Rechtzeitig im Jahr 2001 wurde diese Norwegentour für das Jahr 2002 geplant und fand dann auch vom 30.08-8.09.2002 statt. Jedoch muss ich darauf hinweisen, dass eine große Organisation von seitens Peter und Jörg im Vorwege geleistet wurde. Da man nach Norwegen ja nur entweder mit dem Schiff oder Flugzeug kommt, wählten wir den Wasserweg, d.h. mit der Fähre von Kiel nach Oslo. Von dort ging es ca. 600 Km auf der E 6 in Richtung Lijehammer und ab Dombås auf der E 136 weiter nach  Ålesund. Die schon lange gebuchte Hütte auf dem „Prinsen Campingplatz“ wurde dann im Laufe des frühen Abends erreicht, wo uns Peter mit seiner Frau  schon erwartete. Auch diese Hütte wie die nächste, die wir ab Mittwoch bei Ulsteinvik bezogen, war im Vorwege bestellt.

Das Ziel unserer Reise war,  wir wollten uns bei den verschiedenen Werften und Zulieferunternehmen in Erinnerung bringen, bzw. neue Kontakte knüpfen und der für mich wichtige Grund, die Baupläne meines nächsten  Modells, die der „NORMAND PROGRESS“ zu bekommen Die Eintrittskarten für diese Betriebe waren zum Einen von unserer Seite unsere IOS (INTERNATIONAL OSV SOCIETY) Broschüre und zum Anderen die von Peter   gebaute zu 90 % fertige „NORMAND NEPTUN“ 1:75 und meine zu 65 % fertige „STRIL POWER“ 1:75. Der ausfahrbare Thruster der „SCANDI STORD“ 1:75 von Jörg  vervollständigte unsere Vorzeigeobjekte. Das diese Rechnung aufging, erkannten wir im Laufe unserer Besuche in Norwegen.

Werftarbeiter begutachten unsere Modelle


Fachgespräche ?


Das wir durch die rechtzeitigen Anmeldungen und den guten Kontakten von Peter und Jörg   sehr offen  und sogar überaus herzlich empfangen wurden, möchte ich hier noch einmal besonders hervorheben. Im Laufe der Besuche mussten wir immer wieder unsere Modelle vorführen, d.h., da ich meine Funkfernsteuerung  mitbrachte, den „SWING UP – Thruster“ ein- und ausfahren,  die Ruderanlage mit den „FLAPS“ (ähnlich dem Beckerruder), die Schraubenanlage sowie die Bug- und Heckthruster vorführen. In einigen Häusern sorgten sogar die Projektleiter und Marketingleiter dafür, dass alle Mitarbeiter aus den verschiedenen Etagen unsere Modelle ansehen konnten. Bei „Rolls Royce“ wurden wir sogar gebeten, nach dem Mittagessen unsere Modelle der Belegschaft in der Kantine vorzuführen bzw. zu erklären! Nicht selten staunten sogar die Konstrukteure dieser Objekte denen wir jetzt im Modell, 75 mal verkleinert, ihre Entwürfe vorführten. Die Pläne zum Bau meiner „STRIL POWER“ bekam ich doch vor einigen Jahren von „Ulsteinverft“, heute von „Rolls Royce“ übernommen.

Der für mich wichtige Teil des Norwegenbesuches, die Pläne für mein nächstes Modell zu besorgen, ist Dank unserer vorgezeigten Modelle von Seiten der maßgeblichen Werftleute mit einer festen Planzusage erfolgreich verlaufen. Allerdings auch mit dem Hinweis, ohne unsere Modelle hätten wir nichts bekommen. Hier haben sicherlich die sog. Plansammler dazu beigetragen die ehemals hilfsbereiten Werften und Reedereien zu verärgern, leider! Mir sind einige Plansammler bekannt, die große Stapel von Plänen haben, aber auf keinen Fall jemals ein Modell davon bauen.

Im Laufe der knappen Woche besuchten wir 12  Werften und Konstruktionsbüros. Mit Urlaub hatte dieser Trip sicherlich nichts zu tun, aber der Modellbau unserer Gruppe ist  auch nicht mit dem üblichen Schiffchenbastelnzu vergleichen!

Den Sonntag, Büros und Reedereien haben ja auch in Norwegen keinen Betrieb, nutzten wir zu einem Ausflug zum Geiranger-Fjord. Die relativ kurze Strecke konnten wir in einem PKW fahren. Bei dem kleinen Städtchen Linge setzten wir in einer knappen Stunde Fährfahrt nach Eidsdal, einer schon größeren Stadt, über. Endlich nach wenigen Kilometern hatten wir den ersten Einblick in den Fjord. Wer in dieser Gegend ist, sollte auf jeden Fall diesen Fjord besuchen. Selbstverständlich nutzten wir auch den Fototreffpunkt aller Besucher. Für mich, der diesen Ausblick das erste Mal zu sehen bekam, ein einmaliges Erlebnis. Eines sollte man allerdings wissen, Entfernungen in Norwegen müssen häufig durch Fjordfähren verkürzt bzw. teuer bezahlt werden. Die einmalige norwegische Landschaft entschädigt jedoch allemal und hat mich inzwischen auch zu einen Norwegenfan gemacht. Auf der Rückfahrt schauten wir uns Peters fantastisch gelegenen Hüttenplatz bei Valldal an. Hier waren Sie von einem gut betuchten norwegischen Freund für einige Tage eingeladen. Man konnte richtig neidisch auf solch einen Freund sein, aber eben jeder so wie er es verdient.



Der "GEIRANGERFJORD" Norwegens bekanntester Fjord

Im Laufe der Woche, es regnete sehr stark, nutzten wir die Gelegenheit um das Ålesund Aquarium im Atlantic See-Park  zu besuchen. Dieser Park liegt in Tueneset, ca 3 Km westlich von Ålesund. Mit fast 4 000 m² Publikums- und Ausstellungsfläche sowie 6 000 m² Freifläche, zählt dieses Aquarium zu den größten Europas. Die großen Landschaftsaquarien zeigen die Tierwelt des Atlantiks vom Norden bis zum Süden. Der Eintrittspreis von 85 NOK, der zwar im ersten Moment recht teuer erschien, sich aber im Nachhinein, als durchaus berechtigt erwies, stellte dann auch kein weiteres Problem dar. Immerhin verbrachten wir hier einige Stunden, die wir nicht bereuten.

Das die Tage wie im Fluge vergingen, muss nicht extra erwähnt werden. Da Peter über Schweden und Dänemark zurück fuhr (20 Autostunden), klingelte am Sonnabend um 4.30 h für Jörg und mich der Wecker. Mussten wir doch die Fähre um 6.00 h bekommen. Dann folgten wieder ca. 600 Km bis nach Larvik dem Verbindungshafen nach Frederikshavn (Dänemark).

Da wir sehr zügig die Km. zurück legten, hatten wir reichlich Zeit für einen Abstecher nach Brevik. Die ca. 30 Km haben sich noch einmal gelohnt. Hier lagen einige Schlepper, neue sowie alte, die wir natürlich auch vor die Linse nahmen. Jörg konnte noch einige Versorgeraufnahmen mitnehmen, sodass wir nun endlich befriedigt unsere Heimreise antraten.

Da wir morgens um 8.00 h in Frederikshavn fast ausgeruht ankamen. Legten wir die restlichen Km. in gut 5 Std. bis nach Hamburg zurück.. Nach dem Essen musste Jörg dann allerdings noch nach Gütersloh fahren.

Das Fazit zu diesem Urlaub kann nur heißen; es hat riesig Spaß mit dieser Gruppe gemacht, auch wenn es anstrengend war! Vielleicht regt es ja auch den einen oder anderen Modellbauer dazu an, ähnliches zu unternehmen. Auch von dieser Seite betrachtet, kann Modellbau fantastisch sein!



Unternehmen OFFSHORE in Norwegen vom 5.-14.05.2000

 

 Lange bevor  das Unternehmen OFFSHORE 2000 begann, waren erhebliche Vorarbeiten, die zum großen Teil von Peter und Jörg zu erledigen waren, abgeschlossen. D.h. es wurde die Fähre Hanstholm (DK) / Egersund (N) für die Hin.- und Rückfahrt gebucht. Ein Kleinbus in Gütersloh gemietet und unsere Hütten in Olbergstranden am Wasser bzw. beim Flughafen SOLA gebucht werden. Peters Frau ließ es sich nicht nehmen uns unser Proviant zusammenzustellen, das war, wie man sich leicht vorstellen kann, keine leichte Arbeit. Mussten doch sechs mittelschwere recht männliche Personen in Norwegen überleben. Jeder der sich in Norwegen auskennt, weiß, Proviant ist sehr teuer?

Am 5.05. begann das Unternehmen OFFSHORE 2000 für mich damit, dass Jörg aus Gütersloh kommend, mich abholte. Hier möchte ich mich im Vorwege schon recht herzlich bei unserem Taxifahrer Jörg bedanken, hat er doch während des gesamten zurück gelegten Kilometer, immer den Weg gefunden und uns heil zurück gebracht. Am frühen Abend kamen wir an Peters Wohnort an, machten uns einen gemütlichen Abend bei allerlei Fachsimpeln und einem vorzüglichen Abendessen. Recht früh begaben wir uns zur Ruhe, da der nächste Tag um 05.00 h begann.

Pünktlich zur vorgegebenen Zeit erschienen jetzt noch  unsere beiden Mitfahrer Jörg   aus Neustadt und Andreas aus Lübeck. Kurzes Verstauen der gesamten Ladung und ab ging die Fahrt in Richtung Hanstholm. Gute 4 Stunden später erreichten wir bei herrlichem Wetter unsere Fähre und konnten nach dem Einschiffen auf der „BERGEN“ die nächsten 7 Stunden genießen.

Abends um 19.15h erreichten wir Egersund, fuhren noch 2 Stunden bis zu den Hütten und hatten dann endlich Zeit, ausgiebig den aus Aberdeen eingeflogenen James, unseren sechsten Teilnehmer zu begrüßen. In der ausgelassenen Stimmung störte nur, dass der norwegische Seeleutestreik uns evtl. den einen oder anderen Versorger vorenthalten könnte. Während des Streiks sind die meisten Versorger nach Aberdeen bzw. Esbjerg in (DK) umgeleitet worden.

Am Sonntag morgen fuhren wir endlich nach Dusevik. Schon bei der Vorbeifahrt an der Basis Risavika bewahrheiteten sich unsere Befürchtungen. Es war recht wenig OFFSHORE-Betrieb. Nicht ein Schiff lag vor Ort. In Dusevik lag ein alter Bekannter die „HAVILA HIDRA“, ansonsten kein Betrieb außer Streikposten die uns den Streik noch einmal erklärten. Da wir uns sowieso noch mit verschiedenen OFFSHORE-Ausrüstungen befassen wollten, nutzten wir jetzt die Gelegenheit um auf dem riesigen Areal  Fotos von den riesigen „Bruce“ -Ankern (15 to mit gut sechs mtr. Flunkenbreite und einer Höhe von 5,65 mtr.), ROV’s, Bojen, Sinkers, Ketten, Chasers, Fender, Drähte usw. zu schießen. Die Dimensionen der einzelnen Geräte erkennt jedoch der Laie erst, wenn er davor steht. Die riesigen Sharkanker haben inzwischen ein Gewicht bis zu 65 to. und eine Flunkenbreite mit gut 10 mtr. Der Sonntag verlief wie im Flug. Unser gewohnter Optimismus sagte uns, am Montag ist der Streik beendet.

Den Montag nutzten wir in sofern aus, indem wir uns die nähere Landschaft ansahen. Für mich, der ja schon einiges an schönen Landschaften gesehen hat, musste ich feststellen; wer noch nicht in Norwegen war, hat etwas versäumt. Peter zeigte uns eine Landschaft, die wohl mit zu den herrlichsten Flecken der Erde gehören! Ich denke, die einzigartige Ruhe Norwegens spiegelt sich  auch bei den Bewohnern des Landes wider.

Im Laufe des späten Nachmittags fuhren wir wieder zum Hafen Dusevika, hier stellten wir schon regen Betrieb fest und auf einmal hieß es; Jürgen, Deine „STRIL POWER“ kommt! Ja, ja schöner Spaß dachte ich, dann sah ich sie auf einmal, allerdings etliche Meilen entfernt bei Erprobungen. P. E. nahm sofort über Handy Verbindung mit dem Kapitän auf und bekam zu hören; wir laufen gleich aus, wir haben einen Umbautermin am Schiff im Flekkefjord ca. 150 Km entfernt. Da ich ja schon alle Aufnahmen der "STRIL POWER“ hatte, war es nicht ganz so schlimm, ich muss jedoch gestehen, ich hätte gerne noch einmal einen Bordbesuch genossen. Vielleicht kann das nicht jeder nachvollziehen, für mich gehört so etwas einfach zu meinem Hobby!

Am darauf folgenden Tag sahen wir uns erst einmal das Norsk Oljemuseum in Stavanger an. Das Museum ist noch sehr neu und sehr ordentlich aufgebaut. Wird doch hier sehr anschaulich an Modellen oder in Kurzfilmen demonstriert, wie das schwarze Gold der Norweger gefunden bzw. gewonnen wird. Den Stavangerurlaubern ist ein Besuch unbedingt zu empfehlen.

Als wir jetzt wieder am Stavanger Hafen ankamen, stach uns sofort ein farblich sehr schöner Versorger, die „TOISA  QUEST“ ins Auge. Während wir am Schiff auf und ab liefen, kam ein Besatzungsmitglied und lud uns zu einer Besichtigung an Bord ein. Mit sichtlichem Stolz zeigte er uns sein Schiff. Selbstverständlich durften wir an Bord filmen und fotografieren soviel wir wollten. Auch hier kam es zu interessanten Gesprächen und Informationsaustausch.

An der neuen Hafenanlage Grødem, hier wurde ein Teil der „BREND SPAR“ der Shell die ja über Wochen für Schlagzeilen sorgte, mit in der Pier eingebaut. Hier lagen der finnische Eisbrecher „NORDICA“ und ein russischer Halbtaucher MAXITA. Die „NORDICA“ bekam für einen speziellen OFFSHORE-Einsatz eine besondere Haltevorrichtung an die Stb-Seite geschweißt. Im OFFSHORE – Betrieb ist immer wider festzustellen, es wird nicht lange geredet. Wenn es erforderlich ist, wird entweder die Staureling oder gar die Wallschiene abgebrannt und in dem Bereich die nötigen Ausrüstungen verschweißt. Für den Modellbauer ist von daher auch ein bisschen Flexibilität gefordert. Ich lege mich grundsätzlich im Schiffsausrüstungszustand auf ein Datum fest. Das hilft z. B. bei Bauprüfungen häufig, den sog. Fachleuten den Wind aus den Segeln zu nehmen!

Am Mittwoch statteten wir der VIK / SANDVIK GROUP einen Besuch ab. Auch hier wie eigentlich überall bei unseren Besuchen,  ein sehr höfliches und interessiertes Entgegenkommen der Werftleitung. Ich denke, das hat aber auch etwas mit dem persönlichen Auftreten zu tun.  Da zudem Jörg inzwischen einen persönlichen Kontakt zur Werftleitung hat, war auch dieser Besuch nicht nur eine Formsache. Die Werftleitung führte uns persönlich durch die Abteilungen und verteilte das Informationsmaterial recht großzügig.

Eine Insel weiter besuchten wir jetzt auch noch die „DOF–SHIPPING GROUP“. Unter dieser Reedereiflagge fährt ja das neueste, im Bau befindliche Modell vom Jörg. Der  Superintendent der „SKANDI STORD“ hatte auch schon wie im letzten Jahr bei der Indienststellung des Schiffes wieder Zeit für uns, zeigte uns voller Stolz die neusten Modelle der Reederei und weihte uns in die Zukunftsaussichten  der Werft ein. Auch hier verging die Zeit wie im Fluge. Im Laufe des späten Nachmittags machten wir uns wieder auf den Heimweg. Die zurückgelegte Strecke von ca. 500 Km ist auf keinem Fall mit unseren Verhältnissen zu vergleichen. Wir mussten insgesamt 6 x die Fähre benutzen und durch verschiedene Tunnel fahren. Dass der finanzielle Aufwand auch nicht gering war, muss, glaube ich, nicht extra erwähnt werden.

Das wir natürlich noch einmal in Dusevik vorbeischauten, muß, denke ich, nicht großartig erwähnt werden. Hier lagen jetzt die „NORMAND DROTT“ und „SKANDI MØGSTER“ die unseren so erfolgreichen Tag, wieder voll abrundeten. Gegen 24.00 h kamen wir dann auch endlich zur Ruhe.

Am Donnerstag nach einem ausgiebigen Frühstück ging es wieder in Richtung Stavanger. Als wir jetzt den ersten Blick auf den Hafen bekamen, staunten wir über alle Maßen, lag doch hier direkt an der Pier einer der größten Versorger der Welt. Multifunktions-offshore-vessel ist in Fachkreisen die genaue Bezeichnung dieses Giganten "NORMAND PROGRESS“. Ein Schiff der Superlative mit den Maßen: Länge 95 mtr., Breite 24 mtr., Tiefgang max. 8,3 mtr. Dieser Gigant wird doch mit der sagenhaften Leistung von insgesamt 27 920 Bhp. angetrieben. Durch den Pfahlzug von max. 304 to kann dieses Schiff mit jeden Bergungsschlepper konkurrieren. Mit einer Windenzugkraft von 500 to. und ein A-FRAME mit der Hebeleistung von 250 to. Das Helideck  (26 x 26 mtr) kann Hubschrauber bei bis zu 4° Seitenneigungen aufnehmen. Bei stärkeren Neigungen  dient es  als Winschdeck.





Den eigentlichen Arbeitsumfang der auf mich zukam, sollte ich erst während der Bauzeit realisieren!

Nachdem P. Esch beim Kapitän des Schiffes vorstellig wurde, bekamen wir auch sofort die Einladung zum Bordbesuch. Der Kapitän, Herr O. A. Furø selbst, empfing uns auf der Brücke (mit den Maßen eines Tanzsaales) übernahm die Führung an Bord und lies es sich nicht nehmen, uns zum Essen einzuladen. So ganz nebenbei erklärte er uns, das ganze findet jetzt in seiner Freizeit statt.  Da wir auch noch einen festen Termin bei der Reederei Møkster  ( die "STRIL POWER“, mein nächster Versorger ist ein Schiff dieser Reederei)  vereinbart hatten, klinkte ich mich vom Essen aus und fotografierte die "NORMAND PROGRESS“ einmal durch, d.h. ca. 450 Fotos und einige Videometer wurden geschossen. Ich kann nicht ausschließen, dass sich bei mir ein starkes Interesse regte! Bei meiner Modellbauerei ist es so, ich muß ein Schiff mögen, erst dann kann ich auch die nötige Ruhe und Ausdauer aufbringen. Die "NORMAND PROGRESS“ gefiel mir nicht nur auf den ersten Blick! Da mir die Zeit unter den Nägeln brannte und selbst der Kapitän nicht sagen konnte wann das Schiff ausläuft, nahmen Peter und Jörg den Termin bei Møkster war und vergaßen natürlich nicht, mich entsprechend zu entschuldigen. Die Stunden an Bord vergingen wie im Fluge, nicht nur ich, sondern wir alle waren auch von diesem Tage begeistert. Zur Entspannung  des Tages fotografierten wir nun noch einige normale Versorger und begossen auch diesen Tag mit einem entsprechenden Schluck aus der Flasche.

Am Freitag bekam ich gerüchteweise zu hören, daß man mich wegen dem vorherigen Abend verklagen wollte!? Zu meiner Verteidigung muss ich anführen, ich habe die Flasche nicht besorgt! Insgesamt musste ich immer wieder feststellen, wir hatten doch alle einen Riesenspaß.

Als wir nun in Richtung Stavanger fuhren, sagte auf einmal ein Mitfahrer es fehlt uns eigentlich nur noch die „FAR SOVEREIGN“, meine Antwort war, dass hätte Peter gewusst. Wir kommen um die Ecke was liegt da, Peters nächstes Modell im Original, die „FAR SOVEREIGN“. Hatte Peter bisher seine uns bekannte Ruhe an den Tag gelegt, wurde er jetzt hier doch recht aufgeregt, zumal das Schiff auch gerade Ablegemanöver durchführte. Zum Glück verholte das Schiff nur nach einem Wendemanöver einige Meter weiter. Da Peter auch dem Kapitän vom letzten Jahr her bekannt war, bekamen wir auch sofort die  Bordgenehmigung, auch wieder der Empfang durch den Kapitän des Schiffes. Peter, der überglücklich war und einigen Besatzungsmitgliedern sein Modellfotoalbum zeigte, gab mir jetzt noch entsprechende Hinweise bestimmte Ecken des Schiffes zu fotografieren. Also wurden jetzt noch einmal vier 36-er Filme verbraucht und ich bin sicher, während des Baues werden wieder einige Ecken auftreten, die noch nicht richtig fotomässig belegt sind. Dem normalen Modellbauer mag das schon ein bisschen verrückt vorkommen, aber es ist ja auch nicht Modellbau  vorne an, sondern mit grösst möglicher Präzision  ausgeführt. Dieses zu verstehen bedeutet allerdings auch, es zumindest einmal selbst probiert zu haben. Wie gesagt, jeder Modellbauer legt seine Schwerpunkte selbst fest, dass nicht jeder die entsprechend glückliche oder feine Hand für Modellbau dieser Güte hat, ist auch dem Laien klar! Umso schöner und glücklicher fühlt man sich im Kreise Gleichgesinnter, die von dem selben Modellbauspleen oder Virus besessen sind.

Da wir um 14.00 h unseren Fährtermin zur Insel Kamøy wahrnehmen mussten fiel besonders dem Peter der Abschied von  seinem Schiff schwer, aber wat mut dat mut. Nach ca. 70 Minuten Fährfahrt kamen wir in Skudesneshavn an und besuchten die Reederei Solstad. Der Eigner, zu dem Peter wieder einen sehr guten, über Jahre aufgebauten persönlichen Kontakt hat, empfing uns und hatte doch tatsächlich in seinem laufenden Geschäft mehr als eine Stunde Zeit um mit uns angeregt zu fachsimpeln. So ganz nebenbei erklärten wir, dass wir die „NORMAND PROGRESS“ besucht hatten und ich evtl. ein Modell davon bauen möchte. Schon offene Türen wurden nach dem Gesprächsverlauf  nicht geschlossen, warten wir jedoch die nächsten 2 Jahre erst einmal ab. Nachdem wir auch hier mit dem neuesten Informationsmaterial versorgt wurden, einige Modellfotos fertigten, verabschiedeten wir uns. Da unsere Fähre noch auf sich warten ließ, nutzten wir die Zeit zu einem kleinen aber herrlichen Stadtbummel. Nach der Rückfahrt noch ein kleiner Abstecher  in den Dusevikhafen brachte dann wieder eine gewisse Hektik auf. Sahen wir hier gerade wieder Versorger die ausliefen bzw. verholten. Schnell den Nahbereich ausnutzen, rein in den Wagen und mit größtmöglicher Geschwindigkeit zu unserem Fotografierstandort nach außerhalb zu fahren, war immer wieder Jörgs Aufgabe. Jörg meisterte diese Aufgabe gewohnt souverän. Da wir diese Fahrten im Laufe des abends mehrere Male unternahmen, muss für einen evtl. Beobachter der Verdacht gekommen sein, die Deutschen spinnen. Zum Glück hat unser Leihwagen eine Münchener Autonummer. Endlich, gegen 22.00 h kamen wir zum Essen und genossen den letzten Abend in unserer Unterkunft.

Am Sonnabend ging es noch einmal wie üblich nach Stavanger. Peter besuchte  sein Schiff und wir übrigen machten bei ca. 25° noch einen herrlichen Stadtbummel bzw. genossen das Hafenfest. Die norwegische Marine veranstaltete den Tag der offenen Tür und auf der Pier waren die üblichen Kirmesbuden aufgebaut. Die Preise, die hier verlangt wurden waren zwar ganz schön happig, offensichtlich tat das der ganzen Freude jedoch kein Abbruch.

Im Laufe des frühen Nachmittags fuhren wir jetzt in Richtung Egersund zur Fähre. Um 20.00 h konnten wir uns einschiffen, bezogen unsere Kabinen und genossen jetzt die Überfahrt. Endlich konnten wir uns ein Bier mit dem nötigen Essen bestellen. Eine Lifeband sorgte für die gute Stimmung und der eine oder andere Mitfahrer begab sich recht früh in seine Kabine.

Gegen 08.00 h kamen wir in Hanstholm  an, fuhren jetzt noch in den Hafen von Esbjerg. Hier kamen wir gerade zum richtigen Zeitpunkt an um das Abschleppen einer Maersk-Rigg  die „MAERSK GUARDIAN“ mitzukriegen. Ein Schleppzug, mit dem Kopfschlepper (Versorger) „TORM OSPREY“ den man sicherlich nicht oft sieht. Die modernen Versorger haben inzwischen Pfahlzüge, die sogar reine Hochseeschlepper vor Neid erblassen lassen. Dass natürlich noch einige Versorger aufgenommen wurden, erwähne ich nur noch der Formhalber.

Da Peters Frau inzwischen schon zu einem festen Termin unser Empfangsessen vorbereitet und ich einen Termin in Hamburg hatte, trennten wir uns schweren Herzens vom Hafen. Fast pünktlich kamen wir im Hause an. Nach dem Umpacken des Gepäcks konnten wir an der festlich gedeckten Tafel Platz nehmen und bekamen ein mehr als fürstliches Essen gezaubert.  Allein dieses Essen war schon die Reise wert! Nachdem Jörg mich wieder zu Hause abgeliefert hatte, musste er ja immer noch bis Gütersloh fahren, ich kann mir vorstellen, er war geschafft! Herzlichen Dank Jörg.

Das Fazit: Es hat riesig Spaß gemacht, wir haben unwahrscheinlich viel erlebt und neue Kontakte geknüpft. Wenn ein Drehbuch zum Ablauf dieser Reise vorher geschrieben worden wäre, hätte mit Sicherheit keiner an den Ablauf dieser Reise geglaubt. Ich denke den ernsthaften Modellbauern hat es auch wieder den nötigen Schub bzw. Motivation gegeben.

Herzliches Dankeschön an alle Mitwirkenden !!!

Was macht man nicht alles ...

   ... um an Pläne und Fotos seiner „Auserwählten zu kommen. 

Auf dem Offshore-Treffen 1998 in Gütersloh sah ich unter anderen etliche Versorger und entschloss mich, wenn meine ODEN, der Eisbrecher, fertig ist, solch ein Offshore-Schiff  zu bauen. Bekanntlich sind diese Pläne nicht so einfach zu bekommen, ich hatte jedoch das Riesenglück, den Modellbaukollegen Peter  für diese Sache gewinnen zu können. Der hat einen sehr guten Draht über einen Bekannten zur Reederei und zur Werft, und dieser Bekannte beschaffte mir dann  nach längerem Hin und Her diese Pläne unter dem Motto „Weltmeister baut für Werft “.

Irgendwann Anfang des Jahres 99 trafen die ausführlichen Pläne bei mir ein. Nachdem ich diese ausgewertet hatte, traf ich mich mit Peter, und wir legten uns auf den Maßstab 1 : 75 fest. Da erfahrungsgemäß auf Fotos die Details und die Realität besser zu erkennen sind, beschlossen wir, telefonisch bei der Reederei um ein „Rendezvous“ mit unserer „Auserwählten“ zu bitten. Wieder hatten wir Glück: Das Schiff sollte in den nächsten Tagen nach Norwegen kommen. In aller Eile bereiteten wir alles nötige vor und konnten sogar noch einen dritten Begeisterten, Jörg aus Gütersloh, gewinnen, der das Modell eines in Norwegen zur Zeit an der Ausrüstungswerft liegenden Versorgers baute. Wir drei machten wir uns am 26. März auf den Weg.

Jörg hatte es übernommen, uns zu kutschieren. Wir starteten frühmorgens bei mir, holten Peter ab und fuhren durch Dänemark zur Fähre  Hirtshals (DK) - Kristiansand (S). Am frühen Nachmittag kamen wir - leicht durchgerüttelt und -geschüttelt - an und hatten dann noch 60 km bis zur vorgebuchten Hütte vor uns. Von dort waren legten wir die noch knapp 200 km nach Stavanger am nächsten Tag zurück.  In der Nähe von Stavanger liegen die kleinen Häfen Risavika und Dusevik, die Anlandestation der STRILL-POWER, meinem Ziel dieser Fahrt! Dies Schiff gehört der Reederei Simon Møkster in Stavanger, es ist 74,90 Meter lang und 18 Meter breit. Es ist ein neuerer Versorger vom Ullstein-Typ 722,  ein Allround-Schiff mit einem Windenzug von 300 Tonnen und riesengroßen Wasserwerfern: 720 m³ pro Stunde! Das sind 200 Liter pro Sekunde, die dort durch die Rohre gefeuert werden auf Entfernungen von über 200 Metern. Das Schiff hat eine Maschine mit 14700 PS Leistung und erreicht damit eine Zugleistung (Pfahlzug) von 165 Tonnen. Immer wieder hatten wir in den letzten Tagen gehört, dass es unsicher ist, ob das Schiff am Wochenende kommt,  jetzt hieß es plötzlich, dass es in zweieinhalb Stunden anlegt! Also ganz schnell Richtung Küste, um auch Fotos vom Schiff mit hoher Fahrt zu schießen und dann ganz schnell zum Hafen zurück!

Endlich erscheint "mein" Schiff

Nachdem das Schiff  festgemacht hatte, gingen wir an Bord, begrüßten den Kapitän, überreichten ein Album von meinen bisherigen Hobbyarbeiten, so dass der Kapitän schon mal eine Vorstellung von meinem Vorhaben bekam. Das öffnete ihm das Herz, und er gestattete es uns, in allen Ecken und Winkeln, ob in der Maschine, an Deck oder der Brücke herumzukriechen und zu fotografieren.. Ich nutzte sofort die Zeit und das gute Wetter, schoss Fotos und Videos, war in der Mastspitze, an Deck von Bug bis Heck, an und in Aufbauten und Innenräumen und hatte dann im Laufe dieser Aktion insgesamt 430 Fotos und viele Minuten Video-Aufnahmen  „im Kasten“. Ich war begeistert! Man baut so eine ganz andere Beziehung zu seinem (noch geplanten) Modell auf, als wenn man dessen „großen Bruder“ nie zu Gesicht bekommen hätte.

Es blieb noch Zeit, im Hafen herumzustromern, hier und dort typische Ausrüstungsgegenstände zu fotografieren und sogar noch mehrere Versorger kurz zu besichtigen. Nirgends haben wir irgendwelche Probleme gehabt, diese Schiffe betreten zu dürfen, nachdem wir gefragt hatten!

Kleine handliche Drahtstropps im Offshore-Bereich


Eingehängtes R.O.V. im A-Frame


Nach diesem umfangreichen und äußerst erfolgreichen Sonnabendsprogramm konnten wir am Sonntag Richtung Fitjar fahren. Fitjar ist ein ganz kleiner Hafen mit einer ganz kleine Ausrüstungswerft, und hier trafen wir auf das Schiff vom Jörg, die SCANDI STORD, ein Schiff vom Typ KMAR 404. Dieser Schiffstyp ist auch sehr neu, ist 73,60 Meter lang, 16,40 Meter breit und hat eine Maschinenleistung von 15000 PS. Da dieses Schiff gerade zur Indienstellung ausgerüstet wurde (Ausrüstung bedeutet immer Hektik an Bord!), hatten wir kaum Hoffnung, an Bord zu kommen. Wir waren deshalb sehr überrascht, dass der Werftkapitän und der Reedereikapitän dieses Schiffes sich trotzdem unwahrscheinlich viel Zeit nahmen, um uns die Besonderheiten dieses Schiffes zu erklären, was hier zur Zeit auf diesem Schiff getan wird und wann es rausgeht. Auch hier krochen wir anschließend in allen Ecken und Winkeln herum und nahmen viele, viele Details auf, so dass die fünf Stunden an Bord im Fluge vergangen waren. Man hatte uns zunächst in Aussicht gestellt, eine zweistündige Probefahrt im Fjord mitmachen zu können, doch irgendetwas verzögerte sich, es wurde später und später. Schließlich wurde die Probefahrt abgesagt, weil das Schiff am nächsten Morgen zur Übergabe an die Reederei in Bergen sein sollte. Schade, von daher nicht ganz so gelungen, aber Jörg  war riesig begeistert, auf seinem Schiff gestanden zu haben. Und auch ich, der dieses Schiff ja gar nicht bauen wollte, war schwer angetan von der Technik und vor allem dem Entgegenkommen unserer Gastgeber.



Besuch in Fitjar auf der "SCANDI STORD"


Kleine "BRUCE"-Anker


Der Rückweg führte uns wieder über Dusevik, wo ich noch mal einige Aufnahmen von meinem Favoriten im Abendlicht und mit Beleuchtung schoss. Um 23 Uhr waren wir endlich in unserer Hütte zurück.

Am Montag besuchten wir frühmorgens in Stavanger die Reederei Møkster und sprachen hier mit Herrn H., dem Reederei-Inspektor. Auch Herr H. hat sich uns „kleinen Modellbauern“ sehr angenommen, hat sich ausführlich mit uns unterhalten, obwohl die Telefone links und rechts von ihm klingelten, konnte uns noch mit einigen speziellen Plänen weiterhelfen, und wir durften im Büro noch einige Werftmodelle fotografieren.

Am frühen Nachmittag waren wir dann endlich in Stavanger fertig, warfen einen letzten Blick auf die Hafenbecken, fuhren dann in Richtung Kristiansand zurück und trafen im Laufe des Abends dort bei unserer Hütte ein. So rundum happy, wie wir waren, haben wir dort diese erfolgreiche Exkursion heftig begossen und mit einem Festessen abgeschlossen.

Die Rückfahrt führte uns wieder über die Fähre Kristiansand - Hirtshals, durch Dänemark - mit einem Abstecher bei strömendem Regen nach Esbjerg - , lieferten Peter im Hause ab, und ich war schließlich spätabends auch zuhause. Jörg hatte dann noch den Weg bis Gütersloh vor sich.

Die Reise war nicht ganz billig, jedoch insgesamt preiswert - seinen Preis wert. Es geht mir dabei auch nicht so sehr um die Kosten, es geht um das Erfolgserlebnis, das Gewünschte - und noch darüber hinaus - erreicht zu haben, sich mit kompetenten Fachleuten unterhalten zu können und mit seinen Freunden eine Kameradschaft zu erleben, die mit nichts aufzuwiegen ist. Es lag sicherlich daran, dass wir die gleichen Ziele hatten und bei „gleicher Wellenlänge“ mehr erreicht haben, als wir je zu hoffen gewagt haben. Ein großes Dankeschön an  Peter, der die Beziehungen angeknüpft und alles vorbereitet hat. Ohne ihn, den Mann mit dem großem Wissen im Offshore-Bereich, wäre ich niemals an diese Pläne gekommen. Ein weiteres Riesen-Dankeschön an Jörg, unseren „Taxifahrer“.